Sie sind schon seit einiger Zeit mit dem SVGW verbunden. Wie sah und sieht Ihr Engagement im Verband aus?
Julia Vernagallo: Dans mon premier poste, j’étais représentante de la ville de Mulhouse au sein du groupe de travail Eau souterraine à l’AWBR. Ce groupe de travail international rassemble les distributeurs d’eau autour du Rhin de l’Alsace, la Suisse et l’Allemagne. Fraîchement diplômée, j’ai ainsi commencé à étendre mon réseau professionnel. C’est grâce à l’AWBR que j’ai fait la connaissance des premiers représentants de SVGW. Grâce à cela j’ai trouvé un poste à ESB en 2022, et j’ai pu intégrer la commission eau W-UK2 «Qualité et traitement» de SVGW. C’était vraiment la force du réseau. Je participe également aux journées techniques et cours données par la SVGW dans les domaines liés à mes activités professionnelles. Dans le cadre du cours de fontainiers en Suisse romande, je suis enseignante depuis 2023 pour le module de traitement de l’eau. Le networking, auquel SVGW offre de nombreuses occasions, est très important pour partager nos expériences, s’entraider, apprendre les uns des autres et ainsi évoluer dans notre vie professionnelle.
Andreas Peter: Vor gut zwanzig Jahren hatte ich erste Kontakte mit dem SVGW. Damals haben Hans Peter Füchslin und ich uns im Rahmen von Wiederholungskursen des Bataillons ABC-Abwehr der Schweizer Armee mit dem Sabotageschutz bei Trinkwasserversorgungen beschäftigt. Die Ergebnisse konnten wir bei einer W-UK2-Sitzung präsentieren. Schlussendlich ist daraus die SVGW-Empfehlung W1007 «Sabotageschutz von Trinkwasserversorgungen» entstanden. Dabei habe ich bereits viele hochmotivierte und engagierte Personen aus der Wasserbranche kennengelernt, weswegen ich auch versuchte, weiterhin mit dem SVGW in Kontakt zu bleiben. Später leitete ich dann am Kantonalen Labor Zürich den Bereich Trink- und Badewasser. In dieser Zeit haben sich meine Kontakte zum SVGW intensiviert. Seit ich nun bei der Wasserversorgung Zürich arbeite, ist mein Engagement im Verband gross: So leite ich seit 2018 die Wasser-Unterkommission W-UK2 «Wasserqualität & -aufbereitung», war bei der Arbeitsgruppe zur Interessensvertretung (S-AG7) dabei, setze mich für Ausbau und Pflege des Regelwerks ein und unterrichte respektive unterrichtete im W12-Kurs sowie im Kurs zum Krisenmanagement. Ich habe den SVGW und vor allem die W-UK2 immer als zentrale Drehscheibe zwischen Wasserversorgungsbranche, Forschung und Behörden erlebt.
Seit einem Jahr leiten Sie die W-UK2 gemeinsam. Warum haben Sie sich fĂĽr eine Co-Leitung entschieden?
A. P.: Ursprünglich war es meine Entscheidung, den Schritt Richtung Co-Leitung zu machen. Ich stellte fest, dass ich mit meinen vielfältigen Engagements innerhalb und ausserhalb des SVGW zunehmend an die Grenzen meiner Kapazitäten gelangte und den einzelnen Aufgaben nicht mehr die notwendige Zeit widmen konnte. Da ich mich dennoch weiterhin einbringen wollte, überlegte ich mir, wie sich die Leitung der Unterkommission so gestalten lässt, dass sie nicht allein auf mich ausgerichtet ist. Die Einführung der Co‑Leitung und die Verteilung der Aufgaben auf mehrere Schultern haben für mich eine spürbare Entlastung gebracht. Gleichzeitig eröffnet dieses Modell die Möglichkeit, gezielt Nachwuchskräfte aufzubauen. Dies ist einerseits wichtig, um die Kontinuität sicherzustellen, und andererseits, um neue Ideen und frischen Wind in die Kommission einzubringen. Mein Ziel ist es, die W‑UK2 während einer Übergangsphase gemeinsam mit Julia zu führen und mich anschliessend schrittweise zurückzuziehen. Auf diese Weise entsteht kein harter Bruch, sondern ein sanfter Übergang. Zudem musste ich feststellen, dass die Verpflichtungen und der hohe zeitliche Aufwand, die mit der alleinigen Leitung einer Kommission verbunden sind, potenzielle Interessierte oft abschrecken. Deshalb ist die Co‑Leitung aus meiner Sicht eine zukunftsfähige Lösung für das Milizsystem.
