In der Schweiz sind über 30000 Chemikalien in Produkten im täglichen Gebrauch. Diese und ihre Abbauprodukte gelangen über Abwasserreinigungsanlagen, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft, Siedlungen, Deponien und Verkehr in die Gewässer. Die meisten dieser Stoffe sind für Mensch und Umwelt unproblematisch. Einige sind es nicht.
Eine umfassendes Spurenstoff-Screening der Gewässer ist eine schier unlösbare Aufgabe. Im Rahmen des nationalen Routinemonitoring NAWA TREND erfassen die Kantone maximal 138 der Stoffe mit dem grössten Impact auf die Umwelt.
Zuversichtlich stimmt eine Neuheit, die mit der 2026 gestarteten NAWA-Messperiode dazu kommt: Proben werden schweizweit einem Non-Target-Screening unterworfen. Blinde Flecken im Monitoring verschwinden und viele neue, auch unbekannte Substanzen gelangen auf den Radar. Das hilft, Eintragsquellen rasch zu finden und Gegenmassnahmen zu ergreifen.
Die Auseinandersetzung mit Mikroverunreinigungen wird uns noch lange beschäftigen. Der landesweite Ausbau der Reinigungsleistung der ARA, wie er aktuell politisch vorangetrieben wird, würde unsere Gewässer stark entlasten. Doch die Herausforderung bleibt bestehen, denn es gibt viele weitere Eintragsquellen und stets neue Schadstoffe.
Wirksamer Gewässerschutz setzt an der Quelle – oder vielmehr an allen Quellen an: Indem problematische Spurenstoffe gar nicht erst hergestellt und eingesetzt werden. Nicht minder wichtig ist es, Einträge in die Gewässer konsequent zu minimieren. Ein fortgeschrittenes Monitoring bleibt schliesslich zentral, um dringliche und neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen – eine unverzichtbare Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen in Politik und Vollzug.
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