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Fachartikel
17. Dezember 2018

Schtifti Foundation

«Wasser ist ein super Durstlöscher»

Die Schtifti Foundation, die vom SVGW ideell und finanziell unterstützt wird, setzt sich schweizweit für die Förderung der Gesundheit junger Menschen zwischen 9 und 25 Jahren ein. Anfang Oktober fand einer der vielen Workshops in einer Schule im Raum Zürich statt.
Peter C. Müller 

Sekundarschule Hüenerweid in Dietlikon Anfang Oktober, kurz vor 8.30 Uhr: Sehr zahlreich strömen die Schülerinnen und Schüler ins Innere des orangefarbenen Gebäudes, wollen ein letztes Mal vor ihren Herbstferien pünktlich sein. Schliesslich steht heute auch nicht gewöhnlicher Unterricht sondern ein Gorilla-Aktionstag der schweizweit aktiven Schtifti Foundation auf dem Stundenplan.

«Es ist megawichtig, dass ihr während des ganzen Tages viel Wasser trinkt», erklärt da Jonas Linder, der von allen nur Jojo genannt wird: «Dies nicht nur heute, sondern ganz allgemein in eurem Alltag, egal, ob ihr Schule habt oder in eurer Freizeit etwas unternimmt», führt der Gorilla-Workshopleiter weiter aus. «Ein Mensch kann zwar mehrere Wochen ohne Essen aushalten», ergänzt Jojos Kollegin Selina während des eigentlichen Ernährungsteils im Workshop, «aber nur wenige Tage ohne Wasser.» Trinken sei eben lebensnotwendig und eine genügend grosse Flüssigkeitszufuhr, vorzugsweise in Form von Wasser, fördere die Vitalität und Denkleistung. «Und ganz normales Trinkwasser, wie es in der Schweiz in bester Qualität verfügbar ist», so Jojo, «ist einfach ein super Durstlöscher!»

Kurz darauf wird er an alle der rund einhundert Kinder der 1. und 2. Sekundarstufe, die im Alter zwischen 12 und 14 Jahren sind, eine Flasche mit Wasser verteilt. «Die Flasche könnt ihr ganz einfach am Wasserhahn immer wieder auffüllen», meint Jojo, «so habt ihr immer genügend Wasser zur Hand. Pro Tag solltet ihr mindestens 1 bis 1,5 Liter Wasser trinken. Bei Hitze oder wenn ihr Sport treibt sogar noch mehr!»

Gesund ernähren und viel bewegen

Doch nicht nur um Wasser geht es an diesem Gorilla-Workshop, auch gesunde Ernährung und viel Bewegung stehen auf dem Programm: So können die Schülerinnen und Schüler selbst Sportarten wie Frisbee, Skateboarden oder Capoeira ausprobieren, aber auch für Parkour oder Breakdance und Hiphop gibt es an diesem Tag einige Lektionen. «Get crazy, get wild», animieren Patric und sein Kollege Luke die Boys und Girls im für diese Sportart typischen «Slang» aus Englisch und Deutsch: «Probiert euch aus, versucht euch beim Battle, dann bekommt ihr mit der Zeit einen eigenen Style!»

Aufmerksam und mit viel Engagement ist man aber auch bei den anderen Sportarten bei der Sache: «Könnt ihr alle bremsen?», fragt da Freestylerin Jasmine beim Longboarden und Skaten: «Dies ist ganz wichtig, wenn wir später etwas auf Tour durchs Dorf gehen.» «Oh mein Gott, ich bin frei wie ein Vogel, ich fliege», freut sich hingegen ein Junge bei Lea: Sie gibt Tipps und Tricks für das Bewältigen von Hindernissen bei der Trendsportart Parkour. Doch erst einmal sind hier Gleichgewichtsübungen auf einem Mauervorsprung angesagt.

Und auch beim Capoeira, der brasilianischen Kampfsportart, bei der sich auch der Schulleiter und einige Lehrerinnen beteiligen, geht es erst einmal um Rhythmusgefühl, Beweglichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme.

