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29. April 2026

Wasserstoffwirtschaft

Deutscher Wasserstoffrat: PFAS verantwortungsvoll regulieren

Der Nationale Wasserstoffrat in Deutschland stellte Ende Februar in einer Stellungnahme die Forderung auf, ein EU-weites Verbot von PFAS mit klaren «Essential-Use»-Ausnahmen zu verbinden und die Energie- und Wasserstoff-Technologien im «Essential-Use»-Bereich zu verorten. Andernfalls wäre die Energiewende in Gefahr.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind für zentrale Energie- und Wasserstofftechnologien Unverzichtbar. Ihr Eintrag in die Umwelt stelle jedoch ein ernsthaftes Problem für Mensch und Natur dar. Aus diesem Grund hat der deutsche Nationale Wasserstoffrat (NWR) Ende Februar in einer Stellungnahme dazu aufgerufen, ein EU-weites PFAS-Verbot mit Blick auf die Energiewende differenzierter zu gestalten. In seiner Stellungnahme unterstützt der NWR das Ziel, Umwelt und Gesundheit wirksam vor schädlichen Auswirkungen von PFAS zu schützen, doch müsse gleichzeitig gewährleistet bleiben, dass zentrale Energie- und Wasserstofftechnologien als tragende Säulen der Energiewende nicht durch pauschale oder systemfremde Regulierungsansätze in ihrer Funktionsfähigkeit, Skalierbarkeit und Investitionssicherheit beeinträchtigt werden.

Aus diesen Gründen hat der NWR folgende Empfehlungen formuliert:

  • Eine konsequent risikobasierte Ausgestaltung der PFAS-Regulierung für Essential-Uses bei Anwendungen im Wasserstoffsektor, die sich an tatsächlichen Emissions- und Expositionspfaden orientiert.
  • Einen klaren, transparenten und planbaren Ausnahme- und Evaluationsrahmen, mit verbindlichen Kriterien sowie Übergangs- und Geltungsfristen, die realen industriellen Entwicklungs-, Investitions- und konkreten Lebenszyklen von Anlagen und Komponenten Rechnung tragen.
  • Eine verursachergerechte Haftung bei Umweltschäden muss etabliert werden.
  • Die rechtssichere Anerkennung der benannten Energie- und Wasserstofftechnologien im Rahmen von REACH. Ausnahmen sind systembezogen zu definieren und dürfen sich nicht auf einzelne Komponenten beschränken.
  • Eine kohärente Betrachtung der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette, um regulatorische Brüche zu vermeiden und die industrielle Wertschöpfung in der EU zu sichern.
  • Die Verknüpfung von Ausnahmen mit Emissionsminderung, Kreislaufwirtschaft und verantwortungsvollen End-of-Life-Konzepten entlang des gesamten Lebenszyklus.
  • Die gezielte Stärkung von Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer, um PFAS mit adäquaten Technologien zu ersetzen, wo dies ökologisch geboten ist.

 

Investitions- und Planungssicherheit für Wasserstoffwirtschaft

Ein solcher Ansatz, ist der NWR überzeugt, verbindet wirksamen Umwelt- und Gesundheitsschutz mit Investitions- und Planungssicherheit und schaffe die Voraussetzung für den erfolgreichen Hochlauf der Energie- und Wasserstoffwirtschaft in Europa. Von besonderer Bedeutung sei jedoch, dass zeitnah belastbare Entscheidungen erfolgen und damit Investitionssicherheit für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gegeben sei.

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