Plattform für Wasser, Gas und Wärme
News
01. Mai 2026

Biogas

Biogas-Brennstoffzellenanlage und CO2 Abscheidung für Gewächshäuser

Die Firma Grob Gemüse betreibt einen Acker- und Gemüsebaubetrieb im Unterthurgau und den angrenzenden Gemeinden. Sie hat sich entschieden, eine neue Biomasseverwertungsanlage zu bauen, in der eine Brennstoffzelle Biogas in Strom, Wärme und CO2 umwandelt. So sollen die Energieversorgung autonomer und der Energiekreislauf vollständiger werden. Die neue Anlage soll Ende 2026 in Betrieb gehen.

Aus Gemüseabfällen wird künftig Strom, Wärme und CO2 für Pflanzen. So schreibt der Gemüsebetrieb Grob (Schlattingen, TG) in seiner eigenen Medienmitteilung über die geplante Biomassenverwertungsanlage mit einer Technologie, die es in dieser Form in der Schweiz noch nicht geben soll. Im Zentrum der Anlage steht eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die das im Biogas enthaltene Methan nicht verbrennt, sondern elektrochemisch in Strom umwandelt. Damit lasse sich im Gegensatz zu herkömmlichen Blockheizkraftwerken (45%) ein elektrischer Wirkungsgrad von 70% erzielen. Der Bau der Anlage wird von der IKT Energiestiftung finanziell unterstützt und soll Ende 2026 in Betrieb gehen.

Vom Gemüseabfall zur Energie – und zurück zu den Pflanzen

Organische Reststoffe wie Ernterückstände, Mist oder Grüngut werden zunächst in Fermentern zu Biogas vergoren. Anschliessend soll das Gas aufbereitet und in seine Bestandteile getrennt werden. Das Methan dient als Energieträger in der Brennstoffzelle und wird dort in Strom umgewandelt. Die entstehende Wärme wird zur Beheizung der Gewächshäuser genutzt. Das abgeschiedene biogene CO2 wird zwischengespeichert und soll gezielt für die CO2-Düngung (Photosynthese) der Pflanzen im Gewächshaus eingesetzt werden. Laut Medienmitteilung wird es das heute zugekaufte CO2 ersetzen.

Schliessen von Energie- und Nährstoffkreisläufen

In der geplanten Anlage werden organische Reststoffe und Ernterückstände aus Landwirtschaft und Region verwertet. Ein grosser Teil soll aus der eigenen Gemüseverarbeitung stammen. Neben Strom und Wärme entsteht aus den Reststoffen hochwertiger Kompost, der wieder auf den Feldern eingesetzt wird. Dadurch werden gemäss der Medienmitteilung Nährstoffkreisläufe geschlossen und der Bedarf an externen Düngemitteln reduziert. Die Firma Grob Gemüse ist überzeugt, dass die Technologie eine zusätzliche Perspektive bietet: Die Anlage könne künftig auch überschüssigen Strom – beispielsweise aus Photovoltaikanlagen – nutzen, um Wasserstoff zu erzeugen.

Kommentar erfassen

Kommentare (0)

e-Paper

«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.

Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.

Die «gazette» gibt es auch als E-Paper. Sämtliche bisher erschienen Ausgaben sind frei zugänglich.