Diffuse Verschmutzung kann städtische Oberflächengewässer und deren ökologischen Zustand stark beeinflussen. Bei Starkregen werden im Alltag entstehende Schadstoffe von versiegelten Flächen abgeschwemmt und über die Regenwasserentwässerung gelangen sie, direkt oder gemeinsam mit Haushaltsabwasser, in Gewässer. Unterscheiden zu können, wo welcher Grad an Verschmutzung entsteht, kann für die Städteplanung sinnvoll sein. Die webbasierte Software CleanCityCover, programmiert an der Technischen Universität (TU) Berlin, bewertet deswegen städtische Oberflächen danach, welches Verschmutzungspotenzial ihr Oberflächenabfluss hat. So sollen sich kritische Quellgebiete diffuser urbaner Verschmutzung identifizieren lassen. Gleichzeitig zeigt das Tool Flächen mit saubererem Abfluss, die sich möglicherweise für die Regenwassernutzung eignen. Ein integriertes Ranking der Schadstoffquellen soll die Planung von blau-grüner Infrastruktur unterstützen.
Gemäss der TU Berlin wurde CleanCityCover in Aarhus (Dänemark), Santiago de Compostela (Spanien) und in Berlin parametrisiert und angewendet. Derzeit umfasse das Tool drei Verschmutzungsarten: atmosphärische Ablagerungen, verkehrsbedingte Belastungen in Abhängigkeit von der Verkehrsintensität sowie Schwermetalle von Metalldächern.
Vorstudien zu CleanCityCover verglichen den urbanen Oberflächenabfluss in zehn Städten quer durch Zentraleuropa – von Südfrankreich bis Dänemark. Dabei soll sich ein ähnliches Abflussverhalten bezüglich kleinerer, mittlerer und grosser Abflussereignisse und in der Saisonalität ihres Auftretens gezeigt haben. Zugleich traten in Städten wie Berlin und Essen, also in der Mitte des untersuchten geographischen Gebiets, insgesamt häufiger kurze, aber stark ausgeprägte Abflussereignisse auf, so die TU Berlin.
Die Forscherinnen konnten laut eigenen Angaben nachweisen, dass die vorangegangene Trockenperiode eine besondere Rolle spielt: Eine aktuell veröffentlichte BigData-Analyse zeigt fĂĽr den Raum Berlin, dass es nicht unbedingt die extremen Starkregen sind, die einen grossen Impakt auf die Wasserqualität der Berliner FlĂĽsse haben. Vielmehr seien schon schwächere Starkregenereignisse ausreichend, wenn diesen längere Trockenperioden vorausgegangen sind. Die Forscherinnen messen deswegen den Compound-Ereignissen - Starkregen nach Trockenperiode - bei der Bestimmung der diffusen urbanen Verschmutzung eine besondere Bedeutung zu und werden deshalb im Set-up des CleanCityCover Tools explizit berĂĽcksichtigt.Â
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