Die Hauptaufgaben der Preisüberwachung sind laut dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung die laufende Beobachtung der Preisentwicklung, die Verhinderung überhöhter Preise und die Orientierung der Öffentlichkeit über ihre Tätigkeit. In diesem Sinne war der Preisüberwacher auch im Jahr 2025 in den Branchen Wasser/Abwasser, Fernwärme und Gas im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten tätig. Wie der Preisüberwacher in seinem veröffentlichten Jahresbericht 2025 bekannt gab, verzeichnete er im Bereich Wasser/Abwasser und Abfall einen neuen Höchststand an Fällen, in denen er tätig wurde. Ebenfalls hoch war die Tätigkeit im Bereich Fernwärme, die auf den Ausbau der Netze zurückgeführt wird. Im Gas-Sektor hielt die Preisüberwachung fest, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Beibehaltung des Kapitalkostensatzes (WACC) rund sieben Millionen Franken Mehrkosten gespart werden konnten.
Im Bereich der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung beurteilte die Preisüberwachung im Jahr 2025 365 Gebührenfestlegungen für 261 Städte und Gemeinden und einen Kanton. Auch in diesem Jahr konnte sie zudem verschiedene einvernehmliche Regelungen mit privaten Wasserversorgern abschliessen. Die Fallzahlen sind in den letzten Jahren, seit 2015 um den Faktor 4,8 von 76 auf 365 angestiegen. Die Preisüberwachung führt dies darauf zurück, dass die Verpflichtung zur Anhörung der Preisüberwachung zunehmend bekannt ist und von immer mehr Gemeinden eingehalten wird. Andererseits haben auch die Bürgerinnen und Bürger ein stärkeres Bewusstsein für ihre Rechte entwickelt und nutzen die Möglichkeit, sich über gebührenrechtliche Verfahren zu informieren oder Beschwerde zu führen.
Die Zahl der Anhörungen im Bereich Fernwärme blieb aufgrund des fortschreitenden Ausbaus der Netze und der teilweise deutlichen Preissteigerungen weiterhin hoch. In mehreren Kantonen – darunter Basel-Stadt, Bern, Neuenburg und Genf – prüfte die Preisüberwachung die Tarifgestaltung und führte vertiefte Gespräche mit Netzbetreibern und Behörden. Gemäss dem Jahresbericht betraf ein wichtiger Fall La Chaux-de-Fonds. Infolge seiner Analyse einigten sich die Preisüberwachung und die Viteos SA einvernehmlich auf ein neues Tarifmodell für alle Fernwämenetze des Unternehmens. Dies soll zu mehr Transparenz und tieferen Preisen in La Chaux-de-Fonds geführt haben.
Die Betreiber der Hochdruckgasnetze leisten immer noch einen zentralen Beitrag zur Energieversorgung der Schweiz. Rund 15 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz werden durch Erdgas gedeckt und dieses wird zu über 99 Prozent über Gasleitungen importiert. Die Preisüberwachung traf mit den Betreibern von Hochdruckgasnetzen 2014 eine einvernehmliche Regelung, welche die Entgelte für den Gastransport auf einer transparenten und kostenorientierten Grundlage festlegt. Diese Regelung wurde seither mehrfach angepasst und verlängert. Im Jahr 2025 führten die Preisüberwachung und die betroffenen Unternehmen - Swissgas, Gaznat, Erdgas Zentralschweiz, Gasverbund Mittelland und Ganeos - erneute Verhandlungen. Zentrales Thema war die Festlegung des WACC-Satzes (Weighted Average Cost of Capital - gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten). Die Preisüberwachung wies die beantragte Erhöhung auf 5,2 % zurück. Stattdessen einigten sich die Parteien darauf, den bisherigen Satz von 4,05 % beizubehalten. Damit können Kundinnen und Kunden rund 6,9 Millionen Franken Mehrkosten vermeiden.
Die neue Regelung trat am 1. Oktober 2025 in Kraft. Sie gilt für drei Jahre oder bis zum Inkrafttreten des neuen Gasversorgungsgesetzes. Des Weiteren prüfte die Preisüberwachung 2025 die Tarifanpassungen von rund zehn zuständigen Behörden. In den meisten Fällen war vorgesehen, die gesunkenen Energiekosten an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben. In verschiedenen Fällen sei offensichtlich geworden, dass es zur Finanzierung der frühzeitigen Stilllegung von Gasinfrastrukturen verschiedene Auffassungen gibt. Die Preisüberwachung vertritt die Auffassung, dass diese Kosten nicht allein auf die Gaskundinnen und -kunden überwälzt werden dürfen.
«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.
Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.
Kommentare (0)