Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften im gesamten Gesundheitssektor unter anderem in Polymeren, Beschichtungen, Verarbeitungshilfsmitteln und Komponenten für analytische Synthesen eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Beständigkeit verbleiben sie jedoch sehr lange in der Umwelt. Alternativen für die PFAS im Gesundheitssektor zu finden, verfolgt das Projekt PFAROS und möchte dabei den gesamten Lebenszyklus dieser Substanzen und der Materialien betrachten, in denen sie eingesetzt werden. Zunächst sollen die PFAS-Anwendungen entlang der globalen Lieferkette des Gesundheitssektors erfasst werden. Danach soll PFAROS PFAS-Alternativen entwickeln und bewerten. Laut TZW werden ihre Qualität und Sicherheit, mögliche Expositionspfade sowie Risiken für die menschliche Gesundheit untersucht. Reproduzierbare Risikobewertungen sollen eine schnelle und ressourceneffiziente Auswahl geeigneter Alternativen unterstützen. Ebenso sollen das Lebenszyklusmanagement, die Kreislauffähigkeit und die Behandlung fester und flüssiger Abfallströme berücksichtigt werden. Das Projekt läuft von September 2026 bis August 2031.
Das Projekt PFAROS wird laut eigenen Angaben einen europäischen Fahrplan zur Verringerung und letztlich vollständigen Vermeidung von PFAS-Emissionen im Gesundheitssektor erarbeiten. Dazu werde das Projekt mit Akteuren aus Industrie, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Regulierungsbehörden und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Das Konsortium vereine mehr als 90 Partner und decke Fachgebiete von der analytischen Chemie, Toxikologie und Materialwissenschaft über Umweltingenieurwesen und künstliche Intelligenz bis hin zur Politikberatung ab. Nicht zuletzt möchte das Projekt Möglichkeiten für einen verbesserten Datenaustausch zwischen den beteiligten Akteuren identifizieren. Digitale Werkzeuge sollen sicherstellen, dass die gewonnenen Erkenntnisse für Fachkräfte im Gesundheitswesen leicht zugänglich und praktisch nutzbar sind.
Das TZW leitet im Projekt PFAROS das Arbeitspaket «Stakeholder Engagement and Change-Management» und soll damit sicherstellen, dass die Projektergebnisse entlang der gesamten Lieferkette erfolgreich verbreitet und genutzt werden. Zudem verantwortet das TZW die übergeordneten Arbeiten zur Behandlung flüssiger Abfallströme. Dabei sollen skalierbare und effiziente Methoden zur Behandlung komplexer Krankenhaus- und Pharmaabwässer entwickelt werden. Um integrierte Verfahrensketten für eine erfolgreiche Schadstoffbeseitigung bereitstellen zu können, sollen zudem sowohl etablierte Konzentrierungsverfahren als auch fortschrittliche Zerstörungsverfahren analysiert werden.
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