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31. Mai 2018

Landwirtschaftlicher Klub der Bundesversammlung

SVGW am Infoanlass zur «Trinkwasserinitiative» in Bern

Der landwirtschaftliche Klub der Bundesversammlung lud am 30. Mai zu einem Informations- und Diskussionsanlass zur «Trinkwasserinitiative– welche Konsequenzen für die Schweizer Landwirtschaft?“» ein. Es kamen die Initianten als auch direkt betroffene Produzenten sowie der Schweizerische Bauernverband und erstmals auch der SVGW zu Wort.

Die Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» ist mit 113‘979 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Die Initiative verlangt, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe Direktzahlungen erhalten, die auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten und ihre Tiere ausschliesslich mit betriebseigenem Futter versorgen können. Die Initiative würde die einheimische Produktion in der heutigen Form praktisch auf den Kopf stellen. Bei Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Gemüse, Obst wäre nicht einmal mehr der Anbau in Bioqualität möglich, ebenso wäre die Haltung von Hühnern und Schweinen extrem eingeschränkt, schreibt der Landwirtschaftliche Klub der Bundesversammlung in der Einladung.

André Olschewski stellt die Forderungen der Trinkwasserversorger vor

Im Restaurant Schmiedstube in Bern kamen sowohl die Initianten als auch direkt betroffene Produzenten und den Schweizerischen Bauernverband zu Wort. Versammelt waren rund 15 Parlamentarierinnen und Parlamentarier verschiedenster Parteien. Erstmals vertreten war auch der SVGW mit André Olschewski (Bereichsleiter Wasser, SVGW), welcher die Interessen der Trinkwasserversorger einbringen konnte und auf die Notwendigkeit eines substanziellen Gegenvorschlag hinwies. Die Wasserversorger wollen den Trinkwasserschutz verbindlich auf Gesetzesstufe geregelt haben.

Bauernverband will keinen Gegenvorschlag

Von bäuerlicher Seite wurde betont, dass man keinen Bedarf an Gesetzesanpassungen sieht, es bestünden bereits gute Ansätze wie der Nationale Aktionsplan Pestizidreduktion, dieser müsse nun umgesetzt werden. In der Diskussion zeigten dennoch einige Parlamentarierinnen und Parlamentarier Interesse für einen Gegenvorschlag. Immerhin stünden nun zwei Volksinitiativen vor der Tür.

Anstehender Entscheid des Bundesrates zur «Trinkwasserinitiative»

Man darf gespannt sein, wie der Bundesrat in seiner Botschaft zur «Trinkwasserinitiative» entscheidet und wie es weiter geht. Der Entscheid wird im Juni erwartet. Ob die Trinkwasserinteressen in Bern gehört werden? Bis der Trinkwasserschutz massgeblich verbessert werden kann, wird wohl noch viel Wasser den Rhein runter fliessen. Der SVGW wird seine Bemühungen weiter verstärken müssen.

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