Nachhaltigkeit ist wichtig

«Mit verschiedenen Massnahmen möchten wir die Schülerinnen und Schüler für Bewegung und Freestyle-Sportarten begeistern, sie aber auch für eine ausgewogene saisonale Ernährung motivieren und nicht zuletzt auch für ein nachhaltiges Konsumverhalten sensibilisieren», sagt Tobias Schoen, Leiter Marketing der Schtifti Foundation: «Ziel ist es, dass die Kids und Jugendlichen Verantwortung für ihr Leben übernehmen, aktiv den Alltag bewältigen, aber auch wissen, wie sie sich mal richtig entspannen können.»

Die Schtifti Foundation ist für ihre Arbeit dabei immer wieder auf die Unterstützung durch Dritte und weitere Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen: «Wir sind immer wieder auf der Suche nach neuen Partnern», erklärt Tobias Schoen: «Und können uns gut vorstellen, künftig auch mal mit einer Trinkwasserversorgung zusammenzuarbeiten und so das Thema Wasser zu erweitern.»

Die Schtifti Foundation führt aber nicht nur Tages-Workshops an Schulen durch, sondern es gibt auch ein ganzjähriges Gorilla-Schulprogramm, unter anderem mit einer Lektionsplattform für Lehrpersonen. Völlig begeistert vom Angebot der Schtifti Foundation sind deshalb auch das Rektorat und der Lehrkörper in Dietlikon: «Es ist sehr gut, dass die Animatorinnen und Animatoren der Workshops noch eher jung sind», sagt Schulleiter Reto Valsecchi. «Dadurch haben sie einen sehr guten Draht zu den Kindern und Jugendlichen. Wir haben schon verschiedene Male das Gorilla-Programm gebucht, und jedes Mal war es für alle Beteiligten ein riesiges Erlebnis!»

Fit oder schlapp?

Glaubwürdige Vorbilder und Botschafter, die selbst Freestyle-Sportlerinnen und Sportler sind, vermitteln dabei die Kernthemen des Programms und motivieren die Jugendlichen zum Nachmachen, erklärt Kathrin Steiger, Geschäftsführerin der Stiftung. «Momentan engagieren sich über einhundert bekannte Grössen, unter anderem Europa- und Weltmeister, als Botschafter und Instruktoren für Gorilla.» In Dietlikon ist deshalb auch der Zürcher Comedian Charles Nguela mit von der Partie: Er macht immer wieder Spässe, gibt Tipps für die verschieden Sportarten oder für eine gesunde Ernährung: «Mir ist es sehr wichtig, die nächste Generation für mehr Bewegung und massvolles Essen zu motivieren.» Viele der heutigen Kids und Jugendlichen hätten Übergewicht und es sei deshalb wichtig, ein gesundes Mass zu finden. «Ich sage immer: Du bist der Boss deiner Gesundheit und Umwelt», erklärt Charles Nguela: «Du entscheidest dich jeden Tag, ob du fit oder schlapp sein willst.»

Teil eines Kreislaufs

Den Jugendlichen etwas auf den Weg mitgeben, möchte aber auch Moreno Ribeiro, der in seinem Capoeira-Kurs fast schon philosophisch wird, wenn er meint: «Wir brauchen im Leben etwas, das Sinn macht. Nur dann kann man sich auf den Tag freuen.» Die Jugendlichen sollten sich deshalb als Teil von etwas Grösserem verstehen: «Seht euch wie ein Baum», meint der Capoeira-Meister: «Habt Wurzeln, Blätter und eine Krone. Versucht genügend Wasser aufzunehmen, gebt aber auch wieder etwas an eure Umgebung zurück. Dann seid ihr Teil eines Kreislaufs und fühlt euch wohl!»

 

Unterstützung durch den SVGW

Die Förderung des Wassertrinkens ist ein gemeinsames und zentrales Anliegen der Schtifti Foundation und des SVGW: Seit 2015 besteht deshalb ein Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Organisationen: Der SVGW stellt dabei sein Fachwissen zur Verfügung und unterstützt spezifische Projekte der Schtifti Foundation wie das Gorilla-Schulprogram, während die Stiftung ihrerseits immer wieder das Thema Wasser aufgreift und es in ihren Workshops, Publikationen oder Videos weitervermittelt. Seit 2019 unterstützt auch die Ingenieur- und Industriegruppe des SVGW das Verbandsengagement.  www.schtifti.ch

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