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23. März 2020

Erklärung zum Weltwassertag

Im Zeichen des Wassers und des Klimawandels

Am 22. März 2020 war wieder einmal Weltwassertag: Zeit für eine Bilanz – auch bei der UNO, der Organisation der Vereinten Nationen, und bei deren Generalsekretär António Guterres.

«Die Wasserressourcen der Welt sind in beispielloser Weise bedroht», erklärte UN-Generalsekretär António Guterres zum Weltwassertag 2020. «Heute fehlt es rund 2,2 Milliarden Menschen an sauberem Trinkwasser, und 4,2 Milliarden Menschen leben ohne Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen. Wenn wir nicht dringend handeln, werden die Auswirkungen des Klimawandels diese Zahlen voraussichtlich noch verschärfen. Bis 2050 werden zwischen 3,5 und 4,4 Milliarden Menschen mit beschränktem Zugang zu Wasser leben, davon mehr als 1 Milliarde in Städten.»

Der diesjährige Weltwassertag stand deshalb im Zeichen des Wassers und des Klimawandels. Da das Jahr 2020 ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz ist, kommt dieser Schwerpunkt zur rechten Zeit. «Wasser ist das primäre Medium, über das wir die Auswirkungen von Klimastörungen wahrnehmen, von extremen Wetterereignissen wie Dürren und Überschwemmungen bis hin zum Abschmelzen der Gletscher, der Salzwasserintrusion und dem Anstieg des Meeresspiegels», führte Guterres aus.

Konkurrenz um Wasserressourcen

Die globale Erwärmung und die nicht nachhaltige Nutzung würden eine noch nie dagewesene Konkurrenz um die Wasserressourcen schaffen und zur Vertreibung von Millionen von Menschen führen. Dies wird sich negativ auf Gesundheit und Produktivität auswirken und als Bedrohungsmultiplikator für Instabilität und Konflikte wirken. «Die Lösung ist klar», meinte der UN-Generalsekretär. «Wir müssen dringend die Investitionen in gesunde Wassereinzugsgebiete und die Wasserinfrastruktur erhöhen und die Effizienz der Wassernutzung drastisch verbessern. Wir müssen auf allen Ebenen der Wasserwirtschaft Klimarisiken vorhersehen und darauf reagieren. Wir müssen dringend die Anstrengungen verstärken, um die Widerstandsfähigkeit und die Anpassung für die von der Klimazerstörung betroffenen Menschen zu stärken. Und vor allem müssen wir dieses Jahr und die Konferenz in Glasgow nutzen, um die Emissionskurve zu verbiegen und eine sichere Grundlage für die Nachhaltigkeit der Wassernutzung zu schaffen.»

Am Weltwassertag habe jeder eine Rolle zu spielen. «Ich rufe alle Interessengruppen auf, den Klimaschutz zu verstärken und in robuste Anpassungsmassnahmen für eine nachhaltige Wasserversorgung zu investieren», sagte António Guterres abschliessend: «Durch die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius wird die Welt viel besser in der Lage sein, die Wasserkrise, mit der wir neben der Corona-Pandemie momentan alle konfrontiert sind, zu bewältigen und zu lösen.»

Wasserverbrauch steigt pro Jahr um ein Prozent

Der weltweite Wasserverbrauch sei heute sechs Mal so hoch wie noch vor 100 Jahren, so der am Weltwassertag veröffentlichte Bericht weiter. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten führten dazu, dass der Wasserverbrauch weiter um etwa 1 Prozent pro Jahr ansteige. Bis zu 90 Prozent aller Abwässer weltweit würden unbehandelt abgelassen und belasteten Umwelt und Trinkwasservorräte. Der Klimawandel verschärfe diese ohnehin schon prekäre Lage.

Gleichzeitig wirke jedoch nachhaltiges Wassermanagement dem Klimawandel positiv entgegen, so die UNO. «Wir reden oft über Wassermangel und drohende Wasserkonflikte, aber zu wenig darüber, dass Wasser Teil der Lösung der Klimakrise ist», erklärte zudem das Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission, Ulla Burchardt. Die Abwasseraufbereitung könne beispielsweise Treibhausgase reduzieren und zur Energiegewinnung genutzt werden. Ulla Burchardt forderte, Wasser effizienter zu nutzen, Verschwendung zu vermeiden und die Landwirtschaft an die Doppelherausforderung Wasser- und Klimakrise anzupassen. 

Der Klimawandel verstärkt laut dem Bericht aufgrund von häufigeren und extremeren Wetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregenfällen den Wasserstress in verschiedenen Regionen. Höhere Wassertemperaturen und weniger gelöster Sauerstoff führten ausserdem dazu, dass Flüsse und Seen sich weniger gut selbst reinigen könnten und krankheitserregende Verunreinigungen und Schadstoffkonzentrationen zunähmen. Die Vereinten Nationen forderten, die Bedeutung von Wasser in den Verhandlungen über Klimapolitik stärker zu berücksichtigen. Das könne auch dazu beitragen, die globalen Nachhaltigskeitsziele zu erreichen.

 

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