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06. August 2026

Gebäudetechnik

Legionellen: Wartung und Kontrolle verhindern Erkrankungen

Ein Ausbruch der Legionärskrankheit in Basel hat das Thema wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Legionellen kommen natürlicherweise im Süsswasser vor und können daher grundsätzlich auch in technischen Wassersystemen nachgewiesen werden. Ein bestimmungsgemässer Betrieb mit regelmässigen Kontrollen sowie eine gute Wartung solcher Anlagen sind daher entscheidend, um Ausbrüche wie in Basel zu verhindern.

In Basel kam es innerhalb von rund zwei Wochen zu einem grösseren Ausbruch der Legionärskrankheit. Nach Angaben der Behörden erkrankten bisher 28 Personen, eine Person verstarb. Mehrere Erkrankte mussten im Spital, teils auf Intensivstationen, behandelt werden. Als wahrscheinlichste Infektionsquelle wurde ein wasserbetriebener Kühlturm auf dem Dach eines Gebäudes identifiziert. Das Wasser in der Anlage war mit Legionellen belastet. Über den austretenden Wasserdampf konnten die Bakterien als feine Aerosole verbreitet und von Menschen in der Umgebung eingeatmet werden. Die Anlage wurde inzwischen ausser Betrieb genommen.

Zahlreiche Erkrankungen in der Schweiz

Alle Jahre erkranken in der Schweiz mehrere hundert Personen an der Legionärskrankheit. 2025 wurden in der Schweiz 529 Fälle von Legionärskrankheit gemeldet. Das entspricht einer Melderate von 5,8 Fällen pro 100'000 Einwohner. Die Krankheit wird durch Bakterien der Gattung Legionella verursacht. Eine Infektion erfolgt in der Regel durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen (Aerosole), die Legionellen enthalten. Der Konsum von Trinkwasser, das Legionellen in geringer Konzentration enthalten kann, ist dagegen unbedenklich. Bereits vor dem aktuellen Ausbruch hatten Kontrollen des Basler Kantonslabors wiederholt Probleme mit Legionellen in Wasserinstallationen aufgezeigt. Bei einer Untersuchung öffentlicher Duschen im Jahr 2025 überschritten 20 von 87 Wasserproben die zulässigen Höchstwerte. In einem Alters- und Pflegeheim waren zuvor mehrere Bewohner und eine Mitarbeiterin an Legionellose erkrankt, was umfangreiche Sanierungsmassnahmen am Wassersystem erforderlich machte.

Infektionsquellen

Als potenzielle Infektionsquellen kommen insbesondere folgende technische Systeme in Betracht:

  • Hausinstallationen zur Warmwasserverteilung, aber auch Kaltwasserversorgungen, wenn in den Leitungen die Wassertemperatur über 25 °C steigt (z. B. bei unzureichender Dämmung der Rohrleitungen oder längerer Stagnation des Wassers in den Leitungen)  
  • Rückkühlwerke von lüftungstechnischen Anlagen (Klimaanlagen)  
  • Schwimmbäder/Badebecken, insbesondere Warmsprudelbecken (z.B. Whirlpools) 
  • Luftbefeuchter  
  • sonstige technische Apparate, wie beispielsweise Geräte für die Mundhygiene oder zur Behandlung von Atemwegserkrankungen (z. B. Inhalatoren, Hydrotherapieeinrichtungen, Dentaleinheiten, Mundduschen) sowie gewisse Typen von Luftbefeuchtern im häuslichen Bereich


Folgende weitere potenzielle Infektionsquellen wurden auch schon beschrieben:

  • Autowaschanlagen  
  • Springbrunnen   
  • feuchte Gartenerde oder Kompost


Entscheidend für die Vermehrung von Legionellen in Trinkwasserinstallationen sind die Temperatur des Wassers und seine Verweildauer im Leitungssystem. Ein Faktor, der die Vermehrung ebenfalls begünstigt, ist die Verwendung von Werkstoffen, die Nährstoffe ins Wasser abgeben und zur verstärkten Biofilmbildung führen, wie z. B. Elastomere oder Silikon. Dazu kommt, dass Leitungssysteme mit stagnierendem Wasser mehr gefährdet sind. 

Massnahmen im Bereich Trinkwasser 

Im Bereich der Gebäudetechnik sind neben der fachgerechten Installation von wasserführenden Anlagen auch ein bestimmungsgemässer Betrieb, eine  regelmässige Wartung sowie Kontrollen notwendig, um Ausbrüche wie in Basel zu verhindern. In Trinkwasserinstallationen kann mit wenigen Massnahmen das Risiko einer Erkrankung durch Legionellen auf ein Minimum reduziert werden. Wird beispielsweise das Wasser im Wassererwärmer nach jedem Ladevorgang mindestens auf 60 °C erhitzt, kann die Gefahr einer Infektion mit Legionellen massiv gesenkt werden. Länger nicht benutzte Leitungen, sowohl für Warm‐ als auch für Kaltwasser, sollten vor einer Wasserentnahme mit nachfliessendem Wasser ausgiebig gespült werden. Die Wasserversorgungen stellen eine bakteriologisch einwandfreie Qualität des Trinkwassers bis zum Wasserzähler der Gebäude sicher. Im Gebäude ist die Eigentümerschaft für die Trinkwasserqualität verantwortlich. Mit einer fachgerecht gebauten und betriebenen Trinkwasserinstallation sowie regelmässigen Kontrollen und kontinuierlicher Wartung können Hauseigentümer die Gefahr durch Legionellen auf ein Minimum reduzieren. 

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