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27. Juli 2026

Safe and Sustainable by Design

Toolbox für die Entwicklung von Chemikalien

Forschung und Behörden aus ganz Europa arbeiten im EU-Grossprojekt «PARC» zusammen, um die Risikobewertung von Chemikalien weiterzuentwickeln. Forschende der Empa in St. Gallen beteiligen sich an der Teilaufgabe «Safe and Sustainable by Design» und sollen Methoden entwickeln, mit denen die Sicherheit und Nachhaltigkeit von neuen Chemikalien bereits ab den ersten Entwicklungsschritten beurteilt werden kann.

DDT in der Landwirtschaft, Asbest auf dem Bau, FCKWs in der Atmosphäre, PFAS im Wasser: Diese und weitere Substanzen haben sich erst nach einiger Zeit als schädlich für Mensch und Umwelt erwiesen. Um solche Fehleinschätzungen in Zukunft besser vermeiden zu können, hat die EU das Grossprojekt «PARC» lanciert. Ein Grossprojekt, weil weltweit rund 350'000 unterschiedliche Chemikalien hergestellt und eingesetzt werden – und es kommen immer neue dazu. Eines der Ziele von PARC ist die Entwicklung einer Toolbox an Methoden und Modellen, mit deren Hilfe Risiken früher (ganz am Anfang des Entwicklungsprozesses von Chemikalien) erkannt und vorgebeugt werden können. Die Empa beteiligt sich mit einer Forschungsgruppe an der Teilaufgabe «Safe and Sustainable by Design» (SSbD).

Risiken verstehen und einschätzen

PARC steht etwa in der Mitte seiner siebenjährigen Laufzeit. Die Forschenden im Teilbereich SSbD konnten bereits erste Varianten einer Toolbox entwickeln und testeten diese am bestehenden Wissen zu Bisphenol-A (BPA). Im Gegensatz zu einer schon bekannten Chemikalie, deren Gefährlichkeit schon bekannt ist, besteht die Schwierigkeit bei neuen Chemikalien in der Interpretation von gewonnenen Daten. In diesen Fällen muss mit Schätzungen, Modellierungen und Wahrscheinlichkeiten gearbeitet werden. Da diese Arbeit viel Erfahrung und spezielles Wissen voraussetzt, ist Empa-Forscher Bernd Nowack von der Abteilung «Technologie und Gesellschaft» (Ko-Leiter der SSbD-Teilaufgabe) davon überzeugt, dass es in Zukunft dafür eigens ausgebildete Fachleute («SSbD practitioners») brauchen wird, sowohl in der Industrie als auch im öffentlichen Sektor.

Von der Pharmazie lernen

Die Forschenden wollen in einem nächsten Schritt die Entwicklungsprozesse aus der Pharmazie und der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Dort sei der «Safe by Design»-Teil bereits Standard, so Nowack. Ausserdem will das Forschungsteam in Zukunft vermehrt mit der Industrie zusammenarbeiten, denn SSbD beschränkt sich nicht nur auf Forschung und Behörden, so Nowack. SSbD muss laut ihm so früh wie möglich im Entwicklungsprozess einer Chemikalie berücksichtigt werden.

Europäische Partnerschaft PARC

Die Europäische Partnerschaft für die Risikobewertung von Chemikalien («Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals», PARC) hat zum Ziel, die Risikobewertung für Chemikalien weiterzuentwickeln und so die menschliche Gesundheit und die Umwelt besser zu schützen. Zu diesem Zweck arbeiten Behörden und Forschungsinstitutionen auf neun verschiedenen Themenfeldern zusammen. Beteiligt sind über 200 Partner aus 29 Ländern. In der Schweiz wird das Grossprojekt auf nationaler Ebene vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) koordiniert. Beteiligt sind acht Forschungsinstitutionen und drei Bundesämter: Agroscope, Eawag, Empa, ETH Zürich, oekotoxzentrum, Swiss Centre for Applied Human Toxicology (SCAHT), Unisanté, Università Svizzera italiana (USI) sowie Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bundesamt für Umwelt (BAFU) und Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). PARC ist 2022 gestartet und läuft bis 2029.

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