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28. September 2023

Presseschau

Themen des Monats

Was gab in den letzten Wochen in den Medien zu reden? Einmal im Monat präsentieren wir an dieser Stelle die für die Versorgungsbranchen relevantesten Berichte aus Zeitungen, Radio und Fernsehen.

Luzern kämpft gegen Gewässerverschmutzung

Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, will die Luzerner Dienststelle für Landwirtschaft und Wald mit Massnahmen gegen den unsachgemässen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln (PSM) vorgehen, da nach wie vor PSM in Fliessgewässern nachgewiesen würden. Obwohl die Einträge hauptsächlich aus der Landwirtschaft stammen, wird im Artikel auch die private Anwendung von PSM erwähnt und darauf hingewiesen, dass die meisten Verstösse gegen Anwendungsregeln nicht von landwirtschaftlichen Anwendungen ausgingen. Allerdings werden in der Landwirtschaft deutlich grössere Mengen eingesetzt, weswegen die Auswirkungen auf die Umwelt entsprechend grösser sind. Konkret geht es bei den Massnahmen um die Entsorgung der PSM – beispielsweise beim Reinigen von mit PSM verunreinigten Geräten. Dabei gelangen immer noch grössere Mengen, beispielsweise über Schächte, in die Gewässer. Als erste Massnahmen setzt Luzern auf Subventionen und Aufklärung. So sollen Landwirtinnen und Landwirte eine Pauschale erhalten, wenn sie offene oder defekte Schachtdeckel mit funktionstüchtigen, geschlossenen Exemplaren ersetzen. Ausserdem will man mit den PSM-Anwenderinnen und -Anwendern «die gemessenen PSM-Einträge erörtern und sie dadurch im risikoreduzierten Umgang befähigen».

Quelle: Luzerner Zeitung, 05.09.2023

 

Fische in der Schweiz mit PFAS belastet

Die Sendung «Kassensturz» hat die PFAS-Belastung in Schweizer Fischen untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass sich in allen untersuchten Fischen Spuren von PFAS nachweisbar waren. Teilweise überschritten die gemessenen Konzentrationen sogar den in der EU geltenden Höchstwert. Im «Kassensturz»-Studio kam u. a. Martin Scheringer, Umweltchemiker an der ETH Zürich, zu Wort. Er sprach sich für ein möglichst rasches Verbot der gesamten Stoffgruppe aus, da diese Stoffe toxisch seien und in der Umwelt praktisch nicht abgebaut würden. Daher sollten sie so rasch wie möglich ersetzt werden. Der Schweizer Wirtschaftsverband scienceindustries, der die Interessen der chemisch-pharmazeutischen Industrie vertritt, nahm im «Kassensturz» lediglich schriftlich zu einem PFAS-Verbot Stellung. Gemäss sciencindustries seien PFAS «für ein modernes Leben unverzichtbar». Da niemand vom Verband persönlich vor Ort war, blieb leider offen, was ein «modernes Leben» genau ausmacht und worauf ohne PFAS verzichtet werden müsste.

Quelle: SRF - Kassensturz, 19.09.2023

 

 

Wassermangel wegen Katzenvideos

Ob Excel-Files, Ferienbilder oder Katzenvideos – die Inhalte, die wir im Internet finden, werden von Rechenzentren auf unsere Bildschirme geladen. Wie der «Tages-Anzeiger» ausführt, benötigt ein grosses Rechenzentrum dafür etwa gleich viel Strom wie eine Kleinstadt. Nun kristallisiere sich aber ein weiteres Problem heraus: Da Rechenzentren viel Wärme produzieren, müssen sie gekühlt werden. Dafür werde oft Wasser verwendet. So rechne der Meta-Konzern für ein geplantes Rechenzentrum in Spanien mit einem Wasserverbrauch von 665 Millionen Liter pro Jahr. Dagegen hat sich Widerstand gebildet. Eine Sprecherin der Gegnerschaft des Rechenzentrums sagt dazu, dass viele nicht wüssten, wie viel Wasser benötigt werde, um ein Katzenvideo anzusehen. Die Abwärme der Rechenzentren biete aber auch Potenzial. Sie kann beispielsweise in Fernwärmenetzen eingesetzt werden, um Immobilien zu beheizen. Gemäss dem «Tages-Anzeiger» würden, Stand heute, allerdings erst 20 bis 40 Prozent der Rechenzentren in der Schweiz die Abwärme nutzen. Wie viel Wasser das Anschauen eines Katzenvideo nun aber genau benötigt, beantwortet der Beitrag allerdings nicht.

Quelle: Tages-Anzeiger, 28.08.2023

 

Power-to-X hat «riesiges Potenzial»

Der «Blick» spricht im Kontext des Mantelerlasses zum Energieversorgungsgesetz mit Nationalrat Martin Bäumle von der Grünliberale Partei (GLP) über die Energiezukunft im Allgemeinen und die Winterstromlücke im Speziellen. Gemäss Bäumle müsse sich die Schweiz jetzt als Industriestandort für Power-to-X-Technologien etablieren. Interessant dabei ist, dass die GLP konsequent von Power-to-X spricht, wenn es um erneuerbare Gase wie Biomethan, E-Fuels oder Wasserstoff geht. Auch GLP-Präsident Jürg Grossen spricht in seinem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» von «Power-to-X». Der Begriff ist relativ neu und scheint weniger belastet als der Begriff «Gas», bei dem die meisten primär an fossiles Erdgas denken. «Power-to-X» hat als Schlagwort zudem den Vorteil, dass es auch erneuerbare flüssige Treibstoffe – sogenannte ­E-Fuels – einschliesst. Der Nachteil ist, dass der Begriff wenig bekannt ist und daher zuerst erklärt werden muss. Bei dieser Gelegenheit lässt sich aber bestens auf die Winterstromlücke hinweisen. Sollte der Anteil an Solar- und Windkraft wie geplant ansteigen, stellt sich die Frage, wie die Energie für den Winter gespeichert werden kann. Hier bieten sich erneuerbare Gase und E-Fuels als Speichermedien an, wie der «Blick» ausführt. Mit überschüssigem Strom, der vor allem in den Sommermonaten anfällt, könne beispielsweise Wasserstoff produziert und gespeichert werden. Wird der Strom im Winter gebraucht, könne der Wasserstoff wieder in elektrische Energie umgewandelt werden.

Quelle: Blick, 04.09.2023

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