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03. Oktober 2019

G-HK

Grosses Thema Wasserstoff

Wasserstoff wird als Energieträger der Zukunft gehandelt. Thematisch hat Wasserstoff die letzte Sitzung der Gas-Hauptkommission (G-HK) schon mal dominiert. Als neu gewähltes Vorstandsmitglied wird Michele Broggini aus der G-HK austreten.

Für eine effiziente und reibungslose Kommunikation sind Definitionen der verwendeten Fachwörter zentral. So auch im Fachbereich Gas mit seinem umfassenden Regelwerk. Die darin enthaltenen Definitionen in Deutsch und Französisch sollen nun abgeglichen werden, auch mit den Listen aus den entsprechenden europäischen CEN-Gremien. Für diese Aufgabe wurde eine Terminologie-Arbeitsgruppe eingesetzt, sie wird an der nächsten G-HK über den Stand der Arbeiten berichten.

Fahrplananpassung für G13 und G209

Die geplante Verlängerung der Mineralölsteuererleichterung für biogene Treibstoffe bis längstens Ende 2021 bestimmt den Zeitplan für die Revision der Richtlinie G13 «Einspeisung von erneuerbaren Gasen» und des Reglements G209. Somit wird erst 2021 mit einem revidierten Regelwerk zu rechnen sein.

Der Entwurf der revidierten Richtlinie G14 «Erfassung von Schadensereignissen» wurde der G-HK vorgestellt. Die Richtlinie bezieht sich ausdrücklich auf die Meldung und Erfassung von Schadensereignissen an Rohrleitungsanlagen. Die Richtlinie wird neu zwischen Erfassung und Meldung (Personenschaden, unkontrollierter Gasaustritt) von Ereignissen unterscheiden. Beinaheunfälle im Sinne der Arbeitssicherheit werden neu nicht mehr in der Richtlinie G14 erfasst.

Wann kommt H2-Erhöhung im Gasnetz?

Das Thema Wasserstoff nahm einen grossen Teil der Sitzung ein. Schliesslich bescheinigen etliche unabhängige Studien, dass das Gasnetz eine Schlüsselrolle zur Umsetzung von H2-Strategien einnehmen wird. Vor diesem Hintergrund stellte die Geschäftsstelle das Projekt zur Beteiligung am H2-Kompendium für Verteilnetze des DBI (Gastechnologisches Institut GmbH) vor. Das Kompendium würde dem SVGW und seinen Mitgliedern Zugang zu aktuellen Erkenntnissen bezüglich H2-Verträglichkeit von Materialien und Komponenten verschaffen. Für eine Bestandesaufnahme

des bestehenden und künftigen Netzes bezüglich H2-Verträglichkeit (0–100%) ist dieser Wissenszugang unabdingbar. Auch müssen verstärkt die Lieferanten und Produzenten der einzelnen Komponenten miteinbezogen werden. Die Überarbeitung der Richtlinie G18 «Gasbeschaffenheit» und somit die Frage der Erhöhung des H2-Gehaltes wird somit vorrangig bearbeitet.

Die Kommission G-UK4 wird abklären, ob eine Erhöhung auf 10% H2 durchführbar ist. Das H2-Kompendium und die Revision der Richtlinie G18 sind ein weiterer Schritt hin zu einer H2-Strategie. Ein Strategie-Entwurf wurde bereits vorgestellt. Dieser umfasst die Anpassung des Regelwerks an höhere H2-Gehalte, Projekte mit erhöhtem H2-Gehalt sowie Leitfäden zur Umsetzung der H2-Erhöhung in Verteilnetzen. 

Michele Broggini wechselt in den Vorstand

Das langjährige G-HK-Mitglied Michele Broggini (AIL, Lugano) wurde am 28. Juni 2019 von der Mitgliederversammlung als neues Vorstandsmitglied gewählt. Deshalb wird er per Ende Jahr aus der G-HK austreten.

Wasserstoff: Produktion, Verteilung und Endverbrauch

Der Wasserstoff als kohlenstofffreies Energiegas bietet enormes Potenzial zur Reduktion der CO2-Emissionen. Dementsprechend laufen viele Aktivitäten bezüglich Produktion, Verteilung und Endverbrauch auf nationaler und internationaler Ebene. Der SVGW fokussiert in seinen Aktivitäten hauptsächlich auf die Grundlagenbeschaffung zur Evaluation der Nutzung bestehender Gasnetze für den Transport von Wasserstoff. Insbesondere geht es um die Frage, welche Komponenten bis zu welchem Anteil wasserstofffähig sind. Die Grundlagen werden unseren Mitgliedern in den Werken zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Netze evaluieren können. Auch reine Wasserstoffnetze sind Teil der Untersuchung, da in unmittelbarer Nähe zur Quelle (typischerweise durch Elektrolyse) der Wasserstoffanteil zwangsläufig sehr hoch sein wird, bevor er sich mit dem Methan vermischt.

Künftig sind auch reine Wasserstoffnetze denkbar, wie sie in Grossbritannien oder den Niederlanden bereits heute existieren. Das Ziel ist eine etappierte Überarbeitung des Regelwerks (speziell der G18 «Richtlinie für die Gasbeschaffenheit»), um höhere H2-Anteile als die heute ausgewiesenen 2% zuzulassen.

Auch die Entwicklungen auf dem Gebiet der Mobilität beobachtet der SVGW genau, da dieser Bereich auch eine Einspeisemöglichkeit darstellt. Wo Wasserstoff produziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit der Speicherung und des Transports durch unsere Netze hoch.

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