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03. Juli 2026

Prolog

Ein ganzheitlicher Ansatz drängt sich auf

Die Entwicklungen im Bereich der Trinkwasserressourcen geben zunehmend Anlass zur Sorge, sowohl hinsichtlich der Menge als auch der Qualität. Wir müssen gar nicht allzu weit zurückblicken: Die Erinnerung an Chlorothalonil und seine Abbauprodukte ist nach wie vor präsent. Auch die umfangreiche Gruppe der PFAS und TFA sowie jüngst das 1,2,4-Triazol im Genfersee haben nichts an Aktualität eingebüsst. Gleichzeitig schwanken die verfügbaren Mengen stärker und erfordern Kompromisse bei der Nutzung, was mitunter zu Nutzungskonflikten führt.

Diese Probleme, die nicht unbedingt neu sind, aber immer zahlreicher werden, erfordern von den Trinkwasserversorgern eine hohe Anpassungsfähigkeit. Nicht alle verfügen jedoch über die notwendigen Mittel, um sich ein detailliertes Bild ihrer Wasserressourcen zu verschaffen. Das ist jedoch unerlässlich, um aufkommende Probleme frühzeitig zu erkennen und diese vorausschauend angehen zu können.
Hinzu kommen die bereits gut dokumentierten Auswirkungen des Klimawandels: Trockenere Sommer mit längeren niederschlagsfreien Perioden, die zu Problemen bei der Wasserverfügbarkeit und -speicherung führen – insbesondere in Regionen ohne natürliche Wasserreservoirs –, stehen Starkniederschlägen gegenüber, die zeitlich nicht mit dem Bedarf zusammenfallen und vereinzelt die Wasserqualität beeinträchtigen können. Der Wasserkreislauf, der in der Schweiz historisch betrachtet relativ stabil war, wird durch die Zunahme dieser Extreme erheblich gestört.

Angesichts dieser Herausforderungen ist ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der alle Beteiligten einbezieht. Der Bund, die Kantone und der SVGW widmen sich diesem Thema bereits seit mehreren Jahren, wie die Schwerpunkte der letzten Ausgaben zeigen. Die Beiträge in dieser Ausgabe erinnern daran, wie wichtig es ist, die Aquifere besser zu verstehen, die Entwicklung der Wasserqualität zu überwachen, gesetzliche Änderungen einzubeziehen, die Rolle der Gebäudeinstallationen zu berücksichtigen und Fragestellungen auf regionaler Ebene zu betrachten, insbesondere im Hinblick auf die Planung zur Sicherstellung der Verfügbarkeit von zusätzlichem Wasser oder Notwasservorräten. All diese Denkanstösse können den Trinkwasserversorgern in ihrem jeweiligen Kontext als Anregung für weitere Überlegungen dienen.

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