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22. Juni 2026

Gewässertemperaturen

Frühwarnsystem soll Fische schützen

Wenn die Temperatur in den Gewässern für Menschen angenehm wird, kann dies für Fische unangenehm bis lebensgefährlich werden. Aus diesem Grund hat eine Forschungsgruppe des WSL ein Frühwarnsystem für Fische entwickelt, das erfolgversprechende Ergebnisse liefern soll.

Forscherinnen und Forscher wollen Fische vor dem Hitzetod bewahren. Ein neues Frühwarnsystem für Schweizer Flüsse soll künftig anzeigen, wo ihnen Hitzestress droht - bis zu drei Wochen im Voraus. Das System schätzt das künftige Risiko für Fischpopulationen an über 50 Standorten in der Schweiz ein, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Donnerstag mitteilte. Fische sind als wechselwarme Tiere von der Umgebungstemperatur abhängig. Sie können sich nicht selbst abkühlen. Wird es zu heiss, sterben sie.

Manche Arten halten weniger aus

Nicht alle Fische leiden gleich schnell unter Wärme. Deswegen trugen die Forschenden für das Frühwarnsystem Informationen zur Temperaturgrenze von 59 Fischarten zusammen, die in der Schweiz vorkommen. Das ist jene Temperatur, bei der ihre Schwimmfähigkeit beeinträchtigt wird - und damit auch ihre Fähigkeit, vor Gefahren zu fliehen

Sie stellten fest, dass nichtheimische Arten im Durchschnitt härter im Nehmen sind als heimische Arten. Der Marmorkarpfen hält Temperaturen von 32,3 Grad Celsius aus. Die Quappe dagegen gerät bereits bei 24,1 Grad an ihre Grenze. Das Frühwarnsystem berücksichtige deshalb nicht nur, wie warm ein Fluss voraussichtlich wird, sondern auch, welche Fischarten dort leben. So entstehe für mehr als 50 Standorte in der Schweiz eine Einschätzung, wo das Risiko besonders gross ist.

Ein Vorsprung, bevor es zu spät ist

Getestet wurde das Modell rückblickend mit Daten aus dem Hitzesommer 2018. Damals starben in der Schweiz rund drei Tonnen Fische aufgrund der Hitze. Im Test erkannte das Modell zwei von drei dokumentierten Fischsterben korrekt. An weiteren Standorten stimmten die Risikoeinschätzungen in rund 70 Prozent der Fälle mit Beobachtungen aus der Praxis überein.

Noch ist das System nicht perfekt, denn es berücksichtigt etwa nicht überall, ob Fische in einem Fluss kühlere Rückzugsorte finden oder wie gross eine lokale Population ist. An einigen Standorten überschätzte das Modell deshalb das Risiko.

Ein erfolgreicher Anfang

Die Forschenden schätzen das Modell trotz der Ungenauigkeiten als vielversprechend ein. Behörden und Gewässerverantwortliche könnten dank der Warnungen früher reagieren und besonders gefährdete Abschnitte beobachten oder Schutzmassnahmen vorbereiten. Laut den Forschenden könnte in einer wärmeren Zukunft dieser Vorsprung entscheidend sein.

Quelle 

sda

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