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08. November 2017

Werterhalt der Kanalisation

Langfristiger Investitionsbedarf

Wird genug in den Werterhalt der Kanalisation investiert? Zur Beantwortung dieser Frage wird der zukünftige Investitionsbedarf für die Werterhaltung der Kanalisation in drei Beispielgemeinden mit Hilfe eines lebenszyklusbasierten Alterungsmodells abgeschätzt. Ausserdem werden die notwendigen Schritte aufgezeigt, um in den Gemeinden diese Frage generell beantworten zu können.
Dorothea Zuleger, Anja Herlyn, 

Bereits seit Längerem trägt der VSA mit den Kennzahlen der Siedlungsentwässerung eine gesamtschweizerische Sicht über die Entwicklung der Kosten und Leistungen in der Siedlungsentwässerung zusammen. Mit den Kennzahlen können die Verantwortlichen Vergleiche zur Anlagenbewirtschaftung ziehen. Auch geben die Zahlen Hinweise auf allgemeine Entwicklungstendenzen. Neu sind die wesentlichen Kennzahlen in den Geobasisdaten des Umweltrechts definiert.
Im Kennzahlenbericht von 2011 wurden erstmals auch die Bruttoinvestitionen in der Siedlungsentwässerung erfasst und mit einem rechnerischen, mittleren jährlichen Wertverlust der Anlagen, d.h. der kalkulatorischen Abschreibung verglichen. Die Wiederbeschaffungswerte der Anlagen werden dabei linear auf ihre jeweils zu erwartende Lebensdauer abgeschrieben, ohne lebensverlängernde Erhaltungsmassnahmen zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich bei einer Lebensdauer von 80 Jahren ein jährlicher Wertverlust von 1,25%.
Demnach läge der jährliche Wertverlust von Abwasserreinigungsanlagen (ARA) bei 414 Mio., beim Kanalnetz bei 830 Mio. Franken (blaue Säulen, Fig. 1). Vergleicht man diese theoretischen jährlichen Wertverluste mit den Brutto-Investitionen von 254 Mio. Franken für ARA und 535 Mio. für das Kanalnetz (graue Säulen, Fig. 1), bestünde eine jährliche Investitionslücke von 160 Mio. für ARA und von 295 Mio. Franken für das Kanalnetz (Fig. 1). Insgesamt wären in der Schweiz somit 455 Mio. Franken weniger investiert worden, als die Anlagen im Mittel an Wert verloren haben.
Ob es sich aber wirklich um eine Investitionslücke handelt, setzt die Beantwortung von zwei Fragen voraus:
– Wie viel von den Bruttoinvestitionen wurde tatsächlich in den Werterhalt der Anlagen investiert und wie viel wurde in die Erweiterung der Netzte investiert?
– Ist ein Vergleich mit einem langjährigen, auf die gesamte Lebensdauer bezogenen Durchschnittswert (mittlerer Wertverlust) überhaupt sinnvoll, da heute neben Ersatz auch andere Sanierungsmethoden eingesetzt werden? Insbesondere bei der Sanierung mit Schlauchrelinern verändert sich auch die Lebensdauer, wie nachfolgend gezeigt wird.

All diese Betrachtungen, Hochrechnungen und Interpretationen zielen auf eine Kernfrage hin, die sich Bund, Kantone und der VSA stellen:

Wird in den Werterhalt der Kanalisation genug investiert?

Wer sich in erster Linie dieser Kernfrage stellen muss, und was es dazu braucht, um sie zu beantworten, erfahren Sie in A&G 11/17.

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