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04. Mai 2026

Eidgenössischer Fachausweis «Klärwerkfachmann/Klärwerkfachfrau»

Die neuen Klärwerkfachfrauen und -männer nahmen in Bern ihren Fachausweis entgegen

Die Übergabe der eidgenössischen Fachausweise «Klärwerkfachmann/Klärwerkfachfrau» fand dieses Jahr am 27. März statt. Ort der Feierlichkeiten war der Kursaal in Bern. Einundzwanzig Kandidatinnen und Kandidaten aus der Deutschschweiz und der Romandie haben die Prüfungen im letzten Herbst bestanden, achtzehn von ihnen konnten der Einladung zur Feier Folge leisten und ihre Urkunden persönlich in Empfang nehmen.
Jürg Sinniger 

Die beiden Trägervereine der Prüfungskommission: VSA und FES

VSA und FES sind die beiden Trägervereine der Kommission, die für die Prüfungen zur Erlangung des eidgenössischen Fachausweises «Klärwerkfachmann/-fachfrau» verantwortlich zeichnet. Die beiden Vereine bieten auch die deutsch- bzw. französischsprachigen Kurse an, die auf die Prüfungen vorbereiten: 

- VSA (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute): Verantwortlich für die deutschsprachigen Lehrgänge. Der VSA bietet seine Kurse in einem jährlichen Rhythmus an. 

- FES (Groupe romand pour la formation des exploitants de stations d’épuration): Verantwortlich für die französischsprachige Ausbildung. Die Lehrgänge des FES folgen einem dreijährigen Zyklus. Der laufende Zyklus wird im Jahr 2027 abgeschlossen. 

Kandidatinnen und Kandidaten können die Prüfung wahlweise in Deutsch, Französisch oder Italienisch ablegen.
Der Kursaal, hoch über der Altstadt von Bern thronend, lockt nicht nur mit seiner Aussicht auf die Alpen, sondern auch mit einem Grand Casino, das auf seiner Webseite «Spiel und Spannung auf höchstem Niveau in stilvollem Ambiente» verspricht. Spannung haben auch die Kandidatinnen und Kandidaten vor und nach den Prüfungen erlebt, als blosses «Spiel» haben sie das Beantworten unzähliger schriftlicher und mündlicher Fragen jedoch sicher nicht empfunden. Ihr Erfolg beruhte auch nicht einfach auf einer Laune der Glücksgöttin Fortuna, sondern war das Resultat von Arbeit und Ausdauer. Die Feier zur Übergabe der Fachausweise bildete nun den würdigen Abschluss der Ausbildung – zwar nicht am Spieltisch, aber dennoch in einem äusserst stilvollen Ambiente. 

Eingeladen zur Feier hatte die Prüfungskommission. Nach dem Apéro in der Lobby versammelten sich die Gäste im Saal, wo ihr Präsident, Peter Lehmann, den offiziellen Teil eröffnete. In seiner zweisprachigen Begrüssung auf Deutsch und Französisch hiess er die Anwesenden in Bern willkommen – einer Stadt, die wie keine andere für jene Institutionen stehe, ohne die die Schweiz nicht funktionieren würde. Vom abstrakten Begriff der «Institution» richtete er den Blick auf die konkrete Berufswelt der Anwesenden: auf die Abwasserreinigungsanlagen, die zwar meist nicht in den Zentren unserer Dörfer und Städte lägen, für unsere Gesellschaft aber dennoch lebenswichtig seien. 

Im Namen des VSA begrüsste Co-Präsidentin Anja Herlyn die Gäste zu diesem besonderen Anlass. Sie betonte, dass sie ihren Fachausweis zu Recht mit Stolz entgegennehmen dürften: Sie hätten über lange Zeit parallel zu ihrer täglichen Arbeit Kurse besucht, intensiv gelernt und schliesslich eine anspruchsvolle Prüfung bestanden. Mit dem Fachausweis «Klärwerkfachmann/-fachfrau» bescheinige ihnen die Eidgenossenschaft nun offiziell, dass sie über das erforderliche Fachwissen und Know-how verfügen, um Abwasseranlagen so zu betreiben, dass der Schutz von Mensch, Gewässern und Umwelt jederzeit gewährleistet sei. Durch die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung, so Anja Herlyn, seien sie bestens auf die Erfüllung dieser verantwortungsvollen Aufgabe vorbereitet. 

Sowohl Anja Herlyn als auch Peter Lehmann machten deutlich, dass der heutige Tag ein bedeutender Meilenstein sei: einerseits markiere er den Abschluss einer intensiven Ausbildung, andererseits den Startpunkt für ein spannendes, abwechslungsreiches Berufsleben in einem sich stetig wandelnden Umfeld. Die zunehmend strengeren Anforderungen an den Gewässerschutz würden neue Technologien und immer komplexere Prozesse in der Sammlung und Reinigung des Abwassers bedingen. Neue gesetzliche Vorschriften garantierten allein aber noch kein sauberes Wasser– entscheidend bleibe die kompetente Arbeit auf den Anlagen. Der Blick in die Zukunft verspreche mit Themen wie der Elimination von Mikroverunreinigungen oder der weitergehenden Stickstoffelimination hochspannende Zeiten. 

