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05. Januar 2018

Porträt

ARA Glarnerland

Das erste Gewässerschutzgesetz von 1957 führte schweizweit zum Bau von Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Seitdem wurde deren Ausbaugrad stetig verbessert. Nun steht für rund 100 ARA der nächste Ausbauschritt an: die Aufrüstung für die Elimination von Mikroverunreinigungen. Wie gehen die Schweizer ARA diese und andere neue Herausforderungen an? In ARA-Kurzporträts werden hier die vielfältigen Vorgehensweisen vorgestellt. Die in den 70er-Jahren für Kohlenstoffabbau konzipierte ARA Glarnerland sieht sich nach diversen Optimierungsmassnahmen in den vergangenen Jahren mit drei Herausforderungen für die nahe Zukunft konfrontiert: Erweiterung um die 4. Reinigungsstufe, Vergrösserung des Einzugsgebiets und Rückgewinnung von Phosphor.

Die ARA Glarnerland wurde Anfang der 70er-Jahre geplant und gebaut – damals noch für den Bereich Glarner Mittel- und Unterland. Schnell erkannte man die zentrale Lage der ARA Glarnerland. So wurde erst das Glarner Grosstal angeschlossen, nach und nach folgten die St. Galler Gemeinden Amden, Weesen und Schänis, 2016 kam auch das Sernftal neu hinzu.
Ursprünglich wurde die ARA vor allem für den Kohlenstoffabbau dimensioniert. In der Region war damals noch die Textilindustrie dominant, die sich aber in den Folgejahren mehr und mehr reduziert hat. Dieser Umstand hat in den 90er-Jahren dazu geführt, dass für die Stickstoff- und Phosphorelimination keine neuen Beckenvolumina errichtet werden mussten.
Die vier Biologiebecken werden für den C- und N-Abbau intermittierend betrieben. Die Eisendosierung zur P-Elimination erfolgt simultan in die Biologiebecken. Aber es gab immer wieder Schwierigkeiten mit sehr hohen Schlammindizes und Schlammabtrieb. Als eine erste Massnahme wurden die Nachklärbecken in den Jahren 2011/2012 von quer- auf längsdurchströmt umgebaut. Dieses hat die gesamten unfiltrierten Stoffe (GUS) im Ablauf deutlich minimiert. Um auch den Schlammindex zu reduzieren, wird seit 2009 der Überschussschlamm über einen Hydrozyklon abgezogen. In diversen Versuchen wurde dieses optimiert. Insgesamt hat sich durch das Rückhalten der schweren Schlammfraktion in der Biologie mit den Zyklonen der Schlammindex deutlich reduziert.
Umfangreiche Untersuchungen durch die Eawag konnten nicht nur die verbesserten Absetzeigenschaften, sondern auch eine um rund 50–60% gestiegene Stickstoffelimination bestätigen. Damit konnte bei den aktuell anstehenden Sanierungs- und Erweiterungsmassnahmen die Kapazität der ARA von 70 000 auf neu 105 000 Einwohnerwerte ohne zusätzliches Beckenvolumen erreicht werden.
Bei der Schlammbehandlung wird die Verfahrenstechnik belassen. Der anfallende Klärschlamm wird getrocknet und in die Zementindustrie abgegeben.

Kennzahlen
Angeschlossene Einwohner   ca. 45'000
Ausbaugrösse in EW künftig 105'000
Mittlere Belastung CSB, in EW 64'000
Abwasseranfall m3/a 7'500'000
Klärschlammanfall (inkl. Fremdschlämme) t TR/a 2300
Klärgasanfall (Annahme von Co-Substrat) Nm3/a 900'000
Stromverbrauch GWh/a 2,4
Stromproduktion GWh/a 1,8
Länge Leitungsnetz km 48
Künftige Herausforderungen

A) Die laufende Sanierung der ARA bis Ende 2019 und der Bau der 4. Reinigungsstufe. Für Letztere ist eine Kombination von Ozonung und GAK-Filter geplant. Zur Bestätigung dieser Verfahrenskombination wird für den Zeitraum von drei Jahren eine Pilotanlage betrieben. Die 4. Reinigungsstufe soll dann bis Ende 2022 in Betrieb sein.
B) Das Einzugsgebiet wird sich wohl auch noch vergrössern. Der Bereich Walensee soll mit an die ARA Glarnerland angeschlossen werden.
C) Die P-Rückgewinnung wird eines der nächsten grossen Themen sein. An kantonsübergreifenden Lösungen wird gearbeitet.

Ohne Anpassungen geht es nicht

Um sämtliche Herausforderungen zu bewältigen, wird es sowohl strukturelle Anpassungen in der Organisation als auch beim Personalbedarf geben.

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