Am 2. September fand unter Leitung von Andreas Hirt die zweite technische Sitzung der W-HK dieses Jahres statt. Folgende Themen wurden behandelt:
Im Zuge der Vernehmlassung der revidierten W2 bis Ende August gingen von 20 meldenden Stellen rund 300 Kommentare ein. Diese werden nun noch diskutiert und in die Richtlinie eingearbeitet. Mit ihrer Publikation ist Mitte 2027 zu rechnen. Die Vorgaben der neuen W2 werden anschliessend auch in die W12 («Leitlinie für eine gute Verfahrenspraxis in Trinkwasserversorgungen») übernommen.
Die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung sind in die Richtlinie eingearbeitet worden. Die Verabschiedung durch die W-HK ist im November geplant. Mit der Publikation ist im Frühling 2027 zu rechnen.
Die der Branche am 1. September 2026 an der Fachtagung «Pumpsysteme» in Biel bereits vorgestellte Richtlinie wird von der W-HK zu Händen des Vorstands verabschiedet und tritt voraussichtlich im Oktober in Kraft.
Die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung wurden diskutiert und werden nun noch fertig ins Modell eingearbeitet und übersetzt, bevor die Empfehlung im November der W-HK zur Verabschiedung vorgelegt wird. Die Publikation ist Anfang 2027 geplant.
Die Arbeiten am Datenmodell GWP kommen voran. Es wird das Datenmodell Wasser in planerischer Hinsicht ergänzen.
Einen Schwerpunkt bildeten die geplanten Bildungsangebote auf Stufe der höheren Berufsbildung. Die W-HK diskutierte das vorgesehene Qualifikationsprofil für die Wasserbranche und unterstützte die weitere Ausarbeitung. Sie stimmte dem Variantenvorschlag mit dem Qualifikationsprofil «Projektleiter/in Rohrleitungsnetzbau mit Fachrichtung Trinkwasser» grundsätzlich zu.
In der Diskussion wurde insbesondere die Bedeutung einer spartenübergreifenden Modularisierung hervorgehoben. Die W-HK sprach sich einstimmig dafür aus, die Arbeiten weiterzuführen und eine Branchenumfrage durchzuführen. Die Rückmeldungen sollen anschliessend in die Unterlagen für einen Antrag beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) einfliessen.
Das fluidbot-Projekt (Rohrleitungsinspektionsroboter) ist auf gutem Weg und erfolgt nun auch im Austausch mit DVGW und ÖVGW. Allgemein planen die Partnerverbände, ihre Forschungsaktivitäten wieder stärker untereinander zu koordinieren und so auch die Ressourcen zu bündeln.
Der extreme Sommer 2026 dient als Stresstest für den Masterplan Trockenheit des SVGW. Wichtig ist die Verbesserung der Datengrundlagen zu Wasserdargebot und -verbrauch sowie die Regionalisierung der Wasserversorgungsplanung. Versorger, die 2026 Versorgungsschwierigkeiten hatten, müssen ihre generelle Wasserversorgungsplanung überprüfen.
Im Rahmen effizienter Wassernutzung ist auch das Abstellen der öffentlichen Brunnen kein Tabu mehr.
Die Hitze wirkt sich möglicherweise auch auf die Verbreitung von Legionellen aus: So verzeichnete die Stadt Basel in diesem Sommer 28 Legionellose-Fälle. Als Quelle wurde ein Nasskühlturm identifiziert. Untersuchungen haben zwar ergeben, dass der betreffende Legionellen-Stamm nicht aus dem Verteilnetz stammte, dennoch sollten bei hohen Netztemperaturen öffentliche Brunnen (mit Aerosolbildung) und Vernebler vor Restaurants etc. im Auge behalten werden. Der SVGW verfolgt das Thema zusammen mit Partnerverbänden.
Als Folge des Hitzesommers werden zahlreiche Vorstösse und Initiativen in der Bundespolitik erwartet. Der SVGW beobachtet und begleitet solche Aktivitäten im Rahmen der Interessensvertretung für die Branche.
Um die Wirksamkeit der vom Bund unterstützten 62.a-Projekte zur Reduktion des Nitrateintrags ins Grundwasser zu erhöhen, sollen diese per Gesetz verbindlicher gestaltet werden: Landwirtschaftsflächen, die einmal Teil eines solchen Projekts wurden, sollen künftig darin verbleiben. Seitens Wasserversorger wird befürchtet, dies könnte die Landwirte künftig von einer Teilnahme an diesen Projekten abhalten und sich insofern als kontraproduktiv herausstellen.
