Aus Gemüseabfällen wird künftig Strom, Wärme und CO2 für Pflanzen. So schreibt der Gemüsebetrieb Grob (Schlattingen, TG) in seiner eigenen Medienmitteilung über die geplante Biomassenverwertungsanlage mit einer Technologie, die es in dieser Form in der Schweiz noch nicht geben soll. Im Zentrum der Anlage steht eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die das im Biogas enthaltene Methan nicht verbrennt, sondern elektrochemisch in Strom umwandelt. Damit lasse sich im Gegensatz zu herkömmlichen Blockheizkraftwerken (45%) ein elektrischer Wirkungsgrad von 70% erzielen. Der Bau der Anlage wird von der IKT Energiestiftung finanziell unterstützt und soll Ende 2026 in Betrieb gehen.
Organische Reststoffe wie Ernterückstände, Mist oder Grüngut werden zunächst in Fermentern zu Biogas vergoren. Anschliessend soll das Gas aufbereitet und in seine Bestandteile getrennt werden. Das Methan dient als Energieträger in der Brennstoffzelle und wird dort in Strom umgewandelt. Die entstehende Wärme wird zur Beheizung der Gewächshäuser genutzt. Das abgeschiedene biogene CO2 wird zwischengespeichert und soll gezielt für die CO2-Düngung (Photosynthese) der Pflanzen im Gewächshaus eingesetzt werden. Laut Medienmitteilung wird es das heute zugekaufte CO2 ersetzen.
In der geplanten Anlage werden organische Reststoffe und Ernterückstände aus Landwirtschaft und Region verwertet. Ein grosser Teil soll aus der eigenen Gemüseverarbeitung stammen. Neben Strom und Wärme entsteht aus den Reststoffen hochwertiger Kompost, der wieder auf den Feldern eingesetzt wird. Dadurch werden gemäss der Medienmitteilung Nährstoffkreisläufe geschlossen und der Bedarf an externen Düngemitteln reduziert. Die Firma Grob Gemüse ist überzeugt, dass die Technologie eine zusätzliche Perspektive bietet: Die Anlage könne künftig auch überschüssigen Strom – beispielsweise aus Photovoltaikanlagen – nutzen, um Wasserstoff zu erzeugen.
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