J. V.: L’ensemble du groupe a accueilli cette proposition très favorablement et a soutenu la dĂ©cision Ă l’unanimitĂ©. Nous avons Ă©tĂ© particulièrement satisfaits de pouvoir compter sur l’appui de toutes et tous. La mise en place de la coprĂ©sidence a Ă©tĂ© convenue dès le dĂ©part avec le bureau de SVGW, en l’occurrence avec Martin Bärtschi. En rĂ©alitĂ©, la sous-commission est dirigĂ©e par un comitĂ© dont nous faisons tous deux partie en tant que coÂprĂ©sidents, aux cĂ´tĂ©s de Martin, qui nous apporte son soutien mais dispose Ă©galement d’un droit de regard.
«Le networking, auquel SVGW offre de nombreuses occasions, est très important pour partager nos expériences, s’entraider, apprendre les uns des autres et ainsi évoluer dans notre vie professionnelle.»
Wie organisieren Sie Sich dabei und welche Vorteile bringt die Co-Leitung mit sich?
A. P.: Vor den Sitzungen tauschen wir uns im Steuerungsgremium der Kommission – wir beiden Co-Leiter und Martin – aus und teilen dabei die Aufgaben und die Sitzungsleitung auf. Die erweiterte Leitung bietet den grossen Vorteil, dass gemeinsam mehr Ideen entstehen und gleichzeitig ein Sparringpartner für die Vorbereitung zur Verfügung steht. Im gemeinsamen Austausch lassen sich Entscheidungen besser und fundierter treffen.
J. V.: Pour ma part, c’est une expérience très enrichissante et une chance. Cela me permet de profiter de l’expérience de Andreas et de partager nos idées ensemble. Nous organisons les séances en trio avec Martin. La modération des séances est partagée entre nous deux, et donne la possibilité de faire des séances bilingues en français-allemand.
Welche Rolle soll die W-UK2 spielen?
A. P.: Ich verstehe die Kommission nicht als Fachsilo, sondern als Netzwerk und Plattform, die Wasserversorger, Behörden sowie Akteure aus Forschung und Entwicklung miteinander verbindet und dadurch einen erheblichen Mehrwert schafft. Die Mitglieder der W-UK2, allesamt Vertreterinnen und Vertreter von Wasserversorgungen, kommen zweimal jährlich zusammen. Ein Treffen findet in der Regel in erweiterter Runde statt, wobei externe Expertinnen sowie Behördenvertretende eingeladen werden, um spezifische Fragestellungen zur Wasserqualität zu diskutieren.
J. V.: À mes yeux, une autre fonction importante de la Commission consiste à assurer la coordination entre les distributeurs d’eau et à définir une orientation commune. Ce faisant, nous ne devons toutefois pas perdre de vue les petits distributeurs d’eau. En particulier lorsque nous travaillons sur la réglementation, nous devons veiller à ce que les directives et les recommandations soient également adaptables et applicables aux petits distributeurs. Cela a été très bien mis en œuvre dans la recommandation W1018 «Norme minimale pour garantir les technologies de l’information et de la communication (TIC) requises pour l’approvisionnement en eau», où les étapes les plus importantes vers la cybersécurité sont résumées dans une annexe à l’intention des petits distributeurs. De plus, le W-UK2 est un groupe de mise en réseau important. Là encore, nous devons réfléchir à la manière dont nous pourrions ouvrir la commission aux petits distributeurs intéressés. C’est justement dans ces structures que le fontainier est souvent livré à lui-même et n’a pas de collègues avec qui échanger au sein de son propre service. Les réunions en grand cercle sont particulièrement propices à une ouverture envers les distributeurs d’eau qui ne sont pas représentés au sein du W-UK2.
