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28. Oktober 2019

Mit Kohle das Klima retten

IWB will Kohlendioxid im Boden speichern

Mit innovativer Technik und jahrtausendalter Tradition will IWB mit Pflanzenkohle klimaschädliches Kohlendioxid in der Atmosphäre reduzieren. Die Basler Energieversorgerin plant dazu, auf ihrem Betriebsgelände eine Pyrolyse-Anlage zu bauen.

Ab 2020 soll die Pyrolyse-Anlage Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen und gleichzeitig Pflanzenkohle produzieren. Eingesetzt in der Landwirtschaft, speichert diese aktiv und langfristig CO2 im Erdboden und dient so dem Klimaschutz.

Nicht erst seit dem Beschluss des Bundesrates zur Klimaneutralität bis 2050 ist klar: Die Reduktion des CO2-Ausstosses muss zum Schutz des Klimas aktiv und rasch angegangen werden. Mit innovativer Technik geht IWB nun einen Schritt weiter. Als erste Energieversorgerin in der Schweiz will sie eine Pyrolyse-Anlage zur Produktion von Pflanzenkohle bauen und betreiben. Diese liefert nicht nur klimaneutrale Wärme, sie ermöglicht zusätzlich auch die langfristige Speicherung von CO2 im Boden.

Peter Baumstark, Leiter Integrierte Energielösungen und Mitglied der Geschäftsleitung bei IWB, sagt dazu: «Mit dieser zukunftsweisenden Anlage gelingt es uns, nicht nur klimaneutrale, sondern sogar klimapositive Wärme zu produzieren.» Die Anlage leistet nämlich nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses in der Basler Fernwärmeproduktion, sondern sie entzieht das umweltschädliche Gas gar der Atmosphäre.

Verbindung zum Fernwärmenetz

Die Idee ist bestechend einfach: In einer modernen Anlage wird bisher ungenutzte minderwertige Biomasse wie zum Beispiel Grünschnitt unter Sauerstoffausschluss verkohlt. Die bei der sogenannten Pyrolyse entstehende Wärme heizt das lokale Fernwärmenetz, die Kohle wird als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt. Dabei bleibt das in der Kohle gespeicherte CO2 im Boden und wird nicht wieder an die Atmosphäre abgegeben. Das klimaschädliche Gas wird dem Kreislauf somit aktiv entzogen.

Wie bereits Ureinwohner im Amazonas vor mehreren tausend Jahren wussten, trägt das Beimischen von Kohle zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Sie speichert Wasser, sie bietet Lebensraum für wichtige Mikroorganismen und bindet auch schädliche Stoffe. Peter Baumstark sagt dazu: «Mit dieser Anlage gelingt es uns, vier Ziele gleichzeitig zu erreichen: Wir verwerten energetisch ungenutztes Grüngut, wir produzieren CO2-negative Wärme und gleichzeitig unterstützen wir nach alter Tradition die Bodenverbesserung in der Landwirtschaft. Und schliesslich helfen wir unserem Klima durch den Entzug von Kohlenstoffdioxid.» 

Anlage wird in Kleinhüningen gebaut

Der Bau der Anlage soll noch in diesem Jahr starten. Bereits ab Winter 2020/2021 soll die Anlage jährlich rund 2,7 Gigawattstunden Wärme in das Fernwärmenetz von IWB speisen. Dies reicht für die Versorgung von rund 300 durchschnittlichen Haushalten. Zudem produziert die Anlage ab diesem Zeitpunkt rund 570 Tonnen Pflanzenkohle pro Jahr. Jährlich werden der Atmosphäre somit rund 1’500 Tonnen CO2 entzogen und langfristig gebunden. IWB investiert in den Bau der Pyrolyse-Anlage einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Der Standort auf dem IWB-eigenen Betriebsgelände im Basler Stadtteil Kleinhüningen ist logistisch gut zur Anlieferung der Biomasse geeignet und erlaubt die direkte Einspeisung der Wärme in das Fernwärmenetz. Ein innovatives Projekt mit Potential zum Vorzeigeobjekt.

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Kommentare (1)

Martin Brandenberger am 30.10 2019 um 09:12

Pyrolyse

Hallo Pyrolyseanlagen benötigen externe Energie. Zudem, inwiefern soll dies besser sein als eine Feststoffvergärung? Geht es rein nur dar Kohle zu produzieren und die Abfallmenge zu reduzieren?

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