Mitte Januar hat das Forum Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (scnat) einen Bericht zur Biodiversität veröffentlich. Die Publikation mit dem Titel «Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten» hält fest, dass die Landschaftszerschneidung zwischen 2014 und 2020 um 7% zugenommen und die Lichtverschmutzung sich zwischen 1994 und 2020 verdoppelt hat. Demgegenüber haben die menschenverursachten Stickstoffeinträge über die Luft seit 1990 zwar abgenommen, doch gelange immer noch zu viel Stickstoff in zahlreiche Lebensräume. Wegen den zahlreichen negativen Einflüssen seien mehr als ein Drittel aller Arten (35%) in der Schweiz weiterhin gefährdet und die Artengemeinschaften würden sich immer ähnlicher.
Positiv hingegen ist, so die scnat, dass sich nach den starken Verlusten im letzten Jahrhundert der Rückgang der Biodiversität in den letzten Jahren teilweise verlangsamt hat. Das Niveau bleibe jedoch tief. So sei in Gewässern, im Siedlungsraum und im Landwirtschaftsgebiet in den Tal- bis unteren Bergzonen der Zustand der Biodiversität nach wie vor «schlecht». Im Wald habe sich der Zustand auf «mittel» verbessert. Hingegen sei in den oberen Bergzonen des Landwirtschaftsgebiets der Zustand von «gut» auf «mittel» zurückgegangen. Nach wie vor als «gut» wird der Zustand der Biodiversität in alpinen Lagen oberhalb der Waldgrenze eingestuft.
Die Bestände gewisser Arten (insbesondere wärmeliebende, mobile und bereits häufige Arten) entwickeln sich positiv, so die scnat im Bericht. Zudem konnten mehrere grosse Tierarten wie Reh und Biber die Gebiete, aus denen sie verschwunden sind, wieder besiedeln.
Die Fördermassnahmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und vielen weiteren Engagierten zeigen gemäss scnat messbare Wirkung, meist lokal oder regional, teils sogar national. Damit sich der Zustand der Biodiversität insgesamt verbessern kann, müssen laut dem Bericht bestehende Gesetze konsequenter vollzogen, Programme ausgebaut und mit anderen Politikbereichen besser abgestimmt werden. Die Gesellschaft sei darauf angewiesen, dass im Dialog gemeinsame, funktionierende Lösungen gefunden werden.
Onlineversion Bericht «Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten»
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