Viele Wasserversorgungen im Kanton Freiburg, die wir bei SINEF SA unterstützen, sind mit verschiedenen Gefährdungen im Fassungseinzugsgebiet ihrer Grundwasserfassungen konfrontiert. Der Kiesabbau ist im Kanton ein ökonomisch wichtiges Standbein. Gleichzeitig geht von diesen Tätigkeiten eine Gefahr für das Trinkwasser aus, wenn dieser Abbau im Fassungseinzugsgebiet von Trinkwasserfassungen stattfindet. Die Kiesgruben werden ausserdem für die Entsorgung von Bauschutt verwendet, was ebenfalls ein Risiko für chemische Einträge in das Grundwasser darstellt, da Bauschutt nicht immer frei von problematischen Stoffen ist. Neben Materialabbau und Geländeauffüllungen kann auch von Wärmesonden, Siedlungsnetzen, Altlasten oder landwirtschaftlichen Aktivitäten eine Gefahr für die Wasserversorgung ausgehen.
Um die Trinkwassersicherheit zu gewährleisten, gehen wir daher in einem ersten Schritt in das Fassungseinzugsgebiet und schauen uns vor Ort oder im vorhandenen Kartenmaterial an, was im Gelände vorhanden ist. Der zweite Schritt ist dann eine Messkampagne an der Quelle. Auf der Grundlage der Gefahren, die wir identifiziert haben, stellen wir das Messprogramm zusammen. Aktuell beproben wir verschiedene Standorte zwei Mal pro Jahr auf zahlreiche Stoffe. Das breit angelegte Messprogramm beinhaltet unter anderem Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Pestizide und PFAS. Insgesamt machen wir pro Messkampagne rund 200 Analysen.
Bei einem für den Kanton so wichtigen Industriezweig wie dem Kiesabbau reicht das Argument des vorsorglichen Ressourcenschutzes nicht aus, um Massnahmen zu erwirken. Dank der Analysedaten können wir aber konkret aufzeigen, welche Stoffe im Grundwasser nachgewiesen werden können und wie gross das Risiko für die Trinkwassersicherheit ist.
Dieser Artikel ist zuerst im Magazin Wasserspiegel erschienen.
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