Mitte Juni fand der offizielle Start des Projekts mit dem Namen «H2-Lab: Wasserstoff-Ökosystem Bodensee-Alpenrhein» statt. Das hat laut einer Medienmitteilung zum Ziel, im Raum Bodensee-Alpenrhein die Hürden für eine Wasserstoffwirtschaft zu senken und diese voranzubringen. Unter der Leitung des IET der Ostschweizer Fachhochschule sollen mit elf weiteren Projektpartnern und 17 assoziierten Partnern Entwicklungen in drei Stossrichtungen vorangebracht werden.
Das Projekt will ein mögliches Wasserstoff-Verteilnetz zwischen Süddeutschland, Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein und der Ostschweiz andenken. Dabei orientiere man sich am bestehenden Gasnetz, das umgenutzt und/oder durch neue H2-Pipelines ergänzt werden kann.
Beim Handel von Wasserstoff gibt es regulatorische und technische Herausforderungen, welche in diesem Projekt identifiziert werden sollen. «Das ist insbesondere im transnationalen Raum Bodensee-Alpenrhein wichtig, um H2 unterschiedlicher Herkunft und Qualitäten handeln und nutzen zu können», wird Daniela Decurtins, Direktorin des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie, zitiert.
Laut Medienmitteilung werden im Projekt neue Anwendungen von Wasserstoff geprüft und Pilotprojekte aufgegleist – zum Beispiel für industrielle Hochtemperatur-Prozesse, Lasttransport, Schiffe, Spitzenlastabdeckung und Baumaschinen. «Es existieren viele Studien über mögliche Abnahmemengen von H2. Das wirkliche Potenzial kann aber nur über Detailabklärungen, die Planung von konkreten Projekten und Demonstrationen erschlossen werden», ist Urs Brunner, Vorsitzender der Geschäftsleitung VfA Buchs SG, überzeugt.
Im «Wasserstoff-Kernnetz» Deutschlands sei vorgesehen, dass Lindau (DE) bis 2032 mit einer H2-Pipeline vom Norden versorgt wird. Die Projektinitiatoren sehen in diesem Anschluss bei Lindau eine gute Gelegenheit, die von Pionierunternehmen angestossenen lokalen H2-Projekte zu vernetzen.
Die lokale Anbindung der Endnutzer an das Wasserstoffkernnetz in Lindau ist noch offen. Peter Majer vom Stadtwerk am See in Friedrichshafen erläuterte in einem Referat, dass in diesem Gebiet alle Erdgasleitungen für Wasserstoff umgenutzt werden könnten. Er betonte jedoch, dass ein solcher Infrastrukturumbau jetzt aufgegleist werden muss, wenn er rechtzeitig in Betrieb sein soll.
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