Der Ausbau der Fernwärme in der Schweiz schreitet voran. Sowohl die Energie Thun AG als auch die Stadt Winterthur haben neue Ausbauschritte angekündigt. In der Stadt Winterthur geht es um ein Bauvolumen von 100 Mio. Schweizer Franken.
Der Verwaltungsrat der Energie Thun AG hat laut einer Medienmitteilung den Ausbau «Fernwärme Thun II» freigegeben. Die Bauarbeiten sollen ab August 2026 starten. Mit dem Projekt sollen sowohl neue Gebiete erschlossen als auch ein Ringschluss zum bestehenden Fernwärmenetz sowie eine neue Druckerhöhungsstation bei der Thun Expo gebaut werden. Mit dem Ringschluss möchte das Unternehmen die Versorgungssicherheit im Fernwärmenetz zusätzlich stärken. Die dabei geplante Druckerhöhungsstation schaffe die Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung in Thun.
Neben dem Startschuss für «Fernwärme Thun II» hat das Thuner Querverbundunternehmen den Abschluss einer Machbarkeitsstudie für eine Wärmeversorgung im Gebiet Schoren bekanntgegeben. Gemäss dem Unternehmen zeigen die Abklärungen gute hydrogeologische Bedingungen für die Nutzung von Grundwasser als Energiequelle für die Wärmeversorgung. Auf Basis der Machbarkeitsstudie wurde das Projekt optimiert und auf Gebiete mit hoher Wärmedichte fokussiert, so Energie Thun. Bis zum Frühling 2027 soll ein Vorprojekt ausgearbeitet werden, das als Grundlage für einen möglichen nächsten Umsetzungsschritt dient.
Der aktuelle Rahmenkredit für den Ausbau der Wärmenetze in der Stadt Winterthur ist nahezu ausgeschöpft. Der Stadtrat leitet deshalb die nächste Phase ein und überweist dem Stadtparlament eine Vorlage für einen neuen Rahmenkredit von 100 Millionen Franken. Dies schreibt die Stadt Winterthur in einer Medienmitteilung. Die Summe richte sich gemäss der Stadt Winterthur nach den im Masterplan «Wärmenetze» beschriebenen Vorhaben der nächsten zehn Jahre. Der 2024 beschlossene Masterplan gibt vor, welche Gebiete mit welcher Priorität durch städtische Wärmenetze erschlossen werden sollen. Diese Vorhaben werden als Energie-Contracting-Leistung realisiert. Deshalb ist der Rahmenkredit für die Finanzierung des Ausbaus der städtischen Wärmenetze sowie von Anlagen-Contracting-Projekten bestimmt.
Sollte die Winterthurer Stimmbevölkerung dem Betrag von 100 Millionen Franken zustimmen, müssen die Kredite für die einzelnen Vorhaben anschliessend noch bewilligt werden. Damit der Ausbau der Wärmenetze schneller voranschreiten kann, soll mit dem Rahmenkredit die Finanzkompetenz dafür delegiert werden: Stadtwerk Winterthur soll Ausgaben bis zu 900'000 Franken selbst beschliessen können. Projekte bis 6 Millionen Franken sollen vom Stadtrat und Projekte ab 6 Millionen Franken vom Stadtparlament genehmigt werden.
«AQUA & GAS» gibt es auch als E-Paper. Abonnenten, SVGW- und/oder VSA-Mitglieder haben Zugang zu allen Ausgaben von A&G.
Den «Wasserspiegel» gibt es auch als E-Paper. Im SVGW-Shop sind sämtliche bisher erschienenen Ausgaben frei zugänglich.
Kommentare (0)