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14. Mai 2019

EPFL

Verfahren gewinnt Phosphor und Biogas aus Klärschlamm

Klärschlamm wurde früher als Dünger verwendet, heute ist das in der Schweiz verboten. Um den im Schlamm enthaltenen Phosphor trotzdem für Düngemittel verwenden zu können, haben Forschende der EPFL nun ein neues System entwickelt.

Klärschlamm enthält zu viele Schadstoffe, um ihn direkt als Dünger auf Felder auszubringen. Deshalb wird er in der Schweiz getrocknet und verbrannt. So geht jedoch der wertvolle Phosphor verloren, der im Klärschlamm steckt. Das könnte ein neues Verfahren von Forschenden der ETH Lausanne EPFL) ändern, wie die Agentur sda-Keystone meldet.

Das Verfahren beruht darauf, den Klärschlamm unter hohem Druck und bei 400 Grad Celsius in einen sogenannten superkritischen Zustand zwischen flüssig und gasförmig zu bringen, wie die EPFL  mitteilt. Dadurch werden Phosphor und Mineralsalze weniger löslich und kristallisieren, so dass sie sich leicht abtrennen lassen. Auf diese Weise könne man 90 Prozent des Phosphors zurückgewinnen, liess sich Frédéric Juillard zitieren, der CEO des EPFL-Spin Offs TreaTech ist und das Verfahren mitentwickelt hat.

Prototypen getestet

In ihr System integrierten die Forschenden der EPFL zudem einen neuartigen Biogas-Reaktor des Paul Scherrer Instituts (PSI), der eine fast vollständige Umwandlung zu Biogas erlaube. Bisher verwendete Systeme erreichten nur eine Umwandlung von 40 bis 50 Prozent, schrieb die EPFL. Zudem gelinge die Umwandlung in deutlich kürzerer Zeit, nämlich in rund 20 Minuten statt 30 Tagen. Das übrigbleibende Wasser sei frei von giftigen Stoffen und könne der städtischen Wasserversorgung wieder zugeführt werden.

Mit Unterstützung des PSI und des Bundesamts für Energie hat das Spin Off-Unternehmen bereits erfolgreich einen Prototyp getestet und entwickelt nun eine Version des Systems in viel grösserem Massstab. Voraussichtlich im Jahr 2022 soll es testweise an einer Kläranlage installiert werden.

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