Die Quaggamuschel hat sich schon vor einiger Zeit im Bodensee angesiedelt. Damit keine weiteren invasiven Arten in den Bodensee eingeschleppt werden, bereitet die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) eine einheitliche Schiffsmelde- und Reinigungspflicht vor. Dies geht aus einer Medienmitteilung der IBK anlässlich eines Strategiegesprächs in Horgen ZH vom Freitag hervor.
Der Kanton St. Gallen führte auf April 2025 eine Melde- und Reinigungspflicht für Bootsbesitzer ein. Seither müssen Schiffe bei Gewässerwechseln durch eine autorisierte Reinigungsstelle gereinigt werden. Für den Bodensee gelte allerdings eine Ausnahme, heisst es auf der Internetseite des St. Galler Amts für Natur, Jagd und Fischerei. Für interkantonale respektive internationale Seen würden spezielle Regeln gelten. «Wer auf St. Galler Boden in den Bodensee einwassern will, muss dies ebenfalls melden, allerdings entfällt die Reinigungspflicht», heisst es auf der Webseite. Auch der Kanton Thurgau kennt aktuell keine Pflicht, dass Bootsbesitzer ihr Schiff vor dem Einwassern in den Bodensee reinigen müssten.
Die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Anrainerstaaten sind gemäss den Verantwortlichen wenig effektiv. «Es macht keinen Sinn, wenn nur einzelne Anrainer eine Reinigungspflicht einführen. Wenn, dann müssen alle mitziehen», sagte Martin Eugster, Leiter Amt für Umwelt beim Kanton Thurgau, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Genau darauf hätten sich alle Anrainer des Bodensees am Freitag verständigt.
Mit der Vorbereitung auf einheitliche Regeln prüft die IBK gemäss Eugster nun auch vertieft, ob eine Bootsreinigungspflicht auch wirklich geeignet ist, die Einschleppung invasiver Arten zu verhindern. «In einer Studie soll weiter abgeklärt werden, welche Massnahmen gegen die Einschleppung von Neobiota geeignet sind und mit welchen künftigen Arten und Schadenspotenzialen im Bodenseeraum zu rechnen ist», heisst es dazu ergänzend in der Medienmitteilung der IBK.
Die Infrastruktur, um die Boote zu reinigen, ist gemäss Informationen der IBK zumindest bereits in Teilen vorhanden. «Nach vorläufigem Stand gibt es mindestens 42 Bootswaschplätze rund um den See», heisst es in der Mitteilung. Martin Eugster sieht den Thurgau gut aufgestellt diesbezüglich. «Auf Thurgauer Boden gibt es bereits mehrere Betriebe, die für solche Reinigungen zertifiziert sind.»
sda
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