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27. Juli 2020

Lausanne: Chlorothalonil und seine Metaboliten

Durchführung von Aufbereitungspilotprojekten im Trinkwassernetz

Heute stellt die Stilllegung von Ressourcen, die durch die Kontamination mit Chlorothalonil und seinen Metaboliten beeinträchtigt sind, für das Wasserdepartement der Stadt Lausanne ein unbrauchbares Volumen dar, das 5% der verteilten Mengen entspricht, d.h. etwa 2'000'000 Kubikmetern pro Jahr.

Abgesehen von der Verschmutzung speisen diese Ressourcen das Verteilungsnetz durch Schwerkraft und ermöglichen es, die Energiekosten für den Wassertransport zu begrenzen - es braucht keine Pumpen. Damit stellen sie auch im Krisenfall die Versorgung sicher.

Die Stadt Lausanne möchte die Durchführbarkeit der Eliminierung von Chlorothalonil und seiner Metaboliten aus ihren Anlagen untersuchen, indem sie Tests an Pilotanlagen durchführt, und zwar durch :

  • Membranfiltration vom Niederdruck-Umkehrosmose-Typ,
  • Adsorption an Aktivkohle,
  • und Ozon-Oxidation.

Zur Erinnerung: Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der seit den 1970er Jahren in der Landwirtschaft als Fungizid eingesetzt wurde, insbesondere beim Anbau von Kartoffeln, Getreide, Gemüse, Wein und Zierpflanzen. Dieses Fungizid ist seit dem 1. Januar 2020 in der Schweiz verboten. Es gehörte aber zu den zehn am weitesten verbreiteten Pestiziden. Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz fast 45 Tonnen dieses Produkts verwendet. Seit Ende Juni 2019 erachtet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Chlorothalonil als potentiell krebserregend. Der Grenzwert für Chlorothalonil im Trinkwasser ist daher auf 0,1 Mikrogramm pro Liter begrenzt.

Die Stadtverwaltung von Lausanne bittet nun den Stadtrat um die Gewährung eines Rahmeninvestitionskredits in Höhe von 700’000 Franken zur Finanzierung dieser Tests, damit innerhalb von 18 Monaten Ergebnisse vorliegen, und um anschliessend die Lösungen zu prüfen, die umgesetzt werden müssen, um diese fehlenden Mittel hoffentlich wiederzuerlangen. Wie bereits früher bekannt gegeben wurde, wird zudem die Stilllegung kontaminierter Einzugsgebiete die Verteilung von qualitativ hochwertigem Trinkwasser sicherstellen.

Alle Ergebnisse der Analysen bezüglich Mikroverunreinigungen sind auf der Website der Stadt Lausanne verfügbar: www.lausanne.ch.

 

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Kommentare (1)

Rahel Comte am 13.08 2020 um 12:14

45 Tonnen?

Ich bin etwas erstaunt über die Zahl der eingesetzten Tonnen. Das BLW gibt einen jährlichen Einsatz von Pflanzenschutzmittel von ca 2000 Tonnen (Wirkstoff) an. (Quelle: https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/59693.pdf) Die Verwendung des Gewichts des Produktes, welches nur zu einem geringem Teil aus der Wirksubstanz besteht, empfinde ich als irreführend.

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