Anlässlich zum internationalen Tag des Wassers hat die Stadt St. Gallen laut einer Medienmitteilung eine «umfassende Wasserbilanz des Siedlungsgebiets» vorgelegt. Grundlage für die Analyse seien Daten aus der Trinkwasserversorgung, der Abwasserreinigung, meteorologische Messungen und Abschätzungen. Laut der Mitteilung zeige sich, dass die Trinkwasserversorgung und Abwasserreinigung auf hohem Niveau arbeiten, aber beim Umgang mit Regenwasser bestünde noch Handlungsbedarf.
Die mit Abstand grösste Wassermenge stamme aus dem Niederschlag, so die Stadt St.Gallen. Die Regenmenge, die jährlich auf die Siedlungsfläche der Stadt St.Gallen falle, beträgt 24,6 Mio. Kubikmeter und entspreche der Füllung von 10 000 olympischen Schwimmbecken. Ein Teil dieses Wassers verdunste oder versickere. Fast ein Drittel gelange aber in die Kanalisation, was bei starkem Regen problematisch werde.
Rund 2,2 Millionen Kubikmeter verdünntes Mischabwasser gelange jedes Jahr in die Gewässer, weil Regen- und Abwasser gemeinsam in die Kanalisation fliesse und das System bei grossen Regenmengen entlastet werden müsse. Normalerweise schützten die Kläranlagen mit ihrer hohen Reinigungsleistung die Gewässer effektiv. Bei Starkregen werde das aus der Kanalisation entlastete Abwasser allenfalls grob gereinigt.
«Langfristig soll darum mehr Regenwasser dort zurückgehalten werden, wo es anfällt. Dies kann etwa durch Versickerungsflächen, Grünräume oder getrennte Entwässerungssysteme erreicht werden», schreibt die Stadt weiter. Diese Ansätze seien Teil der sogenannten «Schwammstadt»: Eine solche speichere Regenwasser, lasse es versickern oder verdunsten, anstatt es möglichst schnell in die Kanalisation abzuleiten. Ausserdem würden dezentrale Rückhaltebecken helfen, die Gewässer vor Entlastungen bei Regenwetter besser zu schützen. Laut Medienmitteilung sind im ehemaligen Kino Rex ein solches Becken gebaut und weitere auf dem Marktplatz und im Kantonsschulpark geplant worden.
Ein weiteres Problem ist laut Analyse, dass zu viel sauberes Wasser in die Kanalisation gelangt. Über undichte Leitungen oder Drainagen würden jedes Jahr rund 1,7 Mllionen Kubikmeter in der Kanalisation landen und damit werde dieses Wasser in den Kläranlagen unnötig mitgereinigt.
Die Analyse zeige gleichzeitig, dass zentrale Teile des Systems sehr effizient funktionieren. Jährlich würden 6,4 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Bodensee zu Trinkwasser aufbereitet und über das städtische Leitungsnetz verteilt. Laut der Stadt St.Gallen gehen dabei weniger als zwei Prozent verloren.
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