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13. Juli 2026

Energie

Gasspeicher dürften mit tiefer Auslastung in den Winter gehen

Die europäischen Gasspeicher sind aktuell deutlich weniger gefüllt als sonst zu dieser Jahreszeit. Bis zum Winter dürfte der Rückstand laut Experten nicht mehr behoben werden. Aufgrund der hohen Gaspreise, auch im Sommer, verändert sich zunehmend der Zyklus in der Gasbeschaffung.

Momentan sind die Gasspeicher in der EU zu 50,9 Prozent gefüllt, wie aus Daten des Branchenverbands «Gas Infrastructure Europe» hervorgeht. Der Füllstand bewegt sich damit unter dem langjährigen Durchschnitt: In den vergangenen zehn Jahren betrug dieser zum selben Zeitpunkt 66,0 Prozent. Da die Schweiz keine kommerziell betriebenen Gasspeicher hat, ist sie von den Reserven anderer Länder abhängig. In Deutschland stehen die grössten Speicher, die rund 17 Prozent der gesamten Kapazität in Europa abdecken. Dahinter folgen Italien, die Niederlande und Frankreich.

«Die Füllstände der europäischen Gasspeicher sind sehr tief, und sie dürften auch mit geringen Niveaus in den Winter hineingehen», sagt Andy Sommer vom Schweizer Energiekonzern Axpo zur Nachrichtenagentur AWP. Er schätzt, dass sie bis Oktober/November auf grob 70 bis 75 Prozent ansteigen. Normal seien eher 85 bis 90 Prozent.

Das wären Werte am tiefen Ende der historischen Bandbreite. Zwar würde er nicht von einer «kritischen» Situation sprechen, doch es handelt sich um ein Niveau, das das System anfälliger gegenüber Schocks mache - insbesondere, wenn der Winter kalt wird.

Geschäftsmodell Gasspeicherung

Die Gasspeicherung war bis dato attraktiv, weil die Preise für Erdgas im Sommer in der Regel tiefer sind, und es sich dann lohnt, einzuspeichern und im Winter zu höheren Preisen wieder zu verkaufen. Jetzt seien wegen des Kriegs im Nahen Osten und wegen des Wegfalls der Flüssiggaslieferungen (LNG) aus Katar die Gaspreise seit dem Frühling auch in Europa deutlich höher als in anderen Jahren, heisst es dazu von der Zuger MET Group. Asien zahlt für das Gas aus Katar nach dem Wegfall der LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten höhere Preise als Europa.

Gasmarkt verändert sich

Das Geschäftsmodell der Gasspeicherbetreiber greife also nicht mehr im selben Masse wie früher. Die europäischen Marktteilnehmer würden derzeit darauf spekulieren, noch später im Sommer vermehrt Gas einspeichern zu können, so MET.

Dennoch seien die Füllstände der Gasspeicher in den vergangenen Wochen langsam, aber stetig angestiegen. Und ein akutes Versorgungsproblem bestehe derzeit nicht. Europa könne auch in der kalten Jahreszeit, dank der in den vergangenen Jahren ausgebauten Infrastruktur mit Flüssiggas versorgt werden.

Kritisch werde die Versorgungslage in Europa erst, wenn im Winter gleichzeitig Kälte, eine hohe Nachfrage und eingeschränkte Importmöglichkeiten respektive Lieferschwierigkeiten auftreten sollten. Klar sei aber: Europa ist beim Flüssiggas von der Lage auf dem Weltmarkt abhängig. Es werde daher auch in Zukunft immer wieder Situationen geben, wo Europa mit Asien um dieselben LNG-Mengen konkurrieren werde, heisst es von MET.

Quelle

sda

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