Der Anhang 2 der GSchV wird mit ökotoxikologischen Anforderungen für sieben weitere Pestizide ergänzt, die in Schweizer Gewässern Konzentrationen erreichen, die für Wasserlebewesen schädlich sein können. Der Bundesrat hat mit diesem Wortlaut die Teilrevision der Gewässerschutzverordnung am 26.11.2025 eröffnet. Eingabefrist ist der 12. März 2026.
Der VSA begrüsst die Revision. Er kritisiert jedoch scharf, dass für die Wirkstoffe Lambda-Cyhalothrin, Deltamethrin und Foramsulfuron keine Grenzwerte vorgesehen sind. Dies ist aus Sicht des Gewässerschutzes inakzeptabel. Diese Stoffe gehören gemäss nationalen Messprogrammen und kantonalen Untersuchungen zu den problematischsten Pestiziden in Oberflächengewässern und verursachen zahlreiche Überschreitungen ökotoxikologischer Qualitätskriterien und können den Wasserlebewesen schaden.
Ohne verbindliche Grenzwerte fehlt Bund und Kantonen die fachliche und rechtliche Grundlage für einen wirksamen Vollzug des Gewässerschutzgesetzes. Dies widerspricht dem gesetzlichen Auftrag zum Schutz der Gewässer.
VSA fordert Grenzwerte für die Wirkstoffe Lambda-Cyhalothrin, Deltamethrin und Foramsulfuron
Der VSA beantragt deshalb, die drei Wirkstoffe Lambda-Cyhalothrin, Deltamethrin und Foramsulfuron in Anhang 2 Ziffer 11 Absatz 3 der GSchV aufzunehmen und entsprechende ökotoxikologische Grenzwerte festzulegen.
Für dutzende weitere Stoffe, die in Schweizer Gewässern nachweisbar sind, liegen bereits fundierte ökotoxikologische Qualitätskriterien vor. Der VSA hält es darum für notwendig, die Liste der Stoffe systematisch und zügig mit den entsprechenden Grenzwerten zu erweitern. Neue Stoffe, ökotoxikologische Erkenntnisse und analytische Möglichkeiten erfordern eine kontinuierliche Überprüfung und Erweiterung dieser Liste, damit die GSchV ihren gesetzlichen Auftrag des Gewässerschutzes erfüllen kann.
👉 Stellungnahme VSA zur GSchV (deutsch)
«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.
Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.
Kommentare (0)