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20. Februar 2026

Abwassermonitoring in der Schweiz

Eawag wird nationales Referenzzentrum

Das Wasserforschungsinstitut Eawag ist im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit neu ein nationales Referenzzentrum für Abwassermonitoring. Im Zentrum steht die Erhebung von Gesundheitsdaten aus dem kommunalen Abwasser, insbesondere von Viren, die als Krankheitserreger bekannt sind. Auch für die Analyse von Substanzen aus dem Arznei- und Suchtmittelgebrauch besteht neu ein nationaler Auftrag.

Die abwasserbasierte Epidemiologie (engl. Wastewater-based epidemiology – WBE) hat mit der SARS-CoV-2-Pandemie ab 2020 grossen Aufwind bekommen. Seit Sommer 2023 wurde die Zahl der Kläranlagen, deren Abwasser auf Krankheitserreger beprobt wird, reduziert (zwischenzeitlich waren es über 100 ARA), und sämtliche Analysen werden seither zentral an der Eawag in Dübendorf durchgeführt. Aktuell sind zehn über die Schweiz verteilte Kläranlagen im Programm. Seit Anfang 2026 ist die Eawag im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ein offizielles Nationales Referenzzentrum für Abwassermonitoring (NRAM).

Bessere Vorbereitung und längere Zeitreihen

Angelegt ist die Zusammenarbeit für zehn Jahre. «Für uns ist das ein grosser Schritt. Die Institutionalisierung des Monitorings bedeutet, dass wir am Ball bleiben können und – sollte erneut eine Pandemie anrollen – viel besser vorbereitet und trainiert sind als im Frühling 2020», sagt Christoph Ort, Abteilungsleiter Siedlungswasserwirtschaft. Ausserdem ist Ort von einem weiteren Vorteil überzeugt: Je länger die Zeitreihen der Daten werden und je mehr Vergleichsmöglichkeiten zwischen chemischen und mikrobiologischen Daten vorliegen, desto mehr werden Einblicke in Zusammenhänge möglich, welche sich aus kurzen Messkampagnen nicht erschliessen, so Ort.

Kombination mit Substanzmonitoring kann neue Perspektiven eröffnen

Neben dem NRAM haben das BAG und die Eawag im Rahmen der «Strategie Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten» nach einem Pilotprojekt einen Vertrag für die Weiterführung des Substanzmonitorings via Abwasseranalysen abgeschlossen. Laut Eawag läuft er bis Ende 2029. Die Untersuchung des Abwassers auf Substanzen aus dem Arznei- und Suchtmittelgebrauch soll weitere Informationen über den legalen oder missbräuchlichen Substanzkonsum und den Gesundheitszustand der Bevölkerung liefern.

Gemäss Eawag eröffnet die Kombination von chemischen und mikrobiologischen Analysen des Abwassers neue Chancen. Wird im Abwasser zum Beispiel ein starker Anstieg eines Hustenmedikaments festgestellt, so die Medienmitteilung, kann das auf eine anrollende Krankheit und Symptome in der Gesellschaft hinweisen, noch bevor zunehmende Zahlen über stark Erkrankte aus Praxen oder Spitälern gemeldet werden.

Quelle und weitere Informationen

Medienmitteilung der Eawag

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