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02. Januar 2026

Grundwasserschutz

Risikobasiertes Messen in der Wasserversorgung

Damit Grundwasser weiterhin ohne oder nach lediglich einfacher Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden kann, muss die Qualität des Rohwassers erhalten werden. Gerade im intensiv genutzten Mittelland können viele Faktoren die Grundwasserqualität negativ beeinflussen. Um diese Faktoren identifizieren zu können, ist ein risikobasiertes Messprogramm zentral.

Viele Wasserversorgungen im Kanton Freiburg, die wir bei SINEF SA unterstützen, sind mit verschiedenen Gefährdungen im Fassungseinzugsgebiet ihrer Grundwasserfassungen konfrontiert. Der Kiesabbau ist im Kanton ein ökonomisch wichtiges Standbein. Gleichzeitig geht von diesen Tätigkeiten eine Gefahr für das Trinkwasser aus, wenn dieser Abbau im Fassungseinzugsgebiet von Trinkwasserfassungen stattfindet. Die Kiesgruben werden ausserdem für die Entsorgung von Bauschutt verwendet, was ebenfalls ein Risiko für chemische Einträge in das Grundwasser darstellt, da Bauschutt nicht immer frei von problematischen Stoffen ist. Neben Materialabbau und Geländeauffüllungen kann auch von Wärmesonden, Siedlungsnetzen, Altlasten oder landwirtschaftlichen Aktivitäten eine Gefahr für die Wasserversorgung ausgehen.

Gefahren kennen und Auswirkungen messen

Um die Trinkwassersicherheit zu gewährleisten, gehen wir daher in einem ersten Schritt in das Fassungseinzugsgebiet und schauen uns vor Ort oder im vorhandenen Kartenmaterial an, was im Gelände vorhanden ist. Der zweite Schritt ist dann eine Messkampagne an der Quelle. Auf der Grundlage der Gefahren, die wir identifiziert haben, stellen wir das Messprogramm zusammen. Aktuell beproben wir verschiedene Standorte zwei Mal pro Jahr auf zahlreiche Stoffe. Das breit angelegte Messprogramm beinhaltet unter anderem Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Pestizide und PFAS. Insgesamt machen wir pro Messkampagne rund 200 Analysen.

 

Daten sind die besten Argumente

Bei einem für den Kanton so wichtigen Industriezweig wie dem Kiesabbau reicht das Argument des vorsorglichen Ressourcenschutzes nicht aus, um Massnahmen zu erwirken. Dank der Analysedaten können wir aber konkret aufzeigen, welche Stoffe im Grundwasser nachgewiesen werden können und wie gross das Risiko für die Trinkwassersicherheit ist.

Dossier Trinkwasserschutz im Wasserspiegel 04/2025

Dieser Artikel ist zuerst im Magazin Wasserspiegel erschienen.

Link zur vollständigen Ausgabe des Wasserspiegels

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