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14. November 2019

ARA-Porträt

ARA Sarneraatal

Das erste Gewässerschutzgesetz von 1957 führte schweizweit zum Bau von Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Seitdem wurde deren Ausbaugrad stetig verbessert. So auch die 1978 in Betrieb genommene ARA Sarneraatal, die in den letzten drei Jahren die Kapazität verdoppelt hat. Als erste ARA der Schweiz setzt sie das biologische Reinigungsverfahren «Nereda» ein. Der Bau einer Filtrationsstufe zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen wird in den kommenden Jahren realisiert.

Anfang der Sechzigerjahre schlossen sich die Gemeinden, Dorfschafts- und Bezirksgemeinden vom Sarneraatal im Kanton Obwalden zusammen. Umfangreiche Vorabklärungen ergaben, dass anstelle einzelner Anlagen in den Gemeinden eine zentrale Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Alpnach gebaut werden soll.
1978 nahm die ARA Sarneraatal (ARA-S) den Betrieb auf. Parallel zum ARA-Bau wurde ein Hauptsammelkanal realisiert, der das Abwasser der Sarneraatalgemeinden zentral nach Alpnach führt. Auch wurden im selben Zeitraum in den Gemeinden das Kanalisationsnetz ausgebaut.

ARA Sarneraatal heute

In den vergangenen den Jahren wurde die ARA-S in Alpnach, aufgrund von Kapazitätsengpässen, erweitert. Sie wurde auf 65 000 Einwohnerwerte vergrössert, was einer Verdopplung entspricht. Eine Herausforderung war der Parallelbetrieb von den alten und neuen Anlagen. Durch diesen Umstand dauerte die Bauzeit länger.
Der Entsorgungszweckverband Obwalden hat bei dieser Erweiterung einen zukunftsträchtigen Schritt gewagt. Als erste ARA der Schweiz wurde für die biologische Reinigungsstufe das System Nereda© eingebaut. Verschiedene Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Sequencing-Batch-Reactor (SBR)-Anlage haben zu diesem Schritt geführt. Beispielsweise mussten nur drei Becken statt deren vier gebaut werden. Ebenso erfolgt der biologische Reinigungszyklus in kürzerer Zeit und verbraucht weniger Energie. Mitten in der Planung wurde klar, dass die ARA-S ebenfalls mit einer 4. Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ausgerüstet werden muss. Die bereits geplanten Anlagen wurden entsprechend angepasst und optimiert. Dadurch wird vermieden, dass für den Bau der 4. Reinigungsstufe Werte der neuerbauten Infrastruktur vernichtet werden müssen.

Im August 2018 konnten die alten Anlagen ausser Betrieb genommen werden. Seither werden die Prozesse laufend optimiert und angepasst. Bevor der Anlagetyp zur Elimination von Mikroverunreinigungen bestimmt werden kann, müssen jedoch noch umfangreiche Messungen am gereinigten Abwasser erfolgen. Diese benötigen eine Zeitspanne von rund einem Jahr. Der Bau der 4. Reinigungsstufe ist in zwei bis drei Jahren geplant.

Zukünftige Ausrichtung

Durch den bereits erfolgten Ausbau und dem zukünftigen Bau der 4. Reinigungsstufe ist die ARA-S für die nächsten eineinhalb bis zwei Jahrzehnte auf einem guten Stand. Sollte wider Erwarten die vorhandene Kapazität nicht mehr genügen, ist bereits Platz für ein 4. Becken vorhanden.

Kennzahlen*

Angeschlossene Einwohner: 30 500
Ausbaugrösse: 65 000 EW
Mittlere Belastung (CSB): 50 000 EW
Abwasseranfall: 4 593 584 m3/a
Klärschlammanfall: 477 t TS/a
Klärgasanfall: 612 294 Nm3/a
Stromverbrauch: 986 611 kWh/a
Länge Hauptsammelkanal: 33 km

* Durchschnitt aus den Jahren 2015–2017

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