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15. April 2026

PFAS

Thurgau startet mit PFAS Beprobungen

Obwohl eine nationale Untersuchung 2023 keine Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser zeigte, lanciert der Kanton Thurgau ein umfassendes Drei-Jahres-Projekt zur Untersuchung der PFAS-Belastung. Andere Ostschweizer Kantone führten bereits vergleichbare Messungen durch.

Eine nationale Untersuchungskampagne von Trinkwasserproben im Jahr 2023 ergab, dass im Kanton Thurgau die heute geltenden PFAS-Höchstwerte nicht überschritten werden. Das schreibt die Thurgauer Regierung am Freitag in einer Mitteilung. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass auch im Kanton Thurgau erhöhte PFAS-Belastungen vorkämen, fährt sie fort. Daher habe der Regierungsrat im August 2025 den Projektauftrag zur «Erfassung, Koordination und Begleitung der PFAS-Situation im Kanton Thurgau» erteilt. Laut Mitteilung wurde das dreijährige Gesamtprojekt per 1. Januar 2026 lanciert.

Proben von Milch, Wasser und aus dem Boden

Um die PFAS-Situation zu erfassen, hat die Projektgruppe einen Untersuchungs-Zeitplan erarbeitet. «Um belastete Regionen, sogenannte Hotspots, zu identifizieren, untersucht das kantonale Laboratorium ab Mai Milchproben», schreibt die Regierung weiter. «Die Ergebnisse sollen aufzeigen, in welchen Regionen möglicherweise eine erhöhte PFAS-Belastung vorliegt und wo vertiefte Abklärungen notwendig sind.» Es handelt sich dabei um die ersten systematischen Proben von Milch im Kanton Thurgau, wie der Kanton auf Nachfrage von Keystone-SDA bestätigt.

Bodenproben zur Ermittlung von PFAS wurden im Thurgau bereits vereinzelt durchgeführt und werden gemäss Mitteilung auch dieses Mal vorgenommen: zum einen in Form von Archivproben und zum anderen in Form von neuen Messungen. Weitere Untersuchungen erfolgen in Abwasserreinigungsanlagen, im Grundwasser und in Oberflächengewässern. Der Kanton Thurgau sei zudem Teil des nationalen Grundwassermonitorings.

Es geht auch um Folgen von PFAS-Nachweisen

Sämtliche Messungen dienen laut Mitteilung dazu, die PFAS-Situation im Kanton Thurgau zu dokumentieren. Im Projekt gehe es aber auch um die Folgen möglicher Nachweise von PFAS, zum Beispiel im Hinblick auf die «Verursacherthematik» bei den Feuerwehren oder die Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten bei erhöhten Werten auf Landwirtschaftsbetrieben.

Allerdings: Die vom Regierungsrat bewilligte Summe beinhaltet keinen PFAS-Sonderkredit für eine allfällige finanzielle Unterstützung stark betroffener Landwirtschaftsbetriebe. Mittel für den Sonderkredit und zusätzliche Mittel für die Unterstützung von Landwirten würden dem Grossen Rat beantragt, sobald die betroffenen Flächen und Betriebe sowie die zu ergreifenden Massnahmen bekannt seien.

Thurgauer Regierung lehnt Weisung des Bundes ab

In einer weiteren Mitteilung gab die Thurgauer Regierung bekannt, dass sie eine vom Bund vorgeschlagene Weisung zu PFAS-Höchstgehalten in Lebensmitteln ablehnt. Sie begrüsst zwar die Bemühungen des Bundes (die Ziele für die festgelegten PFAS-Höchstgehalte) befürchtet aber ohne Begleitmassnahmen «unabsehbare» Folgen für die Produktion von Lebensmitteln und die Existenzgrundlage zahlreicher Betriebe in der Landwirtschaft und damit verwandten Produktionsbetrieben.

Quellen und weitere Informationen

sda

Mitteilung des Kantons Thurgau

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