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07. April 2026

Fernwärme Lausanne

Grünes Licht für neue Wärmeproduktionsanlage in Ouchy

Im Rahmen ihres Klimaplans wird die Stadt Lausanne ihr Fernwärmenetz mit einer neuen Anlage in Ouchy erweitern. Dort sollen vier Grosswärmepumpen mit Wasser aus dem Genfersee Wärme in der Grössenordnung von 20 MW Gesamtleistung bereitstellen. Damit können rund 5000 Haushalte mit erneuerbarer Wärme beheizt werden. Die Bauarbeiten sollen im Mai 2026 starten.

Zur Beheizung des südlichen Stadtteils ist in Ouchy ein neues Wärmekraftwerk geplant. Es soll mit Seewasser betrieben und bis 2029 an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, das derzeit zwischen dem Bahnhof und dem See gebaut wird. Nach mehr als drei Jahren Planungsphase soll im Mai 2026 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Anlage soll aus vier Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 20 MW bestehen und die Beheizung von rund 5000 Haushalten im Süden der Stadt ermöglichen. Nicht zuletzt soll die Anlage die Fernkühlung grosser Gewerbegebäude ermöglichen, wobei die Trassenführung noch in Abhängigkeit von den Grossabnehmern festgelegt wird.

Wärme aus Seewasser

Die Wärmepumpen werden mit Seewasser gespeist, das etwa 600 Meter vor der Küste von Ouchy entnommen wird. An dieser Stelle gewährleistet die Wassertiefe von 45 Metern das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 8 °C. Nach der Nutzung wird das Wasser mit der Temperatur von 5 °C wieder in den See geleitet. Ein Umweltverträglichkeitsbericht wurde dem Kanton und den Umweltschutzorganisationen vorgelegt.

Am Seeufer beim Parkplatz Bellerive

Die Pumpstation werde am Seeufer zwischen dem Parkplatz Bellerive und der Sagrave errichtet. Um die Seeufer zu schonen, wird sie vollständig unter dem derzeitigen Parkplatz für Reisebusse sowie unter dem Gebäude, in dem sich unter anderem die öffentlichen Toiletten befinden, verlegt. Diese Bereiche werden für die Dauer der Bauarbeiten abgerissen und nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2029 wieder aufgebaut.

Bis 2035 zu 100 Prozent erneuerbare Wärme

Das Fernwärmenetz von Lausanne deckt derzeit fast 30 Prozent des Wärmebedarfs der Stadt und verfügt über einen Energiemix, der zu 60 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht. Um das im Klimaplan vorgesehene Ziel einer Deckung von 75 Prozent bis 2050 und einer 100-prozentigen Deckung aus erneuerbaren Energien bis 2035 zu erreichen, hat die Stadt Lausanne beschlossen, mehr als eine Milliarde Franken in den Ausbau des Fernwärmenetzes und den Bau neuer Infrastrukturen zur lokalen und erneuerbaren Wärmeerzeugung zu investieren.

Quelle und weitere Informationen

Medienmitteilung der Stadt Lausanne

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