Plattform für Wasser, Gas und Wärme
News
09. Juli 2024

EurEau News

Verbot von Bisphenolen

EU-Mitgliedstaaten billigen Verbot von Bisphenol A in Materialien mit Lebensmittelkontakt. Ein Entwurf der Nitratrichtlinie gefährdet den Schutz der Wasserressourcen, wenig Ehrgeiz bei der Regelung von Detergenzien und Fortschritte bei universeller PFAS-Beschränkung. Das sind aktuelle Themen der EurEau.

Zahlreiche Reglementierungen auf EU-Ebene sind in Arbeit, die mehr oder weniger direkt das Wasser betreffen. Wir haben einige herausgepickt.

Nitrat-Richtlinie

Die Kommission hat eine vierw√∂chige Konsultation (ab Mitte April) √ľber den Entwurf eines Rechtsakts zur √Ąnderung von Anhang III der Nitratrichtlinie eingeleitet, der die Verwendung von r√ľckgewonnener Stickstoff aus Dung (RENURE) in nitratgef√§hrdeten Gebieten erlauben w√ľrde. EurEau ist besorgt √ľber die m√∂glichen Auswirkungen (zus√§tzliche Verunreinigung mit Nitraten) auf die Wasserressourcen, insbesondere auf diejenigen, die f√ľr die Entnahme von Wasser f√ľr den menschlichen Gebrauch genutzt werden. ¬†EurEau fordert in der ¬†Stellungnahme:

  1. dass der Schutz des Wassers im Mittelpunkt einer geänderten Nitratrichtlinie bleibt,
  2. dass eine gr√ľndliche Folgenabsch√§tzung des Vorschlags vorgenommen werden muss,
  3. dass ein Substitutionskonzept steht, f√ľr den Fall dass die Verwendung von RENURE-D√ľngemitteln in dem Vorschlag ber√ľcksichtigt wird.

Richtlinie zur Boden√ľberwachung: Rat streicht alle Ziele aus dem Text

Der Rat hat am 17. Juni seine allgemeine Ausrichtung zur Boden√ľberwachungsrichtlinie angenommen. Die Mitgliedstaaten und strichen die meisten Bestimmungen zur Gew√§hrleistung eines harmonisierten Rahmens f√ľr die √úberwachung und Bewertung der Bodengesundheit. EurEau stellt klar; der Wasserkreislauf braucht gesunde B√∂den, um wichtige √Ėkosystemleistungen wie die Wiederauff√ľllung und Reinigung des Grundwassers zu gew√§hrleisten und √úberschwemmungen durch R√ľckhaltung des Regenwassers zu mindern. Lesen Sie hier die vollst√§ndige Reaktion von EurEau.

Bisphenole: EU-Mitgliedstaaten billigen Verbot von Bisphenol A in Materialien mit Lebensmittelkontakt

Die Mitgliedstaaten haben einem Vorschlag der Kommission zugestimmt, die Verwendung von Bisphenol A (BPA) in Materialien mit Lebensmittelkontakt zu verbieten. Das bedeutet, dass die Chemikalie nach einer Auslaufphase nicht mehr in diesen Produkten in der EU verwendet werden darf. Es werden einige begrenzte Ausnahmen gelten.

Dieses Verbot gilt f√ľr die Verwendung von BPA in Verpackungen (Beschichtungen) und in Konsumg√ľtern wie wiederverwendbaren Trinkflaschen aus Kunststoff, Wasserspendern oder anderen K√ľchenartikeln.

Die endg√ľltige Verabschiedung unterliegt einer Pr√ľfungsfrist durch das EU-Parlament und den Rat und k√∂nnte Ende 2024 in Kraft treten. EurEau begr√ľsst diesen Schritt.

Verordnung √ľber Detergenzien: Rat gem√§ss EurEau nicht ehrgeizig genug

Die Mitgliedstaaten haben ihre Verhandlungsposition f√ľr die Trilog-Verhandlungen mit dem Europ√§ischen Parlament √ľber die Detergenzienverordnung festgelegt. EurEau bedauert, dass der Rat diese √úberarbeitung nicht genutzt hat, um die Verordnung mit dem Ziel Netto Null in Einklang zu bringen. EurEau unterst√ľtzt die Versch√§rfung der Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit, doch sind die Zeitspannen mit 3-5 Jahre zu lang. Dar√ľber hinaus hat der Rat es vers√§umt, strengere Grenzwerte f√ľr Phosphor und Phosphat vorzuschlagen, obwohl nachhaltige Detergenzien in grossem Umfang verf√ľgbar sind. Der Standpunkt von EurEau ist hier zu finden.

PFAS: Fortschritte bei universeller PFAS-Beschränkung

Der ECHA-Ausschuss f√ľr Risikobeurteilung und der Ausschuss f√ľr sozio√∂konomische Analyse setzten auf ihren Sitzungen im Juni ihre Bewertung des PFAS-Beschr√§nkungsvorschlags fort. Eine vorl√§ufige Einigung wurde in Bezug auf Verbrauchermischungen, Kosmetika, Skiwachs, Metallbeschichtungen und die Herstellung von Metallerzeugnissen erzielt.

Die chemischen Stoffe PFAS gelten als bedeutende Verschmutzung unserer Wasserressourcen und lassen sich nur sehr schwer entfernen und zerst√∂ren. EurEau fordert daher ein schnelles und weitreichendes Verbot aller PFAS-Verwendungen. Wir bedauern, dass die ECHA-Verfahren die Vorteile eines Ausstiegs aus diesen Stoffen nicht ausreichend ber√ľcksichtigen. Die EurEau-Position zu PFAS finden Sie hier.

Gesetz zur Wiederherstellung der Natur: Letzte H√ľrde genommen

Die Mitgliedstaaten haben das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur am 17. Juni nach monatelangem Stillstand im Anschluss an eine Trilog-Vereinbarung vom November 2023, endg√ľltig verabschiedet. Nach dem positiven Votum des Rates wird die Verordnung im Amtsblatt ver√∂ffentlicht.

Ziel des Gesetzes ist es, bis 2030 mindestens 20 % der Land- und Meeresfl√§chen der EU und bis 2050 alle gesch√§digten √Ėkosysteme zu sanieren. Es enth√§lt Verpflichtungen und Zielvorgaben f√ľr verschiedene Aktionsbereiche wie Ackerland, Best√§uber, Fl√ľsse, W√§lder und st√§dtische Gebiete, um die durch den Klimawandel und unkontrollierte menschliche Aktivit√§ten verursachten Umweltsch√§den schrittweise umzukehren. Der Text wurde letztes Jahr im Parlament erheblich abgeschw√§cht. Das Ergebnis ist, dass die Mitgliedstaaten nun mehr Flexibilit√§t bei der Umsetzung der Vorschriften haben und dass Wiederherstellungsmassnahmen in Natura 2000-Schutzgebieten Vorrang haben sollten.

Quellenhinweis

Eureau newsletter - 06 |2024
Vertiefte Informationen in Englisch finden sich unter eureau.org

Kommentar erfassen

Kommentare (0)

e-Paper

«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.

Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.

Die «gazette» gibt es auch als E-Paper. Sämtliche bisher erschienen Ausgaben sind frei zugänglich.