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02. November 2026

Prolog

Gasversorgung: Reicht Hoffnung als Strategie?

Die geopolitischen Ereignisse seit 2022 stellten einen tiefgreifenden Einschnitt in der Geschichte der europäischen Gasversorgung dar. Die wegfallenden russischen Lieferungen konnten zu einem grossen Teil durch zusätzliche LNG-Importe sowie den raschen Ausbau der LNG-Infrastruktur kompensiert werden. Damit schien die Gasversorgung Europas wieder berechenbar.

Heute wissen wir: zumindest fĂĽr den anstehenden Winter ist sie das nur bedingt. Denn fĂĽr Versorgungssicherheit unter diesen neuen Bedingungen braucht es noch ein zweites Element: gut gefĂĽllte Gasspeicher. Diese mĂĽssen im Sommer gefĂĽllt werden, so dass ausreichend Entnahmeleistung bei Winterverbrauchsspitzen zur VerfĂĽgung steht.

Bereits im Februar 2026 erreichten die europäischen Gasspeicher ein tiefes Niveau. Viele Marktbeobachter gingen aufgrund des anhaltend hohen LNG-Angebots von mittel- bis langfristig sinkenden Gaspreisen und einer Entspannung der Versorgungslage aus. Doch die Rahmenbedingungen veränderten sich wiederum. Zusätzliche geopolitische Spannungen sowie Unsicherheiten im internationalen Seeverkehr führten zu einer erhöhten Volatilität an den Energiemärkten.

Die Erwartung einer Marktberuhigung hatten zur Folge, dass vielerorts keine zusätzlichen Anreize zur Speicherbefüllung geschaffen wurden. Es wurde vielmehr angenommen, dass die bestehenden Marktmechanismen eine ausreichende Befüllung sicherten. Tatsächlich liegen jedoch die aktuellen Speicherstände in mehreren europäischen Ländern unter den Erwartungen. Insbesondere Deutschland geht mit tiefen Füllständen in den bevorstehenden Winter. Ob diese ausreichend sind, lässt sich erst im Verlauf der Heizperiode beurteilen.

Offizielle Einschätzungen gehen davon aus, dass sich die angespannte Versorgungslage zunächst primär in höheren Marktpreisen niederschlagen wird. Die Schweiz verfügt über weitere Instrumente zur Unterstützung der Versorgungssicherheit: 15 Prozent des durchschnittlichen Verbrauchs sind wie in den Vorjahren eingespeichert und über die sogenannte ITA.SWAPtion können zusätzliche Gasmengen aus Frankreich gedeckt werden.

Auch wenn die bekannten Herausforderungen weiterhin bestehen, erzielten Europa und die Schweiz seit der Energiekrise wichtige Fortschritte. Neben einer diversifizierten Beschaffung gewinnen internationale Kooperationen, Speicherkapazitäten und der Schutz kritischer Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung für eine widerstandsfähigen Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund kommt einer leistungsfähigen und resilienten Transportinfrastruktur eine zentrale Bedeutung zu. Mit dem sicheren und zuverlässigen Betrieb ihrer Infrastruktur leistet Transitgas einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz und ihrer Nachbarländer.

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