«Ich verstehe die Kommission nicht als Fachsilo, sondern als Netzwerk und Plattform, die Wasserversorger, Behörden sowie Akteure aus Forschung und Entwicklung miteinander verbindet.»
Welche Themen im Bereich Messen und Analytik stehen zurzeit auf der Agenda der W-UK2?
J. V.: C’est précisément dans le domaine des analyses microbiologiques que le W-UK2 s’est fortement intéressé à la cytométrie en flux ces dernières années et continuera à le faire. Désormais, nous allons également nous pencher sur la méthode de l’ATPmétrie. Cette méthode repose sur des mesures de bioluminescence qui permettent de déterminer la quantité d’ATP, l’unité d’énergie de toute cellule vivante. Ainsi, quantifier l’ATP présent dans des cellules permet de quantifier les micro-organismes totaux présente dans un échantillon d’eau. Ces nouvelles méthodes microbiologiques sont utilisées pour la remise en service des réservoirs après nettoyage ou la remise en eau de conduite après travaux. Nous discutons actuellement en particulier de la manière d’interpréter les résultats des mesures et de définir des valeurs seuils. Un groupe de travail va être mis en place pour l’ATPmétrie, afin de développer la méthode en vue de son application dans le domaine de l’eau potable.
A. P.: Diese beiden mikrobiologischen Methoden Durchflusszytometrie und ATP‑Nachweis kommen ohne spezialisiertes Labor aus und sind mobil einsetzbar. Gerade für kleinere Wasserversorgungen eröffnen sie damit neue Möglichkeiten. Für die Durchflusszytometrie existiert bereits ein Methodenbeschrieb des SVGW, die MW102 «Bestimmung der Gesamtzellzahl in Wasserproben mittels Durchflusszytometrie». Ein vergleichbares Dokument möchten wir nun auch für die ATP‑Methode erarbeiten. Dazu wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der voraussichtlich auch Vertreterinnen und Vertreter kleinerer Versorgungen angehören werden. Neben der methodischen Beschreibung sollen darin konkrete Anwendungsbeispiele enthalten sein – etwa die Freigabe einer Leitung. Ursprünglich war geplant, auch allgemeine Erfahrungswerte zu definieren respektive aufzuzeigen, wie solche erhoben werden können. Davon sind wir jedoch abgekommen, weil sich gezeigt hat, dass es kein universell gültiges Vorgehen für alle Versorgungen und Situationen gibt. Stattdessen setzen wir bewusst auf praxisnahe Anwendungsbeispiele als Hilfestellung. Obwohl derzeit vor allem mikrobiologische Methoden im Fokus stehen, greifen wir in der Kommission immer wieder auch chemische Fragestellungen auf. Aktuell diskutieren wir beispielsweise den Sättigungsindex als Indikator für die Aggressivität des Wassers. Auch Screening-Verfahren in der organischen Spurenanalytik stehen immer wieder auf der Agenda der W-UK2.
… und auf dem Gebiet der Wasserqualität?
J. V.: Ce qui nous préoccupe particulièrement en ce moment, c’est la gestion et la réglementation des métabolites de pesticides. Tout a commencé avec les métabolites du chloridazone, puis sont venus ceux du chlorothalonil. Et maintenant, ce sont les contaminations par le métabolite pertinent, le 1,2,4-triazole, qui ont été détectées dans l’eau potable provenant du lac Léman. Un autre sujet que nous abordons régulièrement est le changement climatique et ses répercussions sur la qualité de l’eau. Cela concerne aussi bien le réseau de distribution – par exemple l’augmentation de la température de l’eau – que les lacs, où les variations saisonnières changent, notamment en ce qui concerne la température, le pH et la turbidité.