Eine BAFU-Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kantonen und des SVGW arbeitet an einem interkantonalen Merkblatt für Bauprojekte im Gewässerschutzbereich (Au). Ziel ist, den Grundwasserstrom nicht übermässig zu reduzieren und stoffliche Beeinträchtigungen des Grundwassers zu vermeiden. Bisher hatte jeder Kanton seine eigene Vollzugspraxis. Begleitet wird das Vorhaben durch eine Studie der Berner Fachhochschule.
Eine Herausforderung stellen insbesondere die Bauprodukte für den Spezialtiefbau dar, da es keine bezüglich Wasserverträglichkeit zertifizierten Produkte gibt und die genaue Zusammensetzung oft nicht bekannt ist.
Die Stellungnahme des SVGW wurde im SVGW-Newsletter vom 28. August 2026 und in der September-Ausgabe des Aqua & Gas veröffentlicht. Letzte Stellungnahmen können bis 18. September noch eingereicht werden. Angesichts der schwierigen Entfernung aus dem Wasser fordern der SVGW und weitere Verbände ein Verbot der ganzen Stoffgruppe bei nicht essenziellen Anwendungen, um den PFAS-Eintrag in die Umwelt an der Quelle zu reduzieren.
Das BLV hat per 1. August neue Höchstwerte in die TBDV aufgenommen. Seither gilt im Trinkwasser für Melamin der vorsorglich tiefe Höchstwert von 0,1 µg/l mit einer Übergangszeit bis zum 31. Juli 2029.
Melamin gelangt v.a. bei der Kunststoffherstellung in die Umwelt. Aus Sicht des SVGW wirft dieser Höchstwert grundlegende Fragen zur Umsetzung auf, da sich dieser Stoff mit den gängigen mehrstufigen Aufbereitungsverfahren kaum aus dem Rohwasser entfernen lässt, was die Wasserversorger vor kaum lösbare Herausforderungen stellt.
Bei einem Treffen mit dem BLV Anfang Juli haben Vertreter des SVGW gefordert, dass vor der Festlegung von vorsorglich tiefen Höchstwerten im Trinkwasser die technische Machbarkeit und die Folgekosten für deren Einhaltung berücksichtigt werden und der SVGW miteinbezogen wird.
Im Nachgang zu seiner Positionierung zum CertEau hat der SVGW als Hilfestellung für Hauseigentümer und für die Sanitärbranche «Hinweise im Umgang mit Zertifikaten im Bereich Trinkwasser» erarbeitet. Zu diesem Thema wird dieses Jahr noch ein Webinar organisiert.
Gleichzeitig hat die W-UK7 hat ein Merkblatt «Nicht zertifizierte Produkte» erarbeitet, unter Berücksichtigung auch der oben erwähnten Hinweise.
Am 10. November sind Vertreter der Wasserverbände zu einem Austausch im Bundeshaus zu aktuellen Wasserthemen eingeladen.
Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden in unserer Branche wurde dieses Jahr intensiviert. Gemeinsame Themen wurden besprochen und abgestimmt.
Das BAFU hat mit der Ausarbeitung einer nationalen Wassermanagementstrategie begonnen, in dessen Steuerungsgremium nebst anderen Verbänden auch der SVGW vertreten ist und seine Anliegen einbringen kann.
Der Swiss EurEau Water Summit vom 21. Oktober im Technopark Zürich stösst auf sehr grosses Interesse. Die Veranstaltung ist bereits weitgehend ausgebucht. Im Vorfeld des Kongresses halten VSA und SVGW am 19. Oktober eine Medienkonferenz ab.
Per 1. September 2026 hat der neue Leiter des Fachbereichs Wasser, Tom Tauscher, seine Arbeit beim SVGW aufgenommen. Tom Tauscher ist diplomierter Bauingenieur mit Vertiefung Wasserbau und Konstruktion und beruflicher Erfahrung im Wasser- und Abwasserbau sowie Führungs- und Projektmanagementerfahrung. Er verfügt weiter über ein EMBA in General Management.
Als Ersatz für Antonello Gatti (AIL) wählt die W-HK Andrea Canali (ebenfalls AIL) in die W-UK3. Ebenfalls in die W-UK3 gewählt wird Justine Haag (esb).
Auf Ende Jahr wird Bernhard Gyger (ehemals WVRB) den Vorsitz der W-UK1 pensionshalber abgeben. Als Nachfolger ist Martin Frey (ebenfalls WVRB) nominiert.
«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.
Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.
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