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22. April 2021

Umwelt

Mikroverunreinigungen belasten die Schaffhauser Flüsse

Kleinstrückstände von Pestiziden und Arzneimittel belasten die Schaffhauser Gewässer: Wie eine Langzeitmessung ergeben hat, sind die Konzentrationen von verschiedenen Substanzen so hoch, dass von Schäden an Flora und Fauna ausgegangen werden muss.

In den Jahren 2018 und 2019 analysierte das Interkantonale Labor, wie stark vier Schaffhauser Fliessgewässer durch Mikroverunreinigungen belastet sind, wie der Kanton Schaffhausen mitteilte. Untersucht wurden vier verschieden grosse Gewässer mit unterschiedlichen Einzugsgebieten. Aus dem Beggingerbach bei Beggingen, im Zwärenbach bei Schleitheim, im Landgraben bei Trasadingen und in der Biber bei der Bibermühle und bei Buch wurden insgesamt 180 Prozent entnommen.

"In beiden Jahren war die Wasserqualität über einen längeren Zeitraum mässig bis schlecht", heisst es in der Mitteilung. Die Belastung der Gewässer durch Mikroverunreinigungen spiegle die Nutzung im Einzugsgebiet wieder. So weisen Fliessgewässer mit intensiver Landwirtschaft im Einzugsgebiet eine starke Belastung durch Pflanzenschutzmittel auf. Der Landgraben mit seinem hohen Abwasseranteil ist stark mit Arzneimitteln belastet.

Erwartungsgemäss hängt die Belastung auch von der Grösse des Gewässers ab. So wurde in der Biber eine vergleichsweise tiefe Konzentration von Mikroverunreinigungen registriert, da die Verdünnung dort grösser ist.

Der Kanton wird die Messungen weiterführen. Er will so beurteilen können, ob eingeleitete Massnahmen erfolgreich sind. Er geht davon aus, dass der eidgenössische Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, die vor kurzem eingeführten Kontrollen von Gewässerschutzaspekten auf Landwirtschaftsbetrieben und der geplante Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen mit einer vierten Reinigungsstufe eine Verbesserung bringen werden. Weitere Massnahmen sollen in den Wasserwirtschaftsplan aufgenommen werden.

Zu den Mikroverunreinigungen werden Rückstände von Arzneimitteln, Pestiziden und Industriechemikalien gezählt. Diese können bereits in sehr geringen Konzentrationen Gewässerorganismen negativ beeinflussen.

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