A. P.: Der Umgang mit Problemstoffen – aktuell etwa mit 1,2,4‑Triazol im Genfersee und im daraus gewonnenen Trinkwasser – beschäftigt uns sehr. In der W‑UK2 sind wir uns einig, dass wir an einem Wendepunkt stehen: Ein «Weiter-wie-bisher» ist für uns keine Option. Es braucht einen deutlich umfassenderen Ansatz. Das heisst, wir dürfen nicht erst beim Wasserversorger und beim Produkt Trinkwasser ansetzen, sondern müssen bereits im gesamten Einzugsgebiet ansetzen. Dafür braucht es den Dialog und runde Tische, vor allem mit den Behörden. Einen solchen haben wir gerade Ende Mai zum Thema Triazol durchgeführt. Ein weiteres Thema, das wir schon seit Längerem verfolgen, ist Mikroplastik im Roh- und Trinkwasser.
Und schliesslich, was beschäftigt die Kommission in Bezug auf die Wasseraufbereitung?
A. P.: Der Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet ist für uns ebenfalls zentral. Wir informieren uns gegenseitig über neue Verfahren wie Advanced Oxidation, superfeine Aktivkohle, Nanofiltration bzw. Umkehrosmose sowie über neue Kombinationsverfahren. Zudem tauschen wir Erfahrungen aus laufenden Pilotierungen bei Mitgliedern der Kommission aus. Unsere Treffen finden jeweils bei einem anderen Wasserversorger statt und sind deshalb häufig auch mit der Besichtigung eines Wasserwerks verbunden.
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Mit welchen Instrumenten und Lösungsvorschlägen will die W-UK2 und damit der SVGW die Branche bei diesen Herausforderungen unterstützen?
A. P.: Die W-UK2 versteht sich als Wissensnetzwerk und Drehscheibe zur Weitergabe des Wissens. Dafür nutzen wir runde Tische und Erfahrungsaustausche, begleiten SVGW-Publikationen wie Positionspapiere oder Argumentarien fachlich, ergänzen, wo nötig, das SVGW-Regelwerk und sind beim Unterrichten engagiert.
J. V.: De nombreux membres du W-UK2 enseignent, par exemple dans le cadre de la formation de fontainier/-ière, du cours sur le «Guide des bonnes pratiques pour la distribution d’eau potable» (W12) ou des cours «Surveillant de réseau». Cela permet de partager et diffuser largement les connaissances.
Wasserqualität und -aufbereitung sind auch Bereiche, in denen Nachbarländer teilweise mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen konfrontiert sind. Wie gelingt der Blick über den Tellerrand?
J. V.: Lors de mon précédent emploi en Alsace, j’avais de nombreux contacts au sein de l’association internationale AWBR (Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee Rhein) ainsi qu’avec des distributeurs d’eau suisses et allemands, notamment IWB et badenova (distributeur d’eau de Fribourg-en-Brisgau et de ses environs). À l’époque, je faisais partie du groupe de travail «Rhin supérieur» de l’AWBR. Aujourd’hui, je suis toujours en contact avec bon nombre de mes anciens collègues alsaciens. Représentée par ma collègue Hanna Schiff, l’ESB s’engage également au sein de l’AWBR, plus précisément dans le groupe de travail «Lacs». La collaboration avec les instituts de recherche allemands, en particulier l’IWW Zentrum Wasser et le Technologiezentrum Wasser (TZW, à Karlsruhe), est également importante, car ils apportent un soutien précieux à l’ESB sur les problématiques liées à l’eau.
A. P.: Früher bestand ein loser Austausch mit den Qualitätskommissionen des DVGW und des ÖVGW. Dieser hat sich im Laufe der Zeit leider etwas verflüchtigt. Nach wie vor bestehen jedoch enge Kontakte zur europäischen Wasserorganisation EurEau. Traditionell wurde die Schweiz in der EurEau‑Trinkwassergruppe jeweils durch ein Mitglied der W‑UK2 vertreten. Diese Aufgabe habe ich während fünf Jahren wahrgenommen, dabei jedoch festgestellt, dass der damit verbundene Arbeitsaufwand für eine einzelne Person zu gross ist. Aus diesem Grund habe ich angeregt, auch die SVGW‑Geschäftsstelle einzubeziehen. Neu wird die Schweiz in der Trinkwassergruppe durch zwei Personen vertreten: eine Person von der Geschäftsstelle (aktuell Martin Bärtschi) und eine Person aus der W-UK2 (aktuell Axel Wahl von SIG).
