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30. Januar 2018

Porträt

ARA Reinach

Die ARA Reinach wurde bereits 1934 in Betrieb genommen. Als erste Abwasserreinigungsanlage der Kantons Aargau war sie eine Pionierleistung der Oberwynentaler Bevölkerung. Nach dem massiven Aus- und Umbau von 2014 bis 2017 setzt die ARA mit der topmodernen Mikroverunreinigungsanlage – wiederum die erste im Kanton und die zweite schweizweit – neue Massstäbe.

Aus Sorge um die Wasserqualität ihres Flüsschens Wyna beschlossen in den frühen Dreissiger-Jahren die Gemeinden Reinach, Menziken, Burg AG und Pfeffikon LU die Abwasserreinigung gemeinsam in die Hand zu nehmen. Bereits 1934 konnte der Zweckverband die erste Kläranlage im Kanton Aargau in Betrieb nehmen – trotz einfacher Technik war sie eine Pioniertat der Oberwynentaler Bevölkerung. Mit der Einweihung der 2-stufigen ARA 1962 waren die Oberwynentaler wiederum die ersten im Kanton. Zwischen 1984 und 1995 wurde die ARA in mehreren Etappen modernisiert und erweitert, denn im Laufe der Jahre haben sich weitere Gemeinden dem Verband angeschlossen.

ARA Reinach heute

Aufs Neue umfangreich erneuert und erweitert, konnte im Sommer 2017 die nun mit modernster Reinigungstechnik arbeitende ARA Reinach ihren Betrieb wieder vollständig aufnehmen. Mit der ersten Anlage im Kanton, die mit der vierten Reinigungsstufe ausgestattet ist, nimmt der Verband erneut eine Vorreiterrolle ein. Bereits seit September 2016 eliminiert eine Ozonungsanlage Medikamentenrückstände, hormonaktive Stoffe und andere problematische Verbindungen aus dem Abwasser – also nur wenige Monate nach Inkraftretung des neuen Abwassergesetzes des Bundes mit den Vorschriften zur Elimination der Mikroverunreinigungen. Schweizweit ist die ARA Reinach die zweite ARA, die eine Ozonanlage betreibt.
Die ARA Reinach ist mehr als eine Kläranlage, die grosse Energiemengen verbraucht. Sie produziert auch Gas und Strom. Anstelle eines neuen Blockheizkraftwerkes wird das produzierte Gas nun mit einer Membrananlage aufbereitet und als erneuerbare Bioenergie – Biomethan – ins regionale Erdgasnetz eingespiesen. Zudem besitzt die ARA eine Photovoltaikanlage, die den produzierten Strom ins Netz der EWS Energie AG einspeist.

Künftige Herausforderungen

Mit der Reinigungskapazität von 55 300 EW hat die Anlage genügend Reserven für kommende Herausforderungen. Denn in nächster Zeit rechnet der Verband mit dem Anschluss der Nachbarsgemeinden Gontenschwil und Zetzwil.
Ein Thema der Zukunft wird für die ARA die Phosphor-Rückgewinnung sein.

KENNZAHLEN

Angeschlossene Einwohner: 22 589 (mit ARA Gontenschwil+3500)
Ausbaugrösse: 55 300 EW 
Abwasseranfall: 5 500 000 m3/a
Klärgasanfall: 328 827 Nm3/a

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