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Fachartikel
17. Dezember 2018

Interview

«Die Resultate können sich wirklich sehen lassen!»

Die Förderung der Gesundheit junger Menschen: Dies ist das Hauptziel der Schtifti Foundation mit ihrem «Gorilla»-Programm. Doch wie funktioniert das im Detail? Der «Wasserspiegel» hat sich mit Katrin Steiger, der Geschäftsführerin der Schtifti Foundation, darüber unterhalten und viel Neues erfahren.
Peter C. Müller 

Die Schtifti-Foundation gibt es seit genau fünfzehn Jahren. Das «Gorilla»-Programm entstand im Jahr 2010. Können Sie uns da weitere Details verraten?

Gerne, «Gorilla» ist das grösste Gesundheitsförderungs- und Bildungsprogramm in der Schweiz. Hier erreicht das Programm jährlich über 60’000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in allen drei Landesteilen. «Gorilla» motiviert zu gesunder Ernährung, Bewegung und nachhaltigem Konsumverhalten.

Das heisst «Gorilla» gibt es auch in der Romandie und im Tessin?

Ja, wir führen «Gorilla»-Workshops schweizweit durch: In den letzten beiden Jahren gab es zum Beispiel Kurse für Schulen in Bellinzona, Stabio und Ascona, aber auch in Courtelary, Saint-Imier, Fribourg und Payerne. Ausserdem gibt es auf der Website und auf Social Media auch auf Französisch und Italienisch Tipps und Tricks für einen gesunden und nachhaltigen Lifestyle.

Und wie kam es zum Namen Gorilla für das Programm? Und warum habt ihr den Slogan «Gib deinem Leben mehr Uga-Uga!» gewählt?

Der Gorilla ist für alle ein sehr faszinierendes Tier: Er ist dem Menschen ähnlich, sehr sozial, aktiv und ernährt sich ausgewogen. Und «Mehr Uga-Uga im Leben» soll als Ausruf für das Positive, das Individuelle und die Begeisterung stehen und widerspiegelt, was wir fördern wollen: die Kreativität und den Mut, mit Selbstverantwortung im Leben einen eigenen Weg einzuschlagen.

Und das Programm zeigt Wirkung?

Ja – und wie! Die aktuellste Auswertung von 2016/2017 mit rund 500 Workshop-Teilnehmenden ergab, dass nach dem Workshop fast 60 Prozent mehr Wasser trinken, fast 30 Prozent auf Süssgetränke verzichten oder knapp 42 Prozent mehr Früchte essen. Rund 75 Prozent bewegen sich zudem mehr und 47 Prozent trinken weniger Energydrinks. Das kann sich als Ergebnis wirklich sehen lassen!

Und das Gorilla-Programm ist dabei auch als Unterstützung für die Schulen gedacht?

Genau! Dafür haben wir das Gorilla-Schulprogramm entwickelt. Es umfasst fixfertige Lektionen mit ausgewählten Inhalten zu den Themen Bewegung, Ernährung und nachhaltiges Konsumverhalten für die Oberstufe. So wird es den Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht mit dem bewährten Konzept von Gorilla direkt im Schulunterricht zu arbeiten und mit dem Image von Gorilla zu punkten. So beschrieben Jugendliche das Programm erst kürzlich in einer Umfrage als «cool und motivierend».

Das Programm ist also sehr nahe bei den Kindern und Jugendlichen? 

Ja, das Schulprogramm ist nicht nur sehr jugendnah, es fördert ebenso die nachhaltige Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, da es auf Inhalten basiert, die im Unterricht angewendet werden können. Schliesslich orientiert es sich am Lehrplan 21 und wird auch von der Gesundheitsförderung Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlen.

Die Gorilla-Bewegung gibt es neben der Schweiz auch in Deutschland und Österreich? Sind da noch weitere Expansionen geplant – geografisch oder programmatisch?

Nein, wir sind sehr zufrieden damit, wie sich das Programm entwickelt und wie es bei unseren Zielgruppen ankommt. Allenfalls erweitern wir das Programm in Zukunft noch um weitere Themen wie zum Beispiel psychische Gesundheit bei Jugendlichen.

Der grösste Teil der Kinder bewegt sich sehr gern und ist offen für alles Neue. Wie sieht das bei den Jugendlichen aus? Wie erreicht ihr die oft zitierten «Couch-Potatoes»?

Der erste Schritt, um die Kids zum Umdenken anzuregen, ist der Workshop an den Schulen: Hier werden alle mit eingebunden – ob im Kindes- oder Teenager-Alter, mit Migrationshintergrund oder Behinderung, ob sie aktiv sind oder eher etwas faul. Unsere geschulten Gorilla-Coaches pushen auch «Couch-Potatoes» auf eine authentische und ehrliche Art und Weise in ihrem eigenen Leistungsspektrum und helfen ihnen ihr Potenzial zu entfalten. Dabei dient der Freestylesport als idealer Kanal, denn er ist genauso vielfältig und verschieden wie die Kids oder die Jugendlichen selbst.

Kathrin Steiger - Biografie

Kathrin Steiger ist 38-jährig und seit 2013 Geschäftsführerin der Schtifti Foundation mit Sitz in Zürich. Die Mutter eines einjährigen Sohnes absolvierte eine Kaufmännische Ausbildung und hat einen Bachelor in Business Communication. Zudem absolvierte sie Weiterbildungen im Bereich Leadership sowie Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung.

 

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