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20. März 2026

Biodiversität

Biber sind laut Studie wertvoll für die Artenvielfalt

Wo Biber leben, ist das für Mensch und Natur von Vorteil. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die am Montag von einem vom Bundesamt für Umwelt beauftragten Beratungsbüro veröffentlicht worden ist.

Die Ergebnisse einer Studie, die zwischen 2020 und 2023 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt vom Nationalen Biberberatungsdienst durchgeführt wurde, sind bekannt gegeben worden. Laut der Studie erhöht das Vorhandensein des Bibers in seinem Lebensgebiet die Anzahl der Pflanzenarten, ermöglicht durch seine Dämme die Speicherung von Kohlenstoff und reinigt das Wasser. Durch ihre Tätigkeit schüfen die Nagetiere Lebensräume, die dynamisch, strukturreich und artenreich seien und vereine diese. In 16 untersuchten Gebieten habe sich die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten um das 2,6-fache und die Anzahl der Lebewesen um das 5,9-fache erhöht.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein einfacher Mechanismus: Durch den Bau von Dämmen schafft der Biber Feuchtgebiete. Diese Gebiete mit stehendem Wasser ermöglichen es, dass Kohlenstoff in Wasserpflanzen und Sedimenten in grösseren Mengen gespeichert wird als in Wäldern. «Dieses Gebiet fungiert als Kohlenstoffsenke», sagt Cécile Auberson, wissenschaftliche Koordinatorin der nationalen Biberberatungsstelle und Mitautorin des neuen Berichts, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Speicherung von Wasser und bessere Qualität

Das Wasser steht also im Mittelpunkt der Fähigkeiten dieser Ökosystemingenieure. In den Teichen, die sich oberhalb der Dämme bilden, finden biologische und chemische Prozesse statt. Dies ermöglicht eine bessere Aufnahme von Schadstoffen wie Nitraten durch die Vegetation, so Auberson. Das Ergebnis: Die Wasserqualität verbessert sich.

Sein Revier befeuchtet die umliegenden Flächen. Dem Bericht zufolge könnten in der Schweiz, wenn alle vom Biber potenziell besiedelbaren Gewässer besetzt wären, zwischen 1 und 2 Millionen Kubikmeter Wasser an der Oberfläche gespeichert werden.

Fast 30 000 Hektar verfügbar

Im Jahr 1956 wurde das Tier hierzulande wieder angesiedelt. 2022 lebten in der Schweiz etwa 5000 Biber. Der Studie zufolge könnten rund 30'000 Hektar besiedelt werden, ohne grosses Risiko von Konflikten mit Infrastrukturbauten der Menschen.

Für Cécile Auberson müsste dem Biber mehr Platz eingeräumt werden, doch «nicht unbedingt für ihn, sondern für uns. Wir könnten von seinen Leistungen profitieren, es ist eine kostenlose Revitalisierung. Der Biber ist unser bester Verbündeter, um lebendige und widerstandsfähige Gewässer zurückzugewinnen.»

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