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09. März 2026

Nährstoffe in Gewässern

Berner Kleinseen weiterhin zu nährstoffreich

Die Untersuchung von zehn Kleinseen im Kanton Bern hat eine übermässige Belastung mit Nährstoffen ergeben. Zudem wurden in allen Gewässern Mikroverunreinigungen wie Pestizide und sogenannte Ewigkeitschemikalien nachgewiesen.

Im Kanton Bern gibt es über 100 Kleinseen, von denen zehn seit 30 Jahren alle zehn Jahre untersucht werden. Laut dem Kanton Bern zeigen die Messungen, dass die Kleinseen schon seit mehreren Jahrzehnten unter Druck stehen, vor allem durch lokale Belastungen wie übermässige Zufuhr von Nährstoffen, Einträgen von Mikroverunreinigungen sowie durch die Auswirkungen des Klimawandels. Die kürzlich durch den Kanton Bern veröffentlichten letzten Untersuchungen aus dem Jahr 2023 zeigen, dass die meisten der ausgewählten Kleinseen immer noch zu viel Phosphor aufweisen. So lagen bei neun von zehn Seen die Phosphor-Konzentrationen über dem Ziel wert, welcher gemäss Gewässerschutzverordnung nicht überschritten werden sollte (GSchV, Anh. 2, Ziff. 13.2). Phosphor ist relevant, weil er als wichtigster Nährstoff massgeblich das Wachstum der Biomasse beeinflusst. Durch die Reduktion von Phosphor könne, so der Kanton Bern, eine übermässige Produktion von vor allem Algen und Pflanzen limitiert werden.

Artengemeinschaft hat sich verändert

In den meisten untersuchten Seen wurde eine «Über-Produktivität» des Planktons (Algen, kleine Krebstierchen, etc.) festgestellt. Plankton ist die Basis von Seeökosystemen bzw. des Nahrungsnetzes. Diese «Über-Produktivität» kann unter anderem zu einer rascheren Verlandung und einer Veränderung der Lebensgemeinschaft führen. So wurde gemäss Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern in den untersuchten Seen auch beobachtet, dass sich das Verhältnis der Arten verschiebt: es überwiegen häufig die Arten, welche gedüngte Bedingungen bevorzugen.

Acht von zehn Seen erreichen Sauerstoffmindestanforderungen nicht

Nährstoffgehalt und Produktivität beschreiben zusammen mit anderen Indikatoren, wie die Wasserklarheit (Sichttiefe) und Temperaturentwicklung, den Trophiegrad eines Sees. Die Klassifizierung reicht von oligotroph für nährstoffarme bis hin zu hypertroph für extrem nährstoffreiche Seen. Ein Vergleich zwischen dem natürlichen Zustand, also dem Zustand ohne oder mit minimaler menschlicher Beeinflussung, und dem aktuellen trophischen Zustand gibt Hinweise auf das Ausmass der durch den Menschen verursachten übermässigen Belastung mit Nährstoffen («anthropogene Eutrophierung»). Es zeigte sich, dass acht der zehn untersuchten Seen deutlich von ihrem ursprünglichen ökologischen Zustand abweichen.

Die Eutrophierung eines Sees verschlechtert die Gesamtsituation des Ökosystems, da neben der Nährstoffkonzentration auch das Sauerstoffgleichgewicht beeinflusst wird. Als Folge der erhöhten Biomasseproduktion kommt es zu einer erhöhten Sauerstoffzehrung. So zeigte sich laut der Mitteilung des Kantons Bern, dass acht der beprobten Seen die gesetzliche Sauerstoffanforderung von mindestens 4 mg/L nicht erfüllen (GSchV, Anh. 2, Ziff. 13.3b). In mehreren der untersuchten Seen sinken die Sauerstoffwerte von Anfang Sommer bis in den Herbst sogar unter 1 mg/L, was als kritisches Niveau gilt, unter welchem grosse Teile der betroffenen Kleinseen für Gewässerorganismen wie Fische und Insektenlarven unbewohnbar werden.

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