Die Anwesenden wurden dazu aufgerufen, als Botschafterinnen und Botschafter für ihre Branche aufzutreten. Da die Arbeit der Klärwerkfachleute weitgehend im Verborgenen stattfindet, sei es umso wichtiger, aktiv von den Erfolgen im Dienste des Gewässerschutzes zu berichten. Die wirkungsvollste Werbung ist die Eigenwerbung – insbesondere, wenn sie 1:1 im direkten Umfeld geschieht. Viele junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen, entscheiden sich aufgrund persönlicher Begegnungen für eine Ausbildung. Mit ihrem Fachausweis in der Tasche sind die Absolventinnen und Absolventen nun die besten Zeugen für ein modernes, sinnstiftendes und technologisch anspruchsvolles Berufsfeld. 

Der Fachausweis wurde auch in diesem Jahr vom Diplomzusatz des «Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) Berufsbildung» zur Anerkennung der Ausbildung auf europäischer Ebene begleitet. Alle neuen Klärwerkfachmänner und -frauen erhielten zudem einen Kugelschreiber mit VSA- und FES-Logo, der ihnen im Alltag auf der ARA sicher gute Dienste leisten wird. 

Dank an alle Beteiligten 

Ein besonderes Dankeschön galt Sandra Tschanz und Kathrin Grenon vom Prüfungssekretariat für die hervorragende Organisation der Prüfungen. Dank gebührt zudem den Mitgliedern der Prüfungskommission sowie den Expertinnen und Experten, die die Laborprüfungen begleiteten, die schriftlichen Prüfungen korrigierten und die mündlichen Prüfungen abnahmen. Nicht zuletzt wurde den Kursleiterinnen und -leitern gedankt sowie den Betrieben, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grosszügig die nötige Zeit einräumten, damit diese die Ausbildung absolvieren konnten. 

Nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung 

Das Mittagessen, das der Übergabe der Urkunden folgte, bot Gelegenheit, Erinnerungen an die abwechslungsreiche und intensive Zeit der Ausbildung auszutauschen und gemeinsame zukünftige Aktivitäten zu planen. Zu diesen gehört vielleicht der Besuch einer Weiterbildung. Als Ergänzung zur Ausbildung bieten der VSA sowie GRESE und ARPEA Kurse und Tagungen zu aktuellen Themen aus den Bereichen Gewässerschutz und Abwasserreinigung an. Die Einladungen und das Programm werden allen Absolventinnen und Absolventen der Klärwerkpersonalkurse mit dem KA-Betriebs-Info oder elektronisch mit dem VSA-Newsletter zugestellt. 

In eigener Sache 

Für Sandra Tschanz war dies die letzte Feier zur Übergabe der Fachausweise in ihrer Funktion als Leiterin des Prüfungssekretariats. Über zwei Jahrzehnte lang hat sie die Berufsprüfungen in allen drei Landessprachen organisiert und für deren reibungslose Durchführung gesorgt. Sie war dabei nicht nur eine gewissenhafte und äusserst zuverlässige Organisatorin, sondern das Herz und die Seele des Prüfungssekretariats. Sie hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kandidatinnen und Kandidaten sowie für die Wünsche der Expertinnen und Experten. Auch ihr unermüdlicher Einsatz für die Prüfungskommission kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Erfreulicherweise bleibt Sandra Tschanz der Geschäftsstelle des VSA erhalten und betreut weiterhin die Aus- und Weiterbildung der Klärwerkfachleute. 

Den Stab der Leitung des Prüfungssekretariats reicht Sandra Tschanz weiter an Kathrin Grenon, die im «Secrétariat romand du VSA» in Lausanne tätig ist. Dieses Büro koordiniert in enger Zusammenarbeit mit der VSA-Zentrale in Glattbrugg alle VSA-Aktivitäten in der französischsprachigen Schweiz. Die Ansiedelung des Sekretariats in Lausanne betont, wie wichtig die gute Verankerung der Prüfungskommission in allen Landesteilen ist. Kathrin Grenon wird sowohl in Lausanne als auch in Glattbrugg anzutreffen sein. Seit September 2025 wurde sie von Sandra Tschanz in ihre neue Aufgabe eingearbeitet, so dass ein reibungsloser Übergang garantiert ist. Die Prüfungskommission heisst Kathrin Grenon herzlich willkommen und freut sich auf die Zusammenarbeit.
Die neuen Klärwerkfachfrauen und -männer 

Kandidat/-innen VSA: Alig Claudio, Banz Martin, Barbieri Timo, Bruhin Marcel, Bühler Gery, Fäh Pascal, Findeisen Michael, Graf Christian, Grossmann Dirk, Gustin Domenig, Hanne Ronny, Haupka Axel, Hotz Sascha, Meier Severin, Rimini Jessica, Romang Sandro, Schelbert Severin, Tonezzer Manuel, Zbinden Marc

Kandidaten FES: Von Kaenel Cédric

 

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