Prozesswärme, wie sie in den Bereichen Lebensmittelproduktion, Chemie und Pharma nötig ist, ist heute auf fossile Brennstoffe wie Gas angewiesen. Um die Dekarbonisierung des Sektors voranzutreiben, könnten industrielle Wärmepumpen, die Temperaturen bis zu 200 Grad erzeugen können, eine Option sein. Industriewärmepumpen sind verglichen mit Haushaltswärmepumpen deutlich komplexer. Nicht nur sind viel höhere Temperaturen erforderlich, es braucht auch mehr Flexibilität bezüglich Temperaturspreizungen. Um eine solche Flexibilität zu ermöglichen, forscht das IES (Institut für Energiesysteme) der OST in einem Projekt zusammen mit einem Team der ETH Zürich an Kältemittelgemischen. Unterschiedliche Kältemittel (trotz gleicher Hardware-Komponenten) könnten unterschiedliche Betriebsbedingungen abdecken.
Laut einer Mitteilung des OST wurde am Institut für Energiesysteme eine Modellanlage aufgebaut und verschiedene Mischungen wurden experimentell analysiert. «Wir konnten belegen, dass die Gemische die Wärmepumpen flexibler und effizienter machen und sogar die benötigte Anlagengrösse verkleinern können», sagt Leon Brendel, der am IES Institut für Energiesysteme der OST in Buchs arbeitet. Die Scheco AG, Herstellerin von Wärmepumpen aus Winterthur und Industriepartner im Projekt, ist durch die Tests überzeugt, so die OST. Scheco werde die Erkenntnisse aus der Forschung in die nächste Generation von Industriewärmepumpen einfliessen lassen. Ausserdem plane die Firma Lindt & Sprüngli AG in Kilchberg bereits den Bau einer solchen Pilotanlage.
Projektseite auf der Website des Schweizerischen Nationalfonds
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