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27. Juli 2026

EurEau

EurEau-EU1 Meeting in Oslo

Am 15. Und 16. Juni traf sich die EU1 (Trinkwasser) der EurEau in Oslo zu ihrem Sommer-Meeting. PFAS, TFA, Pestizid und Nitrat wie auch der Umgang mit diesen Soffen standen im Mittelpunkt der Diskussionen.
Martin Bärtschi 

EurEau informierte über die Tätigkeiten und die Prioritäten der Geschäftsstelle. Aus dem Themenbereich der EU1 zählen aktuell dazu: die Überarbeitung der Trinkwasserrichtlinie, die Nitratrichtlinie, die vereinfachte Zulassung von Pestiziden, die RoHS-Richtlinie respektive die Verlängerung der Ausnahmebewilligung für die Verwendung von quecksilberhaltigen UV-Lampen und die Förderung von Datencentern ohne die Berücksichtigung des damit verbundenen Wasserverbrauchs.

Im Bereich Abwasser mit einem Einfluss auf die Trinkwasserversorgung sind es die Abwasserbehandlungsrichtlinie, die Regulierung von Düngerprodukten und die Kreislaufwirtschaft (Ausbringen von Klärschlamm). Im Themenbereich Recht und Wirtschaft werden aktuell Themen wie Umweltverträglichkeitsprüfungen für Firmen, öffentliches Beschaffungswesen oder die Resilienz von kritischer Infrastruktur bearbeitet.

Die PFAS-Taskforce von EurEau beschäftigt sich zurzeit mit dem ECHA-Vorschlag für eine allgemeine PFAS-Beschränkung sowie einer Studie der Europäischen Kommission zu möglichen Techniken zur PFAS-Entfernung und Zerstörung sowie der erweiterten Herstellerverantwortung zur Finanzierung der Aufbereitung. Aus der Studie geht hervor, dass die Entfernung von einem Gramm PFAS aus dem Trinkwasser bis zu 27'000 Euro kostet und dabei bis zu 21 Tonnen CO2 emittiert werden.

Des Weiteren werden Themen im Bereich Digitalisierung, Resilienz, nachhaltige Finanzierung und Berichterstattung von der Geschäftsstelle bearbeitet. Seit 2017 wird alle fünf Jahre eine statistische Erhebung des europäischen Wassersektors durchgeführt. Ende Juni 2026 publiziert wurde der neuste Bericht «Europe’s Water in Figures -  An overview of the European drinking water and waste water sectors» publiziert. Auch der SVGW hat Zahlen dazu beigesteuert.

Sichere und zuverlässige Wasserversorgung heute und in Zukunft

EurEau möchte eine europaweite Kampagne anstossen zur Förderung von Hahnenwasser. Es muss klar werden, dass überall in Europa das lokale Hahnenwasser der beste, geschmackvollste, erschwinglichste und nachhaltigste Durstlöscher ist.

Die ausgeprägte Trockenheit in Europa in diesem Jahr war ebenfalls ein Thema, in vielen Ländern kam es schon im Mai zu ausserordentlichen Situationen die zu lokaler Wasserknappheit geführt haben. Somit bleibt auch das Thema effiziente Trinkwasserversorgung respektive die Minimierung von Wasserverlusten ein Thema in der EurEau. Wie die Wassereffizienz aber zu messen ist und welche Vorgaben von den Ländern erreicht werden müssen, darüber herrscht grosse Uneinigkeit. So würden z.B. fixe Prozentvorgaben zur Effizienzsteigerung die jetzt schon vorbildlichen Länder benachteiligen.

 

Dauerbrenner: PFAS, TFA, Nitrat und Pestizidmetaboliten

TFA ist ebenfalls ein Thema, das von verschiedenen EU-Stellen bearbeitet wird. Aufgrund der Analyse der in der EU veröffentlichten Dokumente kommen die Experten der EurEau zum Schluss, dass ein Höchstwert für TFA im Trinkwasser bei 10 µg/l oder höher angesetzt werden könnte.

In einem Gastvortrag von Hans Peter Arp vom Norwegischen Geotechnischen Institut zum Thema PFAS und TFA kam klar zum Ausdruck, dass fĂĽr persistente mobile toxische (PMT) Substanzen nur eine konsequente Elimination an der Quelle zu einem griffigen Schutz des Trinkwassers fĂĽhrt. Wenn Aufbereitung zum Einsatz kommen soll, dann am Ort der Entstehung der Emissionen und nicht erst bei der Trinkwasseraufbereitung.

Die WHO hat einen Bericht im Auftrag der EU verfasst zur Beurteilung von Pestizidmetaboliten. Darin wird ein risikobasierter Ansatz vorgeschlagen inklusive der Festlegung von spezifischen Höchstwerten für Metaboliten. In einer weiteren Studie ist die WHO dabei die Gesundheitseffekte von über die Nahrung aufgenommenen PFAS zu untersuchen und versucht daraus Höchstwerte in Lebensmitteln abzuleiten. Beide Berichte liegen als Entwurf vor und werden erst nach einer Konsultation innerhalb der EU-Gremien veröffentlicht.

Im Zusammenhang mit den Pestizidmetaboliten wurden auch die Möglichkeiten der Entfernung dieser aus dem Wasser diskutiert. Nicht nur sind die Kosten einer weitergehenden Aufbereitung erheblich, sondern es ist auch zu berücksichtigen, dass die Umkehrosmose nach heutigem Stand der Technik das technisch Machbare im grossen Massstab darstellt. Lassen sich Stoffe damit nicht abtrennen, stehen derzeit keine weiteren gross-technischen Verfahren zur Verfügung, um diese gezielt aus dem Wasser zu entfernen. Umso wichtiger bleibt die Elimination an der Quelle. Die technischen Aspekte müssen in Zukunft besser in die Position von EurEau eingebunden werden, da die Kostenargumente offenbar zu wenig Wirkung entfalten.

Schliesslich wurde aus Dänemark, dass das Land eine Absenkung des Grenzwerts für Nitrat auf 6 mg/l beschlossen habe. Dies obwohl in gewissen Regionen die aktuelle Nitratbelastung im Grundwasser bei 50 mg/l liegt. Auslöser war eine Studie, die den erhöhten Nitratgehalt mit Krebsfällen korreliert. Wie die Vorgaben umgesetzt werden sollen, ist noch offen. Die anderen Länder lehnen einen solch strengen Höchstwert ab, insbesondere weil die wissenschaftliche Evidenz für den Zusammenhang zwischen dem Krebsrisiko und der Nitratkonzentration im Trinkwasser nicht zweifelsfrei hergestellt werden kann.

Kontaktmaterialien Trinkwasser

EurEau setzt sich dafür ein, dass eine einheitliche Bewertung für Trinkwasserkontaktmaterialien innerhalb Europas etabliert wird. Die aktuellen Anforderungen an vor Ort hergestellte Produkte wie z.B. Beton oder zementöse Beschichtungen verlangen ab dem neuen Jahr eine zusätzliche Prüfung / Zertifizierung dieser einzelnen Applikationen. Dieser Aufwand ist aus Sicht von EurEau (der DVGW teilt diese Sicht) nicht zumutbar. Daher soll darauf hingewirkt werden, dass die Trinkwassertauglichkeit solcher vor Ort hergestellten Produkte nicht mit einer individuellen Prüfung auf der Baustelle nachgewiesen werden muss.

Swiss EurEau Water Summit

Der kommende Swiss EurEau Water Summit von 21. Oktober in Zürich wurde vorgestellt und beworben. Die nächste EU1 Sitzung wir im Rahmen des Kongresses in Zürich stattfinden.

 

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