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06. August 2026

Hochwasser-Prognose für den alpinen Raum

Extreme Ereignisse häufiger als moderate

Starkniederschläge werden mit jedem Grad, mit dem sich die Erde erwärmt, intensiver. Das hat einen Einfluss auf Hochwasser. Wie sich diese bis Ende des Jahrhunderts verändern könnten, haben SLF-Mitarbeitende mit neuen Daten aus 384 Flüssen im Alpenraum modelliert. Das Resultat: Laut Modell ist die Zunahme bei extremen Hochwassern grösser als bei moderaten Hochwassern.

Mit dem Anschwellen von Bergbächen und Flüssen, bis zum Übertreten, beschäftigt sich am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Gruppe Hydrologie und Klimafolgen in Gebirgsregionen. Forscherinnen und Forscher dieser Gruppe haben im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt mit einem hydrologischen Modell Hochwasserereignisse von heute bis Ende dieses Jahrhunderts simuliert. Sie verwendeten dafür neu stündlich aufgelöste Abfluss-Messungen von 384 Flüssen in der Schweiz und Österreich und kamen damit zu neuen Ergebnissen. Paul Astagneau, Mitautor der dazu veröffentlichten Studie fasst sie in einem Satz zusammen: «Extreme Ereignisse verändern sich stärker als moderate Hochwasser.»

Extreme Ereignisse sollen sich stärker verändern als bisher erwartet

Gemäss bisherigen Studien gingen Forscherinnen und Forscher davon aus, dass Hochwasser im Alpenraum aufgrund von geringeren Schneemengen, die im Frühling schmelzen, bis Ende des Jahrhunderts zurückgehen könnten oder stabil bleiben. Die Ergebnisse der neuen Modellierung zeigen hingegen, dass das 100 jährige Hochwasser in den Alpen um fünf bis fünfzehn Prozent intensiver werden wird. Dies bezieht sich auf die Abflussspitze, also den höchsten Wasserstand, der im Rahmen dieses Hochwasserereignisses erwartet wird. Gleichzeitig könnte das 100 jährige Hochwasser künftig häufiger – alle 45 bis 80 Jahre – auftreten. Bei moderaten Hochwassern, z.B. dem zweijährlichen Hochwasser, zeigt sich in den Bergen nach wie vor ein Rückgang, wenn auch ein geringerer als bisher angenommen.

Geringere Schneeschmelze wird kompensiert

Hochwasser in den Alpen entstehen durch Sommergewitter, langanhaltenden Niederschlag auf gesättigten Böden oder aus einer Kombination aus Regen und Schneeschmelze. Die Intensität der Niederschläge nimmt klimawandelbedingt – insbesondere auf Zeitskalen unter einem Tag – zu. Genauer: Pro zusätzlichem Grad Celsius gibt es rund sieben Prozent intensiveren stündlichen Starkniederschlag. Damit überkompensiert der Regen die abnehmende Schneeschmelze, wie die Auswertung der stündlichen Simulationen zeigt.

Quelle und weitere Informationen

Medienmitteilung des SLF

Zur Studie

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