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Fachartikel
11. Februar 2019

Resultate-Workshop des Forschungsfonds Wasser (FOWA)

Praxistaugliche Lösungen für vielerlei Probleme

Anfang Februar fand der mehrsprachige FOWA-Resultate-Workshop statt: Er gab einen hervorragenden Überblick über zurückliegende, aktuelle und künftige Projekte des Fonds. Behandelt wurden Themen wie Legionellen in den Trinkwassersystemen, Fleckenbildungen in Reservoirs oder Transformationsprodukte bei der Ozonung oder das Ausfallverhalten von Rohrleitungen.
Peter C. Müller 

Pünktlich gegen 9 Uhr trafen die rund siebzig Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz etwas widriger Witterungsbedingungen, aber bei schönstem Sonnenschein aus der Deutschschweiz, aus dem Tessin und der Romandie im Hörsaal der Wasserversorgung Zürich ein: Wer sich kannte, begrüsste sich aufs Herzlichste. Und wer auf Unbekannte traf, stellte sich bei einem ersten Begrüssungskaffee charmant seinem Gegenüber vor.

Repräsentativer Überblick

Erich Mück, Leiter der Wasserversorgung Zürich und gewissermassen Gastgeber des FOWA-Resultate -Workshops ging als erstes auf die Ziele der Veranstaltung ein: «Wir möchten mit diesem Event einen guten und – wenn immer möglich - repräsentativen Überblick über abgeschlossene oder noch laufende Projekte geben. Zudem sind auch Rückmeldungen, Vorschläge und Anregungen aller Anwesenden, der FOWA-Mitglieder und der Gäste, zu spezifischen Projektideen oder der Weiterentwicklung der Institution sehr willkommen. Der Fonds möchte ein Bindeglied zwischen Forschung und Praxis sein.»

Aktuelle Struktur

Markus Biner, Sekretär des FOWA und technischer Berater im Bereich Wasser beim SVGW, erklärte im Rahmen eines Situationsberichts: «Seit seiner Lancierung im Mai 2012 hat der FOWA von über dreissig eingereichten Projekten knapp zwei Dutzend mit einem Gesamtbetrag von rund einer Million Schweizer Franken unterstützt.» Ziel des Fonds sei es für branchenrelevante Probleme der schweizerischen Wasserversorgung «praxistaugliche und nachhaltige Lösungen» zu finden.

Im weiteren Verlauf seiner Präsentation ging Markus Biner zudem auf die Organisationsstruktur des FOWA, die Aufgaben der fachtechnischen Kommission und die aktuelle Struktur der Mitgliederzahlen sowie deren finanzielle Beiträge ein. «Punkto Relevanz der verschiedenen Projekte», so erklärte Markus Biner,«hat sich gezeigt, dass bisher aus elf von insgesamt sechzehn abgeschlossenen Projekten gewisse Erkenntnisse direkt in ein Regelwerk eingebracht werden konnten und nun den Mitgliedern als Tool zur Verfügung stehen.»

Restverlust versus Synergiegewinn

Wie diese Lösungen nun aussehen könnten, erfuhren die Workshop-Teilnehmenden während knapp vier Stunden - und nur unterbrochen durch eine kurze Pause - im Rahmen verschiedener Referate: So berichtete Daniel Hunkeler von der Universität Neuchâtel über die «Wirkung von Massnahmen zur Reduzierung von Grundwasserbelastungen», Blaise Jeanneret von den Services Industriels de Genève (SIG) erklärte die «Überwachung von Trinkwasser im Netz» und Christoph Meyer vom Stadtwerk Winterthur erläuterte die «Erkennung und Lokalisierung von Druckstössen in Leitungsnetzen».

Martin Jutzeler von Energie Wasser Bern (ewb) ging seinerseits auf ein innovatives Auswertungsinstrument zur Planung von Erneuerungen des Leitungsnetzes ein, während Dorothea Zuleger von WIF Partner auf ein elektronisches Auswertungstool im Dilemma von «Restverlust versus Synergiegewinn» einging.

Nanopartikel im Trinkwasser

«Schutzmassnahmen gegen Fleckenbildung in Reservoirs» standen daraufhin im Zentrum des Referates von Markus Büchler von der Schweizerischen Gesellschaft für Korrosionsschutz (SKG) in Zürich. Und Lina Ramirez von der Universität Genf erläuterte sehr wissenschaftlich, aber höchst spannend eine «Untersuchung über das Verhalten von Nanopartikeln in Trinkwasserversorgungsketten».

«TransfO3rm» lautete daraufhin sehr vielversprechend der Kurztitel der Ausführungen von Rebekka Gulde von der Eawag in Dübendorf, die ganz treffend über die Bildung und das Verhalten von Transformationsprodukten bei der Ozonbehandlung des Wassers referierte.

Und den Abschluss der zahlreichen Präsentationen machte schliesslich Rebekka Guldes Kollege Frederik Hammes, der eine umfassende, aber noch nicht abgeschlossene Untersuchung zum Thema «Legionellen in den Trinkwasserverteilsystemen von Gebäuden» präsentierte.

Fowa: quo vadis?

Doch wie geht es nun mit dem FOWA in Zukunft weiter? Gibt es tiefgreifende Veränderungen? Oder verfolgt man eher den bisher eingeschlagenen Weg weiter? Braucht die Schweizer Wasserversorgungsbranche wirklich einen FOWA?

Darauf gingen am Ende des Workshops André Olschewski, Leiter des Bereichs Wasser beim SVGW, Marcel Steiger von den St. Galler Stadtwerken (SGSW) und Stefan Kötzsch von der Hochschule Luzern ein: «Der FOWA verfolgt mit seiner momentanen Ausrichtung auf Themen wie Trinkwasserqualität, Engineering oder Versorgungsstrukturen sicherlich die richtigen Ziele», zeigte sich André Olschewski überzeugt. Nach dem Motto «Tue Gutes und rede darüber» solle der Fowa in Zukunft mit seinen Projekten und Resultaten aber noch häufiger an die Öffentlichkeit gehen, künftig in der Branche sein Selbstverständnis noch mehr stärken und seine Sichtbarkeit erhöhen.

Marcel Steiger erklärte: «Künftig möchten wir noch vermehrt den Fokus der Aktivitäten auf ausgewählte Schwerpunktthemen legen, um im Rahmen des SVGW-Regelwerks vermehrt Erkenntnislücken zu schliessen.» Dazu werde man  vermehrt das Gespräch mit der I+IG-Gruppe suchen, das Image des FOWA schärfen und – last but not least –  auch versuchen zum Beispiel mittels Sponsoring zusätzliche Möglichkeiten der Finanzierung zu äufnen.

Eine wahre Lanze für die Existenz des «zarten Pflänzchens» FOWA brach schliesslich Stefan Kötzsch, indem er meinte: «Der Fowa ist für die Wasserbranche ein so fantastisches Instrument zwischen Forschung und Praxis, dass er eigentlich über viel mehr Geld zur Finanzierung seiner verschiedenen Projekte verfügen sollte: der Fonds sollte eigentlich 10- oder 100-mal höher dotiert sein als heute!»  

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