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28. Oktober 2026

Schadstoffe im Wasser

Deutsche Initiative für biozidarme Baumaterialien gestartet

Umweltschädliche Spurenstoffe können durch Regen aus Fassaden- und Dachmaterialien ausgewaschen und in Gewässer sowie ins Grundwasser eingetragen werden. Eine neue Initiative in Deutschland will für das Problem sensibilisieren, über Möglichkeiten zur Vermeidung solcher Schadstoffeinträge informieren und damit die Schadstoffeinträge in die Umwelt reduzieren.

Niederschlagswasser ist oft mit Schadstoffen belastet, die aus Baumaterialien herausgelöst wurden. Selbst in niedrigen Konzentrationen können solche Stoffe die Natur und die Trinkwassergewinnung beeinträchtigen. Daher haben sich in Deutschland zwölf Verbände und Stiftungen unter der Koordination des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zusammengefunden und am 22. Oktober eine Erklärung veröffentlicht, in der sie dazu aufrufen, solche Spurenstoffeinträge bereits an der Quelle zu verringern.

Handlungsoptionen vorhanden, Bewusstsein zu wenig ausgeprägt

Das Fraunhofer ISI weist in seiner Medienmitteilung darauf hin, dass zwar Handlungsoptionen für weniger Schadstoffe im Wasser in der Baubranche bereits bestehen, doch sei im Moment das gesellschaftliche Bewusstsein für ihre Notwendigkeit zu klein. Im Kontext einer wasserbewussten Stadtentwicklung setzt sich die Initiative deswegen dafür ein, dass Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sensibilisiert werden und gemeinsam an der Umsetzung mitwirken können.

Die Initiative wurde im Rahmen des Projektes «Transformation und Zero Pollution durch Dialog? Minderung von Stoffeinträgen in Gewässer durch freiwillige Maßnahmen (TRAFO)» durch das Fraunhofer ISI vorbereitet und angestossen.

Beispiele zur Verringerung der Schadstoffeinträge aus Baumaterialien

Laut der Erklärung ist ein einfaches Beispiel der Einsatz von mineralischen Putzen und Farben bzw. Produkten ohne chemischen Filmschutz anstelle von biozidhaltigen Anstrichen. Schadstoffhaltige Dachdichtungsbahnen könnten durch solche ohne chemische Schutzschichten ersetzt werden, die keine umweltgefährdenden Stoffe freisetzen.

Auch die Konstruktionsweise kann eine Rolle spielen, heisst es in der Medienmitteilung: So können beispielsweise grössere Dachvorsprünge oder begrünte Fassaden dafür sorgen, dass Materialien weniger stark der Witterung ausgesetzt sind und damit weniger Emissionen verursachen. Die sogenannte Verkapselung, bei der aktive Wirkstoffe in eine schützende Hülle eingebettet werden, kann ebenfalls die Auswaschung von Spurenstoffen verringern. Der Einsatz gut abbaubarer Wirkstoffe wiederum kann die ökologischen Auswirkungen von Bioziden reduzieren.

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