Die Wasserwirtschaft in ganz Europa steht vor grossen Herausforderungen. Klimawandel, Spurenstoffe, steigende Anforderungen an die Qualität und die Finanzierung der Infrastruktur machen den Austausch über Landesgrenzen hinweg wichtiger denn je. Aus diesem Grund haben der Fachverband für Wasser, Gas und Wärme (SVGW), der Verband der Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) und EurEau (Verband 38 nationaler Organisationen von Trinkwasserver- und Abwasserentsorgern aus 33 Ländern) zum EurEau Swiss Water Summit nach Zürich eingeladen. An der heutigen Veranstaltung treffen sich rund 400 Vertreter aus ganz Europa.
Im Vorlauf des EurEau Swiss Water Summit informierten der SVGW und der VSA am Montag in einer gemeinsamen Medienkonferenz zu den drängensten Herausforderungen in der Schweiz. Etwa 60 Prozent des Trinkwassers können heute ohne oder nach einer einfachen Aufbereitung als Trinkwasser an die Bevölkerung abgegeben werden. Durch die steigenden Konzentrationen chemischer Verunreinigungen im Grundwasser und häufigere Trockenphasen kommt die lokale Versorgung aber zunehmend unter Druck. Chemische Verunreinigungen können - wenn überhaupt - nur mit hohem personellen, energetischen und finanziellen Aufwand aus dem Rohwasser entfernt werden.
Aus diesem Grund betonte der SVGW am Informationsanlass den Schutz des Grundwassers, um chemische Verunreinigungen zu verhindern. Das planerische Instrument dazu sind die sogenannten Zuströmbereiche, deren Bezeichnung rascher vorangetrieben werden sollte. Ausserdem fordert der SVGW, dass bei der Festlegung von Höchstwerten eine Regulierungsfolgeabschätzung vorgenommen wird, damit keine Fassungen aufgegeben werden müssen, weil sie einen Vorsorgewert nicht einhalten können, dessen geringfügige Überschreitung kein wissenschaftlich belegtes gesundheitliches Risiko darstellt. Auch bei Schutzzonenkonflikten fordert der SVGW einen risikobasierten Ansatz: Anstatt Fassungen von regionaler Bedeutung aufzugeben, können die Risiken, die von nicht-konformen Bauten und Nutzungen ausgehen, in vielen Fällen durch ein Risikomanagement auf ein vertretbares Mass reduziert werden. Nicht zuletzt fordert der SVGW, dass die Vernetzung der Wasserversorgungen (um die Ausfallsicherheit zu erhöhen) durch die öffentliche Hand finanziell unterstützt werden sollte. Alleine über den Wasserpreis sei eine Finanzierung nicht möglich.
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Neben dem Schutz vor Verunreinigungen machte der VSA seinerseits an der Medienkonferen klar, dass unter den neuen Bedingungen das Regenwasser in sogenannten Schwammland zunehmend interessant ist: Schwammlandmassnahmen sind natürliche oder technische Massnahmen, die den Wasserrückhalt in Böden, Gewässern, Feuchtgebieten, Mooren, Wäldern und ganzen Einzugsgebieten stärken. Sie könnten dazu beitragen, Abflussspitzen zu dämpfen, Trockenstress zu reduzieren, Grundwasser zu sichern, Erosion zu mindern, Lebensräume aufzuwerten und die Klimaresilienz unserer Landschaft zu erhöhen. Davon würden unterschiedliche Bereiche gleichzeitig profitieren: landwirtschaftliche Kulturen, Wälder, die Bodenfruchtbarkeit, die Trinkwasserversorgung, die Biodiversität und die Naherholung.
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