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06. August 2018

Hundstage

Der Name geht auf die alten Ägypter zurück

Noch dauern sie an, die einmonatigen Hundstage: über zwei Wochen lang bis zum 23. August. Doch die Zeit, welche die Meteorologen «Hundstage» nennen, hat rein gar nichts mit unseren vierbeinigen Lieblingen zu tun, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.

Der Name «Hundstage» stammt von den alten Ägyptern und orientiert sich am Stern Sirius im Sternbild des Grossen Hundes. Für die alten Ägypter begannen die Hundstage an jenem Tag, an dem jeweils zum ersten Mal der Stern Sirius am Morgenhimmel zu sehen war. Das Ende der sogenannten Hundstage wurde dann auf denjenigen Tag festgelegt, an dem das erste Mal das ganze Sternbild zu erkennen war. Und das war genau einen Monat nach dem erstmaligen Auftauchen von Sirius.

Für die alten Ägypter hatten die Hundstage eine grosse wirtschaftliche Bedeutung, da mit dem Erscheinen von Sirius in der Regel am Oberlauf des Nils die jährlichen grossen Regenfälle und damit verbunden die grosse Flut begann. Sirius zeigte den Bauern also gewissermassen an, dass sie höhere Gegenden aufsuchen sollten, um der Nilflut zu entgehen. Diese wurde allerdings mit grosser Freude erwartet, da sie das notwendige Wasser nach Ägypten brachte.

Für die alten Ägypter begannen die Hundstage also Anfang Juli. Da die Erdachse aber innerhalb von 26 000 Jahren eine Kreisrotation durchführte, sind die Sternbilder heute nicht mehr zur gleichen Zeit zu sehen wie zur Epoche der alten Ägypter. Die Römer sahen Sirius erst Ende Juli aufgehen, und so geht das Datum 23. Juli als Beginn der Hundstage vermutlich auf die Römerzeit zurück. Heute ist Sirius bei uns sogar erst Ende August am Morgenhimmel zu sehen. Der Termin der Hundstage hat sich aber aus der Zeit der Römer gehalten.

War bei den alten Ägyptern Sirius noch ein Wasserzeiger, so wurde er bei den Griechen schliesslich zum Zeichen grosser Hitze. Nach griechischem Mythos soll die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem gleissenden Feuer des Sterns Sirius Ursache der Hitze sein. Auch heute noch treten die wärmsten Tage im Mittelmeerraum oft während der Hundstage auf und sind im Volksmund zu einem Witterungsregelfall, einer sogenannten Singularität geworden.

In diesem Jahr scheint sich das Schweizer Wetter aber voll an die Wetterregel zu halten. Mit ihrem Beginn setzte die erste richtige Hitzewelle des Jahres ein, die bis heute ihre Fortsetzung findet und wohl noch bis Mitte August andauern wird.

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