«Wir dürfen nicht erst beim Wasserversorger und beim Produkt Trinkwasser ansetzen, sondern müssen bereits im gesamten Einzugsgebiet ansetzen.»
Sie sind beide in der Qualitätsüberwachung tätig. Womit beschäftigen Sie sich bei ESB resp. WVZ aktuell hauptsächlich?
J. V.: ESB gère un petit laboratoire de microbiologie. Je suis responsable de ce laboratoire d’analyses microbiologiques. Au quotidien, j’organise le programme d’autocontrôle de la qualité de l’eau sur les installations de production d’eau, réservoirs et hydrants du réseau. Je veille à ce que la qualité de l’eau produite et distribuée respecte les exigences réglementaires. Nous contrôlons la qualité de l’eau par exemple après les nettoyages de réservoirs ou la remise en service de conduites après travaux. En plus, je m’occupe du suivi des processus, appareils, méthodes et documentations, car le laboratoire est accrédité selon la norme ISO 17 025 et c’est ce qui est prescrit dans ce cadre. Pendant les deux dernières années, nous avons mis en place dernièrement un nouveau logiciel LIMS pour digitaliser les processus d’analyses d’eau et abandonner le papier. C’était un gros projet qui a nécessité de repenser toutes les étapes de la préparation des échantillons, réalisation des tests, jusqu’aux rapports d’analyses. Récemment, nous avons mis en marche la première partie de la nouvelle usine de production d’eau et nous suivons également attentivement les impacts de cette nouvelle qualité d’eau sur notre réseau d’eau, notamment ceux qui peuvent être liés à l’équilibre calco-carbonique de l’eau.
A. P.: Die Routineüberwachung bildet das Fundament unserer Arbeit: Beprobung, Laboranalytik sowie die Online-Überwachung der Prozesse gehören zum Pflichtprogramm. Ein zweiter Aufgabenbereich umfasst regelmässige Risikobewertungen. Dazu zählen die Begleitung von Bauprojekten, der Umgang mit Schutzzonenkonflikten und ähnliche Fragestellungen. Gerade im aktuellen Umfeld nehmen der Nutzungsdruck sowie die Ansprüche und Begehrlichkeiten von verschiedensten Seiten spürbar zu. Insgesamt besteht eine enge Verbindung zwischen Qualitätsüberwachung und Trinkwasserproduktion und -verteilung. Neben der Pflicht können wir uns auch der Kür widmen – etwa Projekten zur Online-Überwachung und zur mikrobiologischen Stabilität im Verteilnetz sowie gezielten Erweiterungen der chemischen (Spuren-)Analytik. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fortschreitende Digitalisierung im Labor. Im Fokus stehen dabei eine intelligente Datenverarbeitung und -auswertung – sowohl auf Ebene einzelner Messgeräte, etwa durch Bildverarbeitung in der Limnologie oder Mustererkennung in der Spurenanalytik, als auch durch die Nutzung neuer Möglichkeiten für übergreifende Trendanalysen zur frühzeitigen Erkennung von Auffälligkeiten.
Sie engagieren sich neben der W-UK2 auch noch anderweitig fĂĽr die Wasserbranche. Wo genau?
A. P.: Ich habe das Privileg, ein grosses, kompetentes Team um mich zu haben, was mir Freiräume für Aktivitäten ausserhalb der WVZ gibt. So engagiere ich mich schon seit Langem in der Wirtschaftlichen Landesversorgung. Als Co-Vorsitzender leite ich zusammen mit Thomas Meier von IWB die Abteilung Trinkwasser. Dort geht es um die Versorgungssicherheit in Mangellagen und Krisensituationen. Vor vier Jahren absolvierte ich eine Weiterbildung, den CAS WASH (Water, Sanitation & Hygiene). Im Anschluss daran initiierte ich eine Städtekooperation zwischen Zürich und Vinnytsia in der Ukraine. Das Kooperationskonzept ist inzwischen fertiggestellt. Darüber hinaus unterrichte ich auch ausserhalb des SVGW, zum Beispiel im Rahmen des BLV-Kurses, der zum DLAL – Diplom für die leitende amtliche Lebensmittelkontrolle – führt. Auch im CAS WASH, den ich selbst besuchte, gebe ich mittlerweile Lektionen in Chemie.
«Il est important de mieux faire connaître la SVGW ainsi que les différents groupes de travail existants, en particulier auprès des petits distributeurs.»
Wie könnten die verschiedenen Akteure im Bereich Trinkwasserversorgung näher zusammengebracht und stärker miteinander verzahnt werden, mit dem Ziel, die Wasserbranche zu stärken?
J. V.: À mon avis, il est important de mieux faire connaître la SVGW ainsi que les différents groupes de travail existants, en particulier auprès des petits distributeurs. Cela leur permettrait, s’ils le souhaitent, de créer des contacts et de partager leurs expériences. Par ailleurs, il est essentiel de casser les barrières de la langue afin d’encourager et de renforcer les échanges techniques entre la Suisse alémanique et la Suisse romande.
A. P.: Ich möchte bewusst über die eigentliche Trinkwasserversorgung hinausgehen, denn diese ist integraler Bestandteil des gesamten Wasserkreislaufs. Derzeit sind wir noch stark siloartig organisiert und werden damit dem Gesamtsystem nicht gerecht. Zwar existieren bereits verschiedene Gefässe und Organisationen – etwa im SVGW, im Brunnenmeisterverband, beim VSA, in den Umweltämtern oder bei der Lebensmittelkontrolle –, doch es fehlt eine übergeordnete, gesamtheitliche Sicht. Was es daher braucht, ist ein sachliches, fachlich getragenes Gefäss, in dem die relevanten Akteurinnen und Experten aus dem Wasserbereich zusammenkommen, Wissen austauschen und Themen gemeinsam weiterdenken können. SVGW und VSA zusammen könnten dabei eine zentrale Drehscheibenfunktion übernehmen.
Und zum Abschluss, welches sind Ihre WĂĽnsche an den SVGW?
A. P.: Fachlich werden wir in der Unterkommission durch die Mitarbeitenden der SVGW-Geschäftsstelle sehr gut und kompetent unterstützt. Jedoch wünsche ich mir, dass der Verband sein Engagement im Ressourcenschutz verstärkt und hierzu eine klare, verbindliche Position einnimmt. Der Schutz der Wasserressourcen ist eine zentrale Voraussetzung für eine sichere Trinkwasserversorgung – hier dürfen keine Abstriche gemacht werden. Vorsorge muss oberste Priorität haben; die Aufbereitung darf nicht als Ausgleich für Defizite im Ressourcenschutz dienen. Gerade in diesem Bereich sollte zusammen mit Partnern vorgegangen werden, insbesondere mit dem VSA. Zudem erlebe ich den SVGW als recht schwerfällig und teilweise intransparent. Gute Ideen aus den Kommissionen und Arbeitsgruppen bleiben oft irgendwo stecken. Auch der Follow-up von Diskussionen und Entscheiden dauert in meinen Augen vielfach zu lange. So dauert es viel zu lange, bis ein neues Regelwerk, Positionspapier oder Ähnliches erscheint. Zur Beschleunigung der Prozesse sollten daher Wege gefunden werden, um Entscheide auch ausserhalb des Sitzungskalenders zu fällen.
J. V.: Je souhaiterais que le soutien apporté aux enseignants soit renforcé dans le cadre de l’accompagnement et de l’organisation pour les cours de la formation fontainier ainsi que d’autres cours. Il serait notamment utile de renforcer les liens entre les enseignants eux-mêmes, en particulier entre ceux de Suisse romande et ceux de Suisse alémanique, ainsi qu’avec le bureau de SVGW. Cela permettrait également d’obtenir une plus grande cohérence entre les cours en Suisse romande et en Suisse alémanique.
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