Laut einer Medienmitteilung der ZHAW ist der Fortbestand des Seesaiblings im Zürichsee ungewiss, da es an geeigneten Laichplätzen mangelt. Aktuell werde die Population durch den jährlichen Besatz mit Jungfischen aus der kantonalen Fischzucht unterstützt. Um die natürliche Fortpflanzung wieder zu fördern, wurden Kiesschüttungen auf dem Seegrund angelegt. Dabei basiert die Auswahl der Standorte auf Voruntersuchungen, bei denen unter anderem Temperatur, Sauerstoffgehalt, Hangneigung, Untergrundbeschaffenheit sowie die Überlebensfähigkeit von Eiern der Seesaiblinge untersucht wurden. Ob diese Massnahmen tatsächlich erfolgreich sind, untersucht das laufende ZHAW-Projekt mittels eines Monitorings. Erste Ergebnisse fallen laut den Projektbeteiligten positiv aus.
Im November 2025 fanden zwei Kiesschüttungen im Bereich Halbinsel Au Ost sowie im Perimeter Beugenbach bei Meilen in rund 50 Metern Wassertiefe statt. Bei der ersten Schüttung entstand gemäss ZHAW aufgrund der stark verklüfteten Untergrundstrukturen keine gleichmässige Schüttfläche. Es konnten jedoch mehrere Bereiche mit weitgehend sedimentfreiem Kies dokumentiert werden. Die zweite Schüttfläche soll sich hingegen als weitgehend homogen und qualitativ gut geeignet für das Ablaichen des Seesaiblings gezeigt haben.
Das Monitoring der Schüttflächen wurde und wird in regelmässigen Abständen durchgeführt. Neben Kontrolltauchgängen mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug kommt laut Medienmitteilung auch eine an der ZHAW entwickelte Monitoring-Einheit zum Einsatz, die ein stationäres Monitoring in grosser Tiefe ermöglicht. Neben einer Kamera ist die Einheit mit einem Hydrophon zur akustischen Überwachung ausgestattet, da Seesaiblinge während der Laichzeit ein arttypisches Geräusch erzeugen. Zusätzlich erfasse die Einheit kontinuierlich Sauerstoff- und Temperaturdaten.
Gut einen Monat nach den Schüttungen beobachteten die Forscher erstmals Seesaiblinge auf den neuen Kiesflächen. Seither sollen die Tiere dort regelmässig gesichtet worden sein. Das übergeordnete Ziel des Projekts sei es, eine langfristig selbsterhaltende Population von Seesaiblingen im Zürichsee aufzubauen, sodass der Besatz langfristig nicht mehr nötig ist. Begleitend soll ein genetisches Bestandsmonitoring Grundlagen für die Beurteilung und Sicherung der Population in ihrer angestammten Heimat